
Schwitzen ist eine gesunde und lebensnotwendige Reaktion, die es dem Körper ermöglicht, sich vor Überhitzung zu schützen. Bei hohen Außentemperaturen und bei intensivem Lauftraining produzieren Sportler viel überschüssige Wärme, von der sich der Organismus durch Schweiß und Schwitzen befreit.
Da sich aber das Laufen nicht nur positiv auf die Muskelstärke und die Knochenfestigkeit auswirkt, sondern das Prinzip der Superkompensation sich auch für das Schweißdrüsensystem gilt, schwitzen gute trainierte Läufer nicht weniger, sondern mehr als Sportler mit einem schlechten Trainingszustand: So ist ein fortgeschrittener Läufer in der Lage, pro Stunde Laufen über zwei Liter Schweiß auszuschwitzen, während es ein Laufanfänger durchschnittlich auf weniger als einen Liter bringt, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass die Menge der Schweißproduktion auch genetisch bedingt und so bei jedem Sportler individuell verschieden ist.
Schwitzen schützt den Körper vor Überhitzung
Steigt die Körpertemperatur beim Lauftraining oder während eines Wettlaufs allmählich an, und ist der Körper daher bestrebt, die Temperatur wieder zu regulieren, tut er das über die Funktion der rund zwei Millionen Schweißdrüsen, die über die gesamte Hautoberfläche verteilt sind. Die höchste Schweißdrüsenkonzentration weisen dabei die Handteller, die Fußsohlen und die Stirn auf. Über diese Schweißdrüsen kann der Körper zur Thermoregulierung Wasser auf der ganzen Haut verteilen. Da der Wasserfilm wegen der überschüssigen Körperwärme verdunstet, entsteht eine Verdunstungskälte, die dazu führt, dass der Körper sich wieder abkühlt. Für die Temperaturregulierung unverzichtbar sind dabei die Kälte- und Wärmerezeptoren, die sich in der Haut befinden und ihre Informationen ans Gehirn weiterleiten, das die richtige Körpertemperatur ständig überprüft und bei Bedarf reguliert.
Wie stark jemand schwitzt, hängt dabei nicht nur von der Dauer und Intensität des Trainingsprogramms ab, sondern auch von der Art der Bekleidung, dem Körpergewicht sowie dem Gesundheitszustand und den hormonellen Gegebenheiten ab. Eine wichtige Rolle beim Schwitzen spielt auch die Außentemperatur, wobei schwül-heißes Wetter besondere Probleme mit sich bringt, weil der Schweiß aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit nicht verdunsten kann.
Das Schwitzen hat aber noch eine weitere Schutzfunktion für den Körper, denn der Schweiß, der sich aus Wasser, Harnstoff, Natriumchlorid, Ammoniak und Harnsäure zusammensetzt, bildet einen Säureschutzmantel auf der Haut, der in der Lage ist, Krankheitserreger von außen abzuwehren.
Worauf schwitzende Läufer achten sollten
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Durch das Schwitzen und den Schweiß geht nicht nur Wasser verloren, wie weiter oben ausgeführt, sondern unter anderem auch Mineralstoffe – allen voran Natriumchlorid. Diese Elektrolytverluste müssen daher ebenso ausgeglichen werden wie die Flüssigkeitsverluste durch das Laufen. Je intensiver trainiert wird, je höher die Außentemperatur und je länger die Laufstrecken ist, desto mehr geraten Läufer ins Schwitzen, und desto mehr müssen sie folglich zwischendurch trinken, um Dehydrierungen zu vermeiden. Bei Marathonwettkämpfen sollten daher grundsätzlich alle Verpflegungsstellen auf der Strecke angelaufen werden, um sich mit Mineralwasser und Elektrolytgetränken zu versorgen. Auf langen Trainingsstrecken sind Trinkgürtel sinnvoll, um die Flüssigkeitsverluste durch das Schwitzen schnell wieder zu kompensieren.
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Die Laufbekleidung sollte den Außentemperaturen angepasst sein und dementsprechend im Sommer leichter ausfallen als im Winter. Besser als Materialien aus Baumwolle, die den Schweiß aufsaugen, sind Laufunterwäsche, Laufhosen, Laufjacken und Laufshirts aus Funktionsmaterialien geeignet, die dafür sorgen, dass die Flüssigkeit nicht im Gewebe bleibt, sondern weiter transportiert wird.
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Die Abkühlung durch die Verdunstung des Schweißes kann leicht zu einer Unterkühlung führen, wenn die Läufer sich nach dem Training nicht rasch von ihrer verschwitzen Kleidung befreien und trockene Sachen anziehen. Wer die feuchte Laufbekleidung nicht schnell auszieht, riskiert Erkältungen, einen steigen Hals und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen.
Was hilft gegen übermäßiges Schwitzen?
Übermäßiges Schwitzen, auch im normalen Alltag, ist den betroffenen Personen nicht nur äußerst unangenehm, sondern kann überdies der Hinweis auf eine Erkrankung sein, die vom Arzt diagnostiziert und behandelt werden sollte. Krankheiten, die mit verstärktem Schwitzen einhergehen sind unter anderem Schilddrüsenüberfunktionen, Parkinson, Rheuma, Krebs, Diabetes mellitus, Herzinfarkt sowie viele Infektionskrankheiten – von Grippe über Tuberkulose bis hin zu Aids. Übermäßiges Schwitzen kann auch eine eigenständige Krankheit sein – die Hyperhidrose. Vor allem Frauen in den Wechseljahren kennen die hormonell bedingten Schweißausbrüche gut, von denen auch Läuferinnen nicht verschont bleiben. Auch eine Schwangerschaft oder die monatliche Regel können von verstärktem Schwitzen begeleitet sein.
Vom krankhaften Schwitzen und den thermoregulatorischen Schweißausbrüchen zu unterscheiden ist das nervöse Schwitzen, das bei vielen Menschen in Situationen zu Tage tritt, die sie als stressig, angstbesetzt oder peinlich empfinden. Fast jeder kennt wohl die vor Aufregung feuchten Hände, die interessanterweise beim Schwitzen zur Regulierung der Körpertemperatur meist trocken bleiben, während das Gesicht von Schweißperlen bedeckt ist. Gegen die nervöse und hormonell bedingte Form des Schwitzens gibt es viele Möglichkeiten der Selbstbehandlung:
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Es gibt spezielle Deodorants (oft mit Aluminiumverbindungen), die ein Zusammenziehen der Schweißdrüsen bewirken und so Achselschweiß verringern
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Gegen den „strengen“ Geruch unter den Achseln helfen diese Antitranspirants zwar nicht, aber dafür kann die Geruchsbildung bei der bakteriellen Zersetzung des Schweißes durch Waschen mit ph-neutralen Waschlotionen vermindert werden
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Das Trinken von mehreren Tassen Salbeitee pro Tag ist ein bekanntes Hausmittel, um übermäßiges Schwitzen zu reduzieren, denn Salbei hat eine zusammenziehende Wirkung auf die Schweißdrüsen
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Wer leicht schwitzt, sollte auf scharf gewürztes Essen verzichten und seinen Alkohol- und Kaffeekonsum einschränken, da sie das Schwitzen verstärken
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Da übergewichtige Menschen ebenfalls leichter ins Schwitzen geraten als normalgewichtige, zählt auch das Abnehmen zu den möglichen Maßnahmen gegen übermäßige Schweißbildung
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Synthetische Materialien sollten gemieden werden
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Auch das Anziehen nach dem „Zwiebelprinzip“ hat sich bewährt, da sich eine Weste oder ein Pullover über einem Hemd oder einer Bluse getragen, bei einem plötzlichen Schweißausbruch problemlos ausziehen lassen
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Speziell das nervöse Schwitzen lässt sich gut durch Entspannungstechniken wie das Autogene Training verringern
Die ärztlichen Therapiemöglichkeiten reichen von Botulinum-Injektionen, über Medikamente und Gleichstromanwendungen zur Dämpfung der Schweißdrüsenaktivität, bis hin zum chirurgischen Entfernen von Schweißdrüsen (zum Beispiel in den Achselhöhlen).
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