
Die Muskelzerrung zählt zu den häufigsten Sportverletzungen und gehört wie der Muskelfaserriss und der Muskelriss zu den geschlossenen Muskelverletzungen, die die Haut nicht in Mitleidenschaft ziehen. Von Muskelzerrungen können alle Muskelpartien betroffen sein, aber bei Läufern sind es aber vor allem die Muskeln der Waden und Oberschenkel - wie etwa die Adduktoren. Das Besondere an Muskelzerrungen ist, dass sie nicht infolge von äußeren Einflüssen wie Tritten oder Schlägen entstehen, sondern sich allmählich entwickeln. Durch eine übermäßige Dehnung des Muskels kommt es zu einer raschen und starken Kontraktion, die zu einer Muskelverhärtung und sich krampfartig verstärkenden Schmerzen führt, wobei die Muskelfasern allerdings nicht geschädigt werden. Nur dann, wenn der Läufer bei einer auftretenden Muskelzerrung trotz der Beschwerden sein Trainingsprogramm weiter fortführt, besteht die Gefahr, dass sich aus der anfänglichen Zerrung des Muskels ein Muskelfaserriss entwickelt.
Die Symptome von Muskelzerrungen
Eine Muskelzerrung macht sich durch teilweise krampfartige Schmerzen bemerkbar, die mit mehr oder weniger starken Einschränkungen der Muskelfunktionen einhergehen. Der sich verhärtende Muskel verursacht kontinuierlich steigende Beschwerden, die mit einem Ziehen und leichten Schmerzen anfangen und sich schließlich zu schweren Krämpfen verstärken können. Die Muskelzerrung tritt also nicht plötzlich auf, wie es bei Muskelrissen der Fall ist, wobei es die Entzündungsreaktionen sind, die für die Schmerzen verantwortlich sind.
Von außen sichtbar ist eine Muskelzerrung nicht, da die Muskelfasern unverletzt bleiben und es auch nicht zu Blutungen ins umliegende Gewebe kommt.
Die Ursachen der Muskelzerrung
Anderes als beim Muskelfaserriss ist die Ursache der Muskelzerrung nicht in einer Schädigung einzelner Muskelfasern zu finden, sondern in einem gestörten Muskeltonus bzw. einer gestörten Regulation der Muskelfunktion. Der Auslöser für Muskelzerrungen bei Läufern ist meist ein rascher Belastungswechsel beim Lauftraining, vor allem dann, wenn noch andere Faktoren mit hinzukommen wie:
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kühle Außentemperaturen
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ein zu kurzes Aufwärmprogramm vor dem Laufen
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Laufen trotz Müdigkeit oder schlechtem Gesundheitszustand
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erschöpfte Muskeln aufgrund zu geringer Regenerationszeiten
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Flüssigkeitsmangel oder Nährstoffmangel (Elektrolytmangel)
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Fußfehlstellungen oder schlecht angepasste Laufschuhe
Das Risiko für das Auftreten einer Muskelzerrung ist übrigens auch bei denjenigen Läufern erhöht, die bestimmte leistungssteigernde Anabolika einnehmen!
Gezerrte Muskeln diagnostizieren
Da eine Muskelzerrung von außen nicht sichtbar ist, muss sich der behandelnde Arzt bei der Diagnose auf die Schilderung der Symptome verlassen sowie auf die Überprüfung der Muskelfunktionen, die im Fall einer Muskelzerrung Einschränkungen in unterschiedlich starkem Ausmaß aufweisen. Die sonst üblichen ergänzenden Diagnoseverfahren wie Ultraschalluntersuchungen oder Kernspintomographien sind bei Muskelzerrungen sinnlos, da die Zerrung keine Veränderung der Muskelfasern zur Folge hat und somit mit bildgebenden Verfahren auch nicht sichtbar gemacht werden kann.
Zerrungen der Muskulatur behandeln
Bei der Therapie der Muskelzerrung besteht das Ziel darin, die Fehlsteuerung, die zu einer Entgleisung der Muskelspannung geführt hat, wieder zu beseitigen und so die Entspannung des verhärteten Muskels zu ermöglichen. Wie bei vielen anderen Laufverletzungen auch, lassen sich die akuten Beschwerden durch eine Vorgehensweise nach der PECH-Regel lindern – pausieren, Eisanwendungen, Compression des gezerrten Muskels und Hochlagerung des schmerzenden Beins. So lassen sich die Schmerzen und Entzündungsreaktionen in der gezerrten Muskulatur reduzieren. Auch schmerzlindernde und entzündungshemmende Tabletten und Salben können gute Dienste leisten bei der Erstversorgung einer Muskelzerrung.
Nach rund fünf Tagen Laufpause ist es sinnvoll, durch krankengymnastische Übungen den gezerrten Muskel zu kräftigen und zu dehnen, was die Fähigkeit zur Entspannung und Regeneration des Muskels erhöht. Der Physiotherapeut wird darauf achten, dass nicht bis in den Schmerz hinein geübt wird, was im übrigen auch für Sportarten wie Fahrradfahren oder Schwimmen gilt, die als alternative Trainingsmöglichkeiten bei Muskelzerrungen in Frage kommen.
Je nach der Schwere und dem Ausmaß der Verletzung dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis eine Muskelzerrung vollständig ausgeheilt ist und der Läufer sein normales Trainingsprogramm wieder auf sich nehmen kann.
Muskelzerrungen vorbeugen
Um das Risiko für das Auftreten einer Muskelzerrung so weit wie möglich zu reduzieren, ist eine ganze Reihe von Maßnahmen geeignet:
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Gerade bei kühlen Außentemperaturen sollte das Aufwärmen vor dem Training mindestens 15 Minuten dauern, da Kälte Muskelzerrungen begünstigt.
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Um eine Auskühlung der Muskulatur zu verhindern, sollte entsprechende Laufbekleidung aus Funktionsmaterialien getragen werden.
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Da auch der mit hohen Außentemperaturen und verstärktem Schwitzen einhergehende Flüssigkeits- und Elektrolytverlust Muskelzerrungen begünstigt, ist es wichtig, ausreichend zu trinken und vor allem Salzmangel zu vermeiden.
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Läufer mit Fußfehlstellungen können viel zur Prophylaxe von Muskelzerrungen beitragen, indem sie sich Fehlstellungen ausgleichende Laufschuhe anpassen lassen.
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Durch regelmäßige Dehnübungen und ein Krafttraining für die Muskulatur wird ein besserer Trainingszustand erreicht, der das Risiko für Muskelzerrungen verringert
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