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09.05.2012 von

Max Planck Diät

Die unseriösen Versprechungen der Max Planck Diät

Max Planck Diät

Eine Diät, die sich auf Max Planck, den Begründer der Quantenphysik, beruft, erweckt naturgemäß Interesse und Neugier. Leider aber ist die Max Planck Diät, die seit mehr als 30 Jahren per Mundpropaganda und im Internet kursiert (Quelle: diaet-clique.de) nur ein Etikettenschwindel: Denn diese Diät hat nichts mit dem Physiker zu tun und auch das nach ihm benannte und hoch geschätzte Max Planck Institut distanziert sich von ihr.

Was verspricht die Diät?

Die Crash-Diät macht völlig unrealistische Versprechen. So soll es angeblich möglich sein, innerhalb von nur zwei Wochen ganze neun Kilogramm Gewicht zu verlieren! Aber damit nicht genug: Die Max Planck Diät, die viel mit der Low Carb Diät gemeinsam hat, wirbt auch noch damit, dass in diesen 14 Tagen eine grundlegende Veränderung des Stoffwechsels stattfinde, die dazu führen würde, dass es drei Jahre lang zu keiner erneuten Gewichtszunahme kommt!

Wie das geschehen soll, ist auf Focus.de kurz zusammengefasst: Die Diät erlaubt 400 bis 800 Kalorien am Tag, wobei nur zwei bis drei Mahlzeiten gestattet sind. Welche Lebensmittel gegessen werden dürfen, ist ganz genau vorgegeben. Abweichungen von der Regel sind nicht erlaubt. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Ernährungsform, die Kohlenhydrate stark reduziert und stattdessen auf Fleisch, Geflügel, Eier und andere Eiweißträger setzt.

Wie sieht der Max Planck Diätplan aus?

Bei der Max Planck Diät handelt es sich um einen strengen Wochenplan, der zwei Mal hintereinander durchgeführt wird. Die ersten und die zweiten sieben Tage sehen laut diaet-clique.de folgendermaßen aus:

  • Tag 1: Frühstück – schwarzer Kaffee, Mittagessen – zwei gekochte Eier mit Spinat, Abendessen – ein großes Steak mit Sellerie und Salat
  • Tag 2: Frühstück – schwarzer Kaffee und ein Brötchen, Mittagessen – Steak, grüner Salat und Früchte, Abendessen – gekochter Schinken
  • Tag 3: Frühstück – wie Tag 2 der Max Planck Diät, Mittagessen – zwei gekochte Eier, Salat und Tomaten, Abendessen – gekochter Schinken und grüner Salat
  • Tag 4: Frühstück – wie Tag 2 und 3, Mittagessen -   ein gekochtes Ei mit Schweizer Käse und Mohrrüben, Abendessen -  Joghurt natur und Früchte
  • Tag 5: Frühstück – schwarzer Kaffee und Mohrrüben mit Zitrone, Mittagessen – gedünsteter Fisch und Tomaten, Abendessen – ein Steak mit grünem Salat
  • Tag 6: Frühstück – schwarzer Kaffee und ein Brötchen, Mittagessen – gegrilltes Huhn, Abendessen – zwei gekochte Eier und Mohrrüben
  • Tag 7: Frühstück – Tee mit Zitrone, Mittagessen – ein gegrilltes Steak mit Früchten, Abendessen – freie Auswahl!

Nach Beendigung dieser ersten Max Planck Diätwoche wiederholt sich der Plan in der zweiten Woche nochmals.

Was ist von der Max Planck Diät zu halten?

Wie die diaet-clique.de meint, sind nicht nur die versprochenen 9 kg Gewichtsverlust völlig unrealistisch, sondern erst recht die angeblichen Stoffwechselveränderungen, die sich in nur 14 Tagen Ernährungsumstellung ergeben sollen. Wer nach Beendigung der Max Planck Diät nicht seine Kalorienzufuhr begrenzt und für regelmäßige sportliche Betätigung sorgt, wird genauso wenig vor dem Jojo-Effekt bewahrt wie Leute, die andere Crash-Diäten durchführen.

Diese Auffassung teilt auch die-abnehm-seite.de, die mit Stiftung Warentest empfiehlt, die Finger von der Max Planck Diät zu lassen. Unter test.de ist zu lesen, dass die Max Planck Diät, die zu den Eiweiß-Diäten oder Low Carb Diäten gerechnet wird, weniger bis gar nicht zum Abnehmen geeignet ist.

Das präzisiert focus.de. Das Nachrichtenmagazin weist auf die extreme Einseitigkeit dieser Diät hin, die zu einer Überversorgung mit Eiweiß und einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen führt. Durch die sehr fettarme Max Planck Diätform kann es vor allem zu einem Mangel an den fettlöslichen Vitaminen A, D und E kommen, weiß die-abnehm-seite.de.

Was sagt die Max Planck Gesellschaft selbst zu dieser Diätform?

Auf der Website der Max Planck Gesellschaft mpg.de findet sich ein sehr aufschlussreicher Artikel, aus dem klar hervorgeht, dass sich die Wissenschaftler von der Diät distanzieren. Das Institut warnt davor, diese Ernährungsform zur Gewichtsreduktion zu nutzen, da es zu dauerhaften Gesundheitsschäden wie Gicht, Gallenleiden und Nierensteinen kommen könne.

Bezüglich der versprochenen Gewichtsverluste wird vorgerechnet, dass es selbst mit einer Nulldiät nicht möglich ist, 700 Gramm pro Tag abzunehmen, wie es die Max Planck Diät verspricht. Ohne Kalorienaufnahme sind „nur“ 500 Gramm Gewichtsreduktion realistisch.

Ein wirklich wissenschaftlicher Tipp

Wissenschaftlich fundiertes Abnehmen mit Erkenntnissen von Max Planck gibt es also nicht, dafür aber zum Schluss einen kleinen Tipp von Petra Schüssler, einer Wissenschaftlerin am Max Planck Institut, die sich zu einer Studie äußerte, die die physiologischen Reaktionen beim Betrachten von Bildern verschiedener Speisen untersuchte.

Bei der Untersuchung kam heraus, dass es durch den Anblick leckerer Lebensmittel zu unwillkürlichen körperlichen Prozessen (Anstieg der Ghrelin-Konzentration im Blut) kommt, die den Appetit beeinflussen. Die Wissenschaftlerin rät daher allen Übergewichtigen, Bilder von schmackhaften Lebensmitteln möglichst zu meiden.

 

Foto: © Jacek Chabraszewski – Fotolia.com

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