
Auch wenn offene Wunden manchmal nur oberflächlich sind, ist es wichtig, sie so schnell wie möglich zu versorgen, um zu verhindern, dass Schmutz und Bakterien in die Blutbahn eindringen, wo sie zu Wundinfektionen und Blutvergiftungen führen können, die schlimmstenfalls den Tod zur Folge haben können.
Eine offene Wunde ist eine Verletzung der Haut oder Schleimhaut, die meistens durch äußere Gewalteinwirkung entsteht und dadurch gekennzeichnet ist, dass durch sie ein direkter Zugang zu einem Blutgefäß besteht. Ist die Verletzung schwerer als es bei kleinen Schürfwunden der Fall ist, können auch tiefer gelegene Strukturen in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn nicht nur die Haut verletzt ist, sondern auch Muskeln, Sehnen oder Nerven betroffen sind, ist es mit einer Stillung der Blutung und der Desinfektion der offenen Wunde nicht getan; nach der Erstversorgung der Sportverletzung sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Sportler, die während des Lauftrainings das Pech haben, zu stürzen oder sich an einem Dorn zu ratschen, sollten die offene Wunde unverzüglich reinigen und desinfizieren, auch wenn sie ihr Trainingsprogramm dazu abbrechen müssen. Wer sich bei einem Marathonlauf eine blutende Verletzung zuzieht, tut gut daran, die offene Wunde fachmännisch von einem Sanitäter versorgen zu lassen, um spätere Komplikationen zu vermeiden. In den meisten Fällen kann der Wettkampf nach der Behandlung weiter fortgesetzt werden.
Wodurch sich Läufer offene Wunden zuziehen können
Blutende Verletzungen und offene Wunden können beim Lauftraining dadurch entstehen, dass sich der Läufer an einer Dornenhecke oder einem Zaun ratscht, beim Barfußlaufen auf Scherben oder spitze Steine tritt, sich blutende Brustwarzen oder Blasen läuft, infolge von Ermüdung oder Unachtsamkeit stürzt oder durch ein Tier – meist einen frei laufenden Hund - gebissen wird. Bei einem Hundebiss oder auch nur einer Kratzwunde ist auf alle Fälle ein Arzt aufzusuchen, da die Rachenflora des Tieres eine massive Keimbelastung aufweist, die dem Menschen gefährlich werden können. Nach Möglichkeit sollte der von einem Hund verletzte Läufer in Erfahrung bringen, ob das Tier einen ausreichenden Tollwutschutz besitzt.
Die Behandlung einer offenen Wunde
Zieht sich der Läufer die offene Wunde nicht gerade bei einem Wettkampf zu, wo Sanitäter und Ärzte schnell zur Stelle sind, muss er die Verletzung erst einmal selbst versorgen. Dabei sollte unnötiges Anfassen der offenen Wunde vermieden werden, um sie vor Verunreinigungen zu schützen. Direkt nach der Verletzung muss die offene Wunde ausgedrückt und desinfiziert werden, was mit sauberen Händen, klarem Wasser und einer milden Seife passieren sollte. Besser noch sind Wund-Desinfektionsmittel, die überdies heute nicht mehr so brennen wie die Produkte, die mancher Läufer vielleicht noch aus seiner Kindheit in unangenehmer Erinnerung hat. Handelt es sich nicht nur um eine oberflächliche Schürf- oder Schnittwunde, sondern um eine stark blutende Platzwunde, muss ein Druckverband auf die gesäuberte Wunde angelegt werden. Der verletzte Bereich sollte zudem für eine Weile hoch gelagert werden, um die Blutung zum Stillstand zu bringen. Bei leichteren Verletzungen genügt eine keimfreie Abdeckung der offenen Wunde durch ein Pflaster oder eine Mullbinde.
Großflächige, tiefe oder stark verschmutzte offene Wunden müssen auf jeden Fall von einem Arzt gesäubert und eventuell auch genäht werden. Der Arzt wird auch nötigenfalls den Tetanusschutz erneuern, falls die letzte Impfung schon länger als zehn Jahre zurückliegt.
Verletzungen und offenen Wunden vorbeugen
Es gibt keinen absoluten Schutz vor Stürzen oder anderen Verletzungen, die eine offene Wunde zur Folge haben können. Aber durch einige Vorsichtsmaßnahmen lassen sich die Risiken zumindest minimieren:
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Um nicht aus Übermüdung oder Unachtsamkeit zu stürzen und sich so eine offene Wunde zuziehen, sollten Läufer ihre Regenerationszeiten einhalten und sich nicht zu viel zumuten. Das gilt besonders für Zeiten, in denen der Organismus durch Infektionen und andere Erkrankungen ohnehin schon geschwächt ist.
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Wer gerne Crossläufe oder Waldläufe absolviert und dabei auch an Dornenhecken und anderen Gewächsen vorbeikommt, an denen er sich verletzten könnte, sollte seine Laufbekleidung so wählen, dass sie einen gewissen Schutz vor Verletzungen und offenen Wunden bietet.
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Beim Barfußlaufen kann es leicht passieren, dass der Läufer auf eine Scherbe oder einen spitzen Stein tritt und sich auf diese Weise eine blutende Verletzung zuzieht. Um offene Wunden zu vermeiden, ist es daher gerade beim Barfußtraining wichtig, dem Laufuntergrund genügend Aufmerksamkeit zu schenken, um sich nicht versehentlich zu verletzen.
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Um bei langen Trainingsläufen schmerzhafte Reibungen und das Bluten der Brustwarzen zu vermeiden, sollte die empfindliche Haut vorsorglich mit Tapes geschützt werden, so dass sich keine offenen Wunden bilden.
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Auch Blasen können zu bluten anfangen und so offene Wunden bilden, die sich leicht infizieren können. Um das zu verhindern sollten Läufer immer ein Pflaster mitführen, das sie schnell auf die betroffene Blase kleben können.
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Begegnen Läufer auf ihrer Laufstrecke frei laufenden Hunden, ist es am sinnvollsten, sie einfach zu ignorieren und eventuell etwas langsamer zu laufen, um nicht ihren Jagdinstinkt zu wecken und eine offene Wunde durch einen Hundebiss zu riskieren.
Zusätzlich zu diesen vorbeugenden Maßnahmen ist es (nicht nur für Läufer) wichtig, darauf zu achten, dass der Tetanusschutz alle zehn Jahre aufgefrischt wird.
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