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08.11.2012 von

Welcher Laufuntergrund ist der richtige?

Verschiedene Laufuntergründe im Vergleich

Welcher Laufuntergrund ist der richtige?

Es ist wie oft im Leben: Das Ideal von einem Laufuntergrund, das für jeden Sportler gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Jeder Läufer hat verschiedene Bedürfnisse und selbst diese sind nicht jeden Tag gleich. Sie variieren je nach Trainingsziel, Leistungsstand oder Saison. Einige Läufer trainieren nach der Devise: "Die Abwechslung bringt's!" Letztendlich bestimmt jedoch oftmals der nächste Wettkampf, worauf am meisten gelaufen wird.

Natürlicher Untergrund

Hierzu zählen vor allem Wiesen, Feld- und Waldwege, Sand oder Trails mit einer Mischung verschiedener natürlicher Wege und vergleichsweise zahlreichen Unebenheiten. Weil Naturboden eine sehr gute Dämpfung besitzt, braucht sich der Läufer nur wenige Sorgen um heftige Stoßbelastungen zu machen. Wer sich sowieso gern in der Natur aufhält, schätzt außerdem die Abwechslung, die saubere Luft, das Vogelgezwitscher und die eine oder andere unerwartete Hürde aus umgefallenen Bäumen oder besonders großen Steinen.

Gerade für Anfänger und Läufer mit Gelenkproblemen ist die Entscheidung, auf Naturboden zu laufen optimal. Ihre Muskulatur ist in der Regel nicht so stark ausgeprägt, wie bei durchtrainierten Sportlern und die Laufgeschwindigkeit spielt keine entscheidende Rolle. Außerdem eignen sich Sand oder Gras hervorragend für das Barfußlaufen. Für Anfänger eine ganz besondere Erfahrung und für Profis eine gute Möglichkeit, die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur ganz gezielt zu kräftigen. Außerdem durchbrechen sogenannte Trailläufe immer wieder und in unregelmäßigen Abständen den Laufrhythmus. Neben dem Naturerlebnis helfen sie damit außerordentlich, ohne besonderen zusätzlichen Aufwand, die Koordination zu verbessern.

Allerdings birgt das Laufen auf natürlichem Untergrund auch einige Gefahren. Je nach Trainingsgelände sind längere Bergabläufe oft nicht zu vermeiden. Diese sind für die Gelenke rechts strapaziös und vor allem die Knie werden dabei besonders stark belastet. Besser ist eine relativ ebene Strecke, bei der die Belastung ausgewogen bleibt. Außerdem ist es in der Natur ganz wichtig, "mit allen Sinnen" zu laufen, um nicht über Wurzeln zu stolpern oder in Löchern umzuknicken.

Laufen auf Sand ist sehr anstrengend und fordert in extremen Maß die Schienbeinmuskulatur. Deshalb ist das Laufen langer Strecken im Sand ein wenig mit Vorsicht zu genießen. So manche ein Läufer hat sich dabei schon schmerzhafte und langwierige Schienbeinentzündungen zugezogen. Zur zusätzlichen Kräftigung mit kurzen, knackigen Trainingseinheiten, ist Sandboden dagegen ideal. Hierbei gilt die Regel: Langsam beginnen, vorsichtig steigern.

Beton, Pflaster und Asphalt

Der feste und recht harte Untergrund ermöglicht einen besonders gleichmäßigen Laufrhythmus. Das Verletzungsrisiko, beispielsweise durch Umknicken, Stolpern oder gar Stürze ist gering, weil der Boden eben und glatt ist. Gerade wer schnell laufen oder beispielsweise an einem Städtemarathon teilnehmen möchte, kommt an vielen Trainingseinheiten auf Asphalt überhaupt nicht vorbei. Viele Trainer raten sogar zu einem ausgedehnten Asphalttraining, wenn bereits Beschwerden in der Achillessehne oder den Schienbeinen vorliegen. Durch den gleichmäßigen Rhythmus beim Laufen werden diese Problemzonen dann weniger stark belastet.

Die vergleichsweise hohe Stoßbelastung lässt sich bis zu einem gewissen Grad durch eine gute Dämpfung der Laufschuhe kompensieren. Während die Härte des Asphalts nicht gerade positiv auf die Wirbelsäule und die Gelenke wirkt, können geeignete Lauschuhe viel dazu beitragen, diesen Nachteil wieder auszugleichen.

Ähnlich, wie bei den Läufen auf Naturböden ist auch auf Asphalt oder Beton das Abwärtslaufen für den Bewegungsapparat besonders belastend und sollte immer vorsichtig angegangen werden.

Dass eine viel befahrende Straße, aufgrund der Abgase und Gefahren durch die Fahrzeuge zum Training nicht gerade gut geeignet ist, versteht sich von selbst. In vielen Städten und mittlerweile auch in kleineren Ortschaften gibt es zahlreiche, gut ausgebaute Lauf- und Rollerblade-Strecken, die sich abseits des Verkehrslärms befinden und für das Ausdauertraining natürlich viel besser geeignet sind.

Laufen auf der Tartanbahn

Das Material wurde speziell für Läufer entwickelt. Sowohl auf langen als auch kurzen Strecken garantiert es einen äußerst ergonomischen Lauf. Mit der Tartanbahn wurde versucht, die Vorteile von Naturböden und Asphalt zu kombinieren. Die Lauffläche ist eben und hervorragend gedämpft, was müheloses, gleichmäßiges Laufen ermöglicht.

Allerdings hat nicht jeder Hobbysportler die Möglichkeit, auf einer Tartanbahn zu trainieren und selbst für den ambitionierten Läufer wird das ununterbrochene Laufen im Oval ziemlich schnell öde und langweilig. Von Laufspaß kann bald keinerlei Rede mehr sein. Wer allerdings "nur mal eben", ohne Erlebnisfaktor, laufen möchte, ist auf einer Tartanbahn bestens aufgehoben. Auch nach besonderen Verletzungen oder für ganz spezielle Trainingseinheiten ist der Belag bestens geeignet.

Am Ende noch ein paar Sätze zum Laufband

Immer auf der Stelle zu laufen ist für die meisten Läufer weder besonders aufregend, noch erstrebenswert. Trotzdem bietet das Laufband bei miesem Wetter eine gute Möglichkeit, die eine oder andere Trainingseinheit zu absolvieren. Aufgrund sehr guter Dämpfungseigenschaften eignen sich gerade höherwertige Laufbänder hervorragend zum Barfußlaufen. Auch gezielte Fußgymnastik lässt sich darauf, entweder in den eigenen vier Wänden oder im Studio, perfekt durchführen.

Foto: (c) amriphoto | istockphoto

 

Fazit

  • Naturliebhaber und vor allem Hobbyläufer sollten sich nicht davon abhalten lassen, auf Wiesen, im Sand, auf Waldboden bzw. auf alledem abwechselnd zu laufen.
  • Um Stolperfallen auszuweichen, ist dabei jedoch eine gewisse Vorsicht geboten.
  • In geeigneten Schuhen und mit gut trainierter Muskulatur sind Asphalt oder Beton als Laufuntergründe, besser als ihr Ruf.
  • Um genügend Abwechslung in das tägliche Training zu bringen empfiehlt sich ein intelligenter Mix aus Naturboden, Asphalt und Laufband.
 
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Kommentare

Verschiedene Laufuntergründe im Vergleich
... Also, ich laufe grundsätzlich lieber auf asphaltierten Straßen, besonders gerne wenn diese naß sind. - In Berlin haben wir reichlich Straßen im / am Wald, die zudem für den Autoverkehr gesperrt sind ... . - Somit keinerlei Probleme richtig ins Rollen zu kommen. VG GG
Günter Gahlert (Berlin)
11 November 2012 - 01:23

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