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22.11.2012 von

Gewichtsweste

Mehr Kraft und Ausdauer durch das Training mit Gewichtsweste?

Gewichtsweste

Nicht nur Profis setzen wieder stärker auf ein Training mit angelegten Fuß- und Handgelenkmanschetten oder Gewichtswesten. Auch Freizeitathleten denken immer häufiger über die Anschaffung derartiger Hilfsmittel nach. Im Grunde genommen sind sich dabei alle einig: Jeder möchte sein persönliches Trainingsziel ohne zeitlichen Mehraufwand schneller und effizienter erreichen.

Die Renaissance der Gewichtsweste

Noch bis vor Kurzem waren Gewichtswesten aufgrund ihrer äußerst plumpen und damit unbequemen Konstruktion verpönt. Das Training mit dem zusätzlichen Gewicht auf den Rippen galt als veraltet, die Westen waren als eher hinderlich verschrien und niemand wollte sich mehr, im wahrsten Sinne des Wortes, mit "diesen Dingern" belasten. Heute jedoch gibt es moderne Modelle, teilweise mit variablen Gewichten. Sie schmiegen sich förmlich an den Körper an und eignen sich sowohl für Anfänger als auch für das harte Training von Profisportlern.

Bekannte Hersteller bekennen sich wieder zur Weste

Der Sportartikelhersteller Reebok vertreibt beispielsweise zwei verschiede Modelle. Während die leichtere der beiden Gewichtswesten 4,5 Kilogramm wiegt, bringt die andere immerhin 9,0 Kilogramm auf die Waage. Der Preis bewegt sich, je nach Händler, jeweils zwischen 110,00 und 130,00 Euro. Die Gewichtsweste mit dem klangvollen Namen "Weighted Jacket" von Adidas gibt es im Internet schon ab 99,00 Euro.

Besonders praktisch sind Westen mit variablen Gewichten, wie beispielsweise "Powerwest" für circa 100,00 Euro. Bei normaler Lieferung ist sie mit 10 Gewichten zu je 500 Gramm bestückt. Als Zubehör gibt es Gewichte einzeln zu kaufen und diese lassen sich problemlos zusätzlich und bequem im Gesamtkonstrukt unterbringen. Damit lässt sich die Powerwest auf bis zu 10 Kilogramm Eigengewicht aufrüsten.

Die meisten Modelle besitzen ein Innenfutter aus Neopren und sind mithilfe von Klettverschlusssystemen individuell einstellbar. Durch ihre physiologisch durchdachte Form schmiegen sie sich perfekt an den Oberkörper an und werden lange nicht mehr so störend empfunden, wie ihre Vorgänger.

Für Ausdauer- und Krafttraining gleichermaßen geeignet?

Besonders bei Übungen, bei denen lediglich das eigene Körpergewicht bewegt wird, lässt sich die Intensität durch eine Gewichtsweste besonders effektiv steigern. Beispiele hierfür sind Klimmzüge, Liegestütze und verschiedenste Stabilisationsübungen. Während einige Hersteller versprechen, dass sich durch das zusätzliche Gewicht am Rumpf die Fettverbrennung steigern lässt, warnen Experten jedoch vor dem Einsatz von Gewichtswesten zum Beispiel beim Joggen.

Während auf einem Steppgerät im Fitnessstudio, bei gleichmäßig und geführten Bewegungen, das Tragen der Weste sinnvoll und physiologisch unbedenklich sein kann, weil der Energieumsatz tatsächlich erhöht wird, sollte sie bei allen Bewegungsarten, die mit einer harten Landung verbunden sind, nicht verwendet werden. Bei allen Laufsportarten sind die Gelenke schon mit dem reinen Körpergewicht völlig ausgelastet.

Wird die abzufedernde Last dann noch künstlich erhöht, sind Überlastungen und Verletzungen sozusagen vorprogrammiert. Im Gegensatz zu übergewichtigen Personen, deren Muskel-Gelenk-Bandapparat viele Jahre Zeit hatte, sich auf ein Zuviel auf dem Rippen einzustellen, überlastet solch eine Weste das Bewegungssystem völlig unvorbereitet. Joggen und Laufen mit Gewichtsweste fallen demnach also aus.

Was meint der Experte?

Er weiß genau, wovon er spricht: Mark Verstegen ist Fitnesstrainer und Berater der Deutschen Fußball Nationalmannschaft. Er empfiehlt den Einsatz der Gewichtsweste als intensitätssteigerndes Hilfsmittel bei sämtlichen Körpergewichtsübungen wie Ausfallschritten, Dips, Klimmzügen oder Brücken. Auch er rät vom Laufen mit Gewichtsweste aus den genannten Gründen ab. Seine Argumentation geht sogar noch weiter: Die Weste verändert unter Umständen die Lauftechnik, was wiederum unkalkulierbare Risiken für Knie, Hüfte oder Rücken, selbst bei sehr gut trainierten Sportlern, nach sich zieht.

Alternativen

Alternative Trainingspartner für das Ausdauertraining sind vergleichsweise leichte Hanteln, die mit einer beweglichen Masse gefüllt sind. Diese sogenannten XCO Hanteln oder vergleichbare Modelle von Biogym kosten je Paar um die 99,00 EUR. Sie sind besonders ergonomisch geformt und erhöhen bei richtiger Handhabung den Trainingswiderstand besonders schonend und trotzdem effektiv.

Foto: (c) Powerwest

 

Fazit

  • Moderne Gewichtswesten sind besser als ihr Ruf.
  • Ihr Einsatz ist besonders als Ergänzung für Kräftigungsübungen und zur Steigerung der Kraftausdauer zu empfehlen.
  • Laufsportarten sollten grundsätzlich nicht mit Gewichtsweste ausgeübt werden.
 
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