
Zu der Frage, ob Frauen Männer zumindest in Ausdauerdisziplinen einholen können, gibt es unterschiedliche Meinungen. Während etwa der Sportmediziner Dr. Ernst van Aaken dieser Auffassung ist, glaubt die norwegische Marathonweltmeisterin Grete Waitz nicht, dass Frauen ihre männlichen Sportkollegen einholen oder gar übertreffen können. Die Leistungsfähigkeit von Frauen beim Laufen liegt immer noch zwischen 8 und 14 Prozent unter der von Männern, was auch für andere Ausdauersportarten gilt, sodass sich keine Tendenz zur Angleichung der Ergebnisse mit zunehmender Dauer der Belastung herauskristallisiert.
Welche Unterschiede gibt es zwischen Männern und Frauen beim Laufen?
Schaut man sich die Muskelfaserverteilung, die Herzfrequenzen und den Laktatspiegel bei sportlicher Belastung an, sind keine großen Unterschiede zwischen Männern und Frauen festzustellen. Bis zum Einsetzen der Pubertät zeigen sich keine Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern. Danach aber werden die genetisch und hormonell bedingten Unterschiede zwischen Männern und Frauen deutlich und bleiben fortan auch erhalten:
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Frauen haben einen höheren Körperfettanteil, der sie bei Sportarten wie Langstreckenschwimmen vor Auskühlung schützt und ihnen zusätzlichen Auftrieb gibt. Diese rund 10 Prozent mehr Körperfett sind allerdings auch mit daran schuld, dass Frauen das Laufen schwerer fällt als Männern, weil Männer weniger „totes Gewicht“ mit sich herumtragen.
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Die weicheren Muskeln und Bänder der Frauen prädestinieren sie für Sportarten wie Tanz und Gymnastik. Da das weibliche Bindegewebe sowie die Wirbelsäule aber auch anfälliger sind als bei Männern, müssen Frauen diesen Nachteil durch geeignete Übungen wie Rumpfgymnastik ausgleichen.
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Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems, der Lungenkapazität und der Blutmenge sind eindeutig die männlichen Sportler im Vorteil. Frauen haben ein um bis zu 15 Prozent kleineres relatives Herzvolumen, eine kleinere Lunge und eine geringere Atemleistung. Zudem weist ihr Blut 10 bis 15 Prozent weniger Hämoglobin auf als das Blut von Männern, das eine höhere Sauerstofftransportkapazität besitzt.
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Frauen haben zudem eine um 15 Prozent niedrigere maximale Sauerstoffaufnahmekapazität als Männer. Sie besitzen 20 Prozent weniger Mitochondrien (Zellkraftwerke), und ihr Testosteronspiegel ist zehn Mal niedriger als bei Männern.
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Wenn Frauen sich maximal anaerob belasten, braucht ihr Organismus eine höhere Adrenalinausschüttung als der Organismus eines Mannes.
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Ein weiterer Punkt, der bei der Betrachtung der Unterschiede zwischen Frauen und Männern beim Laufsport ins Auge fällt, ist der höhere Muskelanteil der Männer, der die Ursache dafür ist, dass Männer mehr Kraft entwickeln können als Frauen. Zum Vergleich: Frauen besitzen eine Muskelmasse von rund 25 bis 30 Prozent; bei den Männern sind es hingegen 40 bis 50 Prozent!
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Nicht den genetischen Unterschieden, sondern der Schuhmode zuzuschreiben ist die Tatsache, dass Frauen eher als Männer zu Muskelverkürzungen und Achillessehnenbeschwerden neigen als Männer. Der Grund dafür ist das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen, denen viele Frauen nicht widerstehen können.
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Nur 10 bis 15 Prozent aller Wettkampfläufer sind weiblich. Dafür aber stellen für Frauen Fitness und eine gute Figur starke Motivationsgründe dar, häufig und intensiv zu trainieren.
Welche Vorteile Frauen beim Laufen haben
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Da Frauen in der Regel kleiner und leichter als Männer sind und zudem langsamer laufen, wird ihr Bewegungsapparat beim Lauftraining weniger stark belastet als das der männlichen Läufer.
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Die Regenerationszeiten von Frauen sind etwas kürzer als die von Männern.
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Ein weiterer Unterschied zwischen Männern und Frauen beim Laufen besteht darin, dass Frauen freie Fettsäuren besser verbrennen können als Männer. Deshalb sind Läuferinnen den Läufern bei sehr langen Laufstrecken überlegen.
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Frauen haben aufgrund der größeren Dehnbarkeit von Muskulatur und Bindegewebe ein geringeres Verletzungsrisiko als Männer – vorausgesetzt, dass sie sich diesen Vorteil durch Training erhalten.
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Läuferinnen unterscheiden sich von Läufern häufig auch darin, dass sie ihre Kräfte besser einteilen und so Überanstrengungen und Verletzungen wegen Übermüdung vermeiden.
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