Sportverletzung: Ursache, Behandlung & Vorbeugen
Sportverletzung beim Lauftraining
Laufen ist ein idealer Sport, um das Herz-Kreislaufsystem gesund zu erhalten, alle Körperzellen mit Sauerstoff zu versorgen und fit und gesund zu bleiben. Wie bei allen anderen Disziplinen kann es aber auch beim Laufen zu einer Sportverletzung kommen, deren Gründe meistens in einer Überlastung der Muskeln und Gelenke liegen und die seltener durch Unfälle verursacht werden. Durch ein vernünftig dosiertes Trainingsprogramm und das Einhalten bestimmter Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Verletzungen beim Laufsport aber weitestgehend vermeiden. Dabei geht es vor allem darum, die Belastbarkeit des Bewegungsapparats zu steigern, um den Belastungen durch das Lauftraining gewachsen zu sein, während eine bloße Reduktion der Belastung bloß in einen Teufelskreis von immer neuen Sportverletzungen führt.
Welche Läufer sind besonders anfällig für Sportverletzungen?
Einer amerikanischen Studie zufolge muss jeder zweite Läufer mindestens ein Mal pro Jahr verletzungsbedingt sein Training unterbrechen!
Das Risiko, sich beim Laufen eine Sportverletzung zuzuziehen ist dabei bei denjenigen Läufern erhöht, die
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als Laufanfänger oder Wiedereinsteiger mit noch untrainiertem Bewegungsapparat ihre Trainingsumfänge um mehr als zehn Prozent pro Monat steigern
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die Körpersignale wie Schmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung nicht beachten
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die Dehn-, Kraft- und Koordinationsübungen sowie die Aufwärmphase und den Cooldown vernachlässigen und die notwendigen Regenerationszeiten nicht einhalten
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in schlecht passenden oder falschen Laufschuhen trainieren und, im Fall von Fußfehlstellungen, keine ausgleichenden Einlagen tragen
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ihre Muskeln und Gelenke durch eine fehlerhafte Lauftechnik oder ein zu hohes Körpergewicht überlasten
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nach einer Sportverletzung zu früh wieder mit ihrem gewohnten Trainingsprogramm weitermachen
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ihr Training nicht richtig planen und zum Beispiel zu viele Wettkämpfe innerhalb einer Saison absolvieren
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anspruchsvolle Laufuntergründe (z. B. beim Crosslauf) bevorzugen, die die Gefahr des Umknickens oder Stürzens in sich bergen
Die häufigsten Sportverletzungen bei Läufern
Kommt eine Sportverletzung nicht gerade durch einen Unfall zustande, ist es immer das Missverhältnis von der Belastung durch das Lauftraining einerseits und der fehlenden Belastbarkeit des Bewegungsapparats andererseits, das zu überlastungsbedingten Sportverletzungen führt.
Beim Blick auf Untersuchungen zu Sportverletzungen bei Läufern fällt sofort ins Auge, dass es besonders häufig im Bereich der Knie und der Achillessehnen sowie des Rückens zu Verletzungen beim Sport kommt. Während Freizeit- und Hobbyläufer vorwiegend über Knieprobleme und Rückenbeschwerden klagen, haben Leistungssportler überdurchschnittlich oft mit Achillessehnenverletzungen zu tun. Neben diesen besonders stark vertretenen Laufverletzungen zählen auch das Schienbeinkantensyndrom, Entzündungen im Bereich der Fußsohle - wie der Fersensporn - und Ermüdungsbrüche wie der Bruch des Mittelfußknochens zu den typischen Sportverletzungen bei Läufern.
Im Laufsport kommt es relativ häufig zu Verstauchungen im Fußgelenk, aber auch die Knie und die Handgelenke können von diesen [weiter...]
Verrenkungen (Luxationen) können nicht nur die Folgen eines Unfalls sein, sondern kommen auch beim Sport relativ häufig vor. Von einer [weiter...]
Bei einem Muskelfaserriss handelt es sich um eine geschlossene Verletzung der Muskulatur, wobei die Haut unversehrt bleibt. Der Muskelfaserriss, der durch eine ungenügende Dehnfähigkeit des Muskels entsteht, zählt zu den schwereren Formen der Muskelverletzungen, deren harmloseste Varianten in einer Muskelzerrung oder einem Muskelkater bestehen und deren höchste Stufe der Muskelriss darstellt.
Eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen ist ein Bandscheibenvorfall (Prolaps), dessen Vorstufe in einer Bandscheibenvorwölbung besteht. Ein Bandscheibenvorfall ist keine typische Sportverletzung, auch wenn es natürlich Sportarten gibt, die ein erhöhtes Risiko für Bandscheibenvorfälle in sich bergen.
Ganz allgemein versteht man unter einem Bänderriss bzw. einer Bandruptur eine teilweise oder vollständige Zerreißung eines Gelenkbandes. Solche Bänderrisse können als Seitenband- oder Kreuzbandrisse am Knie auftreten, als Bandrupturen in der Handwurzel, im Daumengelenk oder im Ellenbogen, oder auch als Außenbandruptur des oberen Sprunggelenks (Supinationstrauma mit Bandruptur), wovon gerade Läufer, Jogger und Walker häufig betroffen sind.
Nicht nur beim Lauftraining und anderen Sportarten, sondern auch im Alltag können sich Läufer schnell eine Prellung zuziehen, die nicht immer so harmlos ist, wie sie vielleicht auf den ersten Blick zu sein scheint.
Ist die Wasserbilanz im Organismus nicht ausgeglichen, hat das Folgen für das allgemeine Wohlbefinden. Eine Dehydrierung –ein Flüssigkeitsmangel -, aber auch eine Hyperhydrierung – eine Überwässerung – können zur Abnahme der Konzentrationsfähigkeit, zu vorzeitiger Ermüdung und einer starken Einschränkung der Leistungsfähigkeit führen.
Von schmerzhaften Schienbeinkantensyndromen sind vor allem Laufanfänger betroffen, deren Lauftechnik noch zu wünschen übrig lässt und die zu schnelle Trainingssteigerungen vornehmen. Das Schienbeinkantensyndrom, das zu den fünf häufigsten Laufverletzungen gehört, kommt in zwei Varianten vor – als vorderes und als mediales (inneres) Schienbeinkantensyndrom.
Unter einer Unterkühlung versteht man einen Zustand, bei dem die Körpertemperatur deutlich abgesenkt ist (unter 36 Grad). Wird eine Unterkühlung nicht behandelt, kann sie sogar tödlich enden. Man erkennt eine Unterkühlung an folgenden Symptomen: Zittern vor Kälte, ein sehr langsamer Puls, Lethargie und starker Aufmerksamkeitsverlust.
Eine Sportverletzung, die vor allem Wurf-, Fecht- und Tennisspieler betrifft, ist die Kalkschulter (lat.: Tendinosis calcarea). Anders als der Ausdruck Kalkschulter vermuten lässt, handelt es sich bei diesem Schulter-Arm-Syndrom nicht um eine Verkalkung des Schultergelenks, sondern um Kalkdepots in den Strukturen, die das Schulterblatt umgeben.
Sofortmaßnahmen und ärztliche Behandlungen nach einer Sportverletzung
Bei den meisten Laufverletzungen sind Sofortmaßnahmen nach der PECH-Regel zu ergreifen, um die Schmerzen zu lindern, Blutungen zu stillen und Entzündungen und Schwellungen im verletzten Bereich zu reduzieren. Zur Sicherheit sollte auch ein Arzt oder Sportarzt aufgesucht werden, der eine genaue Diagnose der Sportverletzung erstellen und die optimale Therapie in die Wege leiten kann. Sehr oft sind operative Behandlungsmethoden bei einer Laufverletzung unnötig, so dass sich auch mit konventionellen Therapien wie physiotherapeutischen Übungen und Massagen sowie schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten und Injektionen eine schnelle Besserung der Beschwerden erreichen lässt.
Wie Sportverletzungen vorgebeugt werden kann
Um Sportverletzungen möglichst zu verhindern, sollten Läufer einige Regeln beherzigen:
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Laufanfänger, Wiedereinsteiger und Läufer, die nach einer Sportverletzung wieder mit dem Training beginnen, müssen besonders darauf achten, dass sie eine Steigerung der Laufumfänge und Trainingsintensitäten nur ganz allmählich vornehmen, um ihre Muskeln, Sehnen und Gelenke nicht zu überfordern und so das Risiko, sich von neuem zu verletzen, erhöhen.
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Die Regenerationszeiten müssen ebenfalls eingehalten werden, damit der Organismus zwischen den einzelnen Trainingseinheiten genügend Zeit hat, sich von den Belastungen zu erholen.
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Von besonderer Bedeutung bei der Prophylaxe von Sportverletzungen ist das gründliche Aufwärmen vor dem Lauftraining, da das Verletzungsrisiko beim Training mit einer gut erwärmten Muskulatur sinkt.
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Wer mit einer beginnenden Erkältung oder nach einer schlaflosen Nacht läuft, muss sich besonders vor Sportverletzungen hüten, die sich auf Unachtsamkeit zurückführen lassen – zum Beispiel Knochenbrüche oder Prellungen nach einem Sturz.
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Laufen ist nicht für jeden Menschen die ideale Sportart. Wer zum Beispiel stark übergewichtig ist, riskiert dadurch leicht eine Sportverletzung durch eine Überlastung des Bewegungsapparats. In solchen Fällen ist der Wechsel zu einer alternativen Ausdauersportart wie Walken, Schwimmen oder Radfahren sinnvoll.
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Vielen Sportverletzungen lässt sich auch dadurch vorbeugen, dass der Läufer regelmäßig Dehnübungen, Krafttraining und Koordinationsübungen durchführt, um Verkürzungen und Ungleichgewichte in der Muskulatur auszugleichen und seinen Bewegungsapparat weniger anfällig für läufertypische Verletzungen zu machen.
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Nicht wenige Sportverletzungen bei Läufern lassen sich auf Bein- und Fußfehlstellungen zurückführen. Eine Fehlstellungen ausgleichende Einlagenversorgung in gut sitzenden Laufschuhen kann da Abhilfe schaffen und so eine zu starke Pronation oder Supination verhindern.
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Nicht zuletzt kann auch eine fehlerhafte Lauftechnik wie das Laufen mit einer zu großen Schrittlänge der Grund für das Auftreten von überlastungsbedingten Sportverletzungen sein. Betroffene Läufer sollten daher ihre Lauftechnik optimieren.
Die ärztliche Behandlung
In der manuellen Medizin ist die Hand des Arztes das einzige Instrument zur Untersuchung und „BeHANDlung“. Nur mit Hilfe seiner Hände und ohne den Einsatz von technischen Hilfsmitteln diagnostiziert der Arzt beispielsweise Blockaden in den Gelenken aufgrund einer Laufverletzung.
Die manuelle Therapie, bei der bestimmte Handgriffe angewandt werden, um Rückenleiden zu behandeln oder ausgekugelte Gelenke wieder einzurenken, ist ein fester Bestandteil der klassischen Physiotherapie. Diese Methode der ärztlichen Behandlung ist seit der Antike bekannt und gilt unter anderem als Vorläufer der Chiropraktik und der Osteopathie. Die Behandlung mit Hilfe der Hände zählt dabei nicht zu den alternativen Behandlungsformen, da die ihr zugrunde liegenden Theorien und Konzepte größtenteils mit denen der Schulmedizin vereinbar sind.
Ziel der ärztlichen Behandlungen
Das Ziel jeder ärztlichen Behandlung ist es, die vom Patienten geäußerten Beschwerden genau zu diagnostizieren, die akuten Schmerzen zu lindern und durch die optimale Therapie die Ursachen der gesundheitlichen Probleme zu beseitigen. Auch bei der manuellen Medizin geht es darum, durch die Untersuchung mit der Hand Funktionsstörungen am Bewegungsapparat zu diagnostizieren und zu therapieren. Zu den Behandlungsmethoden der manuellen Therapie zählen unter anderem die Gelenkmobilisation und die Gelenkmanipulation sowie Techniken zur Muskeldehnung und Reflexzonenmassage. Die manuelle Therapie ist in der Regel eine schmerzfreie Behandlung und wird häufig mit krankengymnastischen Übungen kombiniert, die dem Ziel dienen, die Muskulatur so nachhaltig zu stärken, dass die Gelenke entlastet werden.
Zwar ist durch Behandlung der Symptome einer Gelenkblockade noch nicht deren Ursache therapiert, aber zumindest kann der Arzt oder Physiotherapeut die akuten Beschwerden des Läufers lindern, während er gleichzeitig die optimale Therapie einleitet, um eine dauerhafte Beschwerdefreiheit des Sportlers zu erzielen. Die Behandlung von Laufverletzungen durch die manuelle Medizin mit dem Ziel der Beschwerdelinderung sollte immer mit einer kausalen Therapie der Erkrankung verbunden werden, um künftigen Gelenkblockaden vorzubeugen.
Praxis der Behandlung bei der manuellen Therapie
Bei einer Behandlung bzw. einer Therapie mit den Händen reizt der Arzt über seine Hand die Rezeptoren in der Haut, den Gelenken, den Sehnen, den Bändern oder den Muskeln seines Patienten – je nachdem, welcher Art die Sportverletzung ist und welche Form der Behandlung der Arzt wählt. Häufig kommt die Chirotherapie bei der Behandlung von Laufverletzungen zum Einsatz. Dabei werden durch mobilisierende und manipulierende Techniken Funktionsstörungen in den Gelenken der Wirbelsäule und der Extremitäten behandelt.
Schmerzen in den Muskeln und den Gelenken des Bewegungsapparats können nicht nur durch Sportverletzungen entstehen, sondern sind oft durch mangelnde Beweglichkeit mit verursacht. Verspannte Muskeln können die Gelenke blockieren und an ihrer freien Beweglichkeit hindern. Ziel der Behandlung mit Hilfe der manuellen Therapie ist es dann, die häufig verkürzten Muskeln zu dehnen und die Beweglichkeit der Gelenke durch deren Mobilisierung zu verbessern. Gelingt das, reduzieren sich auch die Schmerzen oder lösen sich sogar vollständig auf.
Bei den Mobilisationstechniken werden drei Formen der Behandlung unterschieden:
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die Traktion: Bei dieser Behandlungsmethode wird das Gelenk gedehnt, wodurch es zu einer Druckentlastung und damit auch zur Schmerzlinderung kommt. Gleichzeitig lässt sich durch diese Behandlung die Beweglichkeit des Gelenks verbessern.
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das translatorische Gleiten: Behandelt der Therapeut die Gelenke derart, dass er die einzelnen Gelenkanteile vorsichtig gegeneinander verschiebt, um das Gelenkspiel zu verbessern, spricht man vom translatorischen Gleiten.
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die Weichteilbehandlung: Die Weichteile werden durch verschiedene Techniken zur Dehnung und Entspannung der Muskulatur behandelt, die sich dadurch optimal dem verbesserten Gelenkspiel anpassen kann.