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17.08.2012 von

Prellung

Ursachen, Symptome und Therapie

Prellung

Nicht nur beim Lauftraining und anderen Sportarten, sondern auch im Alltag können sich Läufer schnell eine Prellung zuziehen, die nicht immer so harmlos ist, wie sie vielleicht auf den ersten Blick zu sein scheint. Durch einen Sturz beim Crosslauf, einen Zusammenstoß mit einem anderen Läufer beim Wettkampf, einen Tritt oder das Anstoßen an einem Streckenbefestigungszaun kommt es zu einer stumpfen Gewalteinwirkung, bei der weiches Muskelgewebe gegen Knochen oder Gelenkkapseln gedrückt wird.

Eine solche Prellung, bei der neben Muskeln, Knochen und Gelenken auch die Bauchorgane, das Gehirn und sogar der Augapfel betroffen sein können, geht mit Schmerzen, Blutergüssen und Schwellungen einher, da aus den Blut- und den Lymphgefäßen Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gelangt. Auch die Nerven können durch Prellungen Verletzungen davontragen, weshalb es in schwer wiegenden Fällen ratsam ist, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen.

Die Symptome einer Prellung

Geprellte Muskeln, Knochen und Gelenke können mit folgenden Symptomen einhergehen:

  • Starke Schmerzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit bis hin zu Lähmungserscheinungen und Bewegungsunfähigkeit der geprellten Gliedmaßen
  • Hämatome
  • Schwellungen
  • Muskelverhärtungen
  • neuromuskuläre Störungen durch ein Kompartmentsyndrom
  • lang andauernde erhöhte Empfindlichkeit der Haut

Da die Symptome einer Prellung denen eines Knochenbruchs ähneln und es möglicherweise auch zu Schädigungen der inneren Organe gekommen sein kann, sollte bei sehr starken Prellungen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch dann, wenn ein geprelltes Gelenk sehr stark anschwillt, das sich bildende Hämatom sehr groß ist, sich ein Gelenk nicht mehr bewegen lässt oder das Auftreten unmöglich ist. Und auch dann, wenn die mit den Prellungen einhergehenden Schmerzen nach rund einer Stunde noch nicht nachlassen und sich eventuell sogar noch verschlimmern, ist es höchste Zeit, bei einem Arzt vorstellig zu werden. Bei sehr blasser Haut im geprellten Bereich gilt dasselbe – zumal dann, wenn dort kein Puls mehr zu tasten ist.

Die Erstversorgung von Prellungen

Geprellte Muskeln und Gelenke werden so wie die meisten anderen Sport- und Laufverletzungen auch, nach der PECH-Regel behandelt: Sofortiges Pausieren, die geprellten Muskeln mit Eis kühlen, einen Compressionsverband anlegen und die verletzten Körperteile hochlagern, um Blutungen, Schwellungen und Schmerzen zu lindern und die Entzündungsreaktionen zu hemmen.

Die Diagnose und Behandlung der Prellung

Um die richtige Diagnose zu stellen und eine relativ harmlose Prellung von einem Knochenbruch, Sehnenverletzungen oder Muskelrissen abzugrenzen, bedient sich der behandelnde Arzt zusätzlich zur klinischen Untersuchung meistens des Ultraschalls und in Zweifelsfällen auch der Kernspintomographie. Liegt eine sehr schwere Prellung mit einem großen Bluterguss vor, kann eine Punktion erforderlich sein, bei der die Flüssigkeit abgesaugt wird. Eventuell muss ein solches Hämatom sogar operativ entfernt werden.

Um den Genesungsprozess zu fördern und die geprellten Muskeln wieder zu kräftigen, sind isometrische Übungen hilfreich, bei denen die betroffenen Muskeln einige Sekunden lang sehr stark angespannt und anschließend wieder entspannt werden. Mit dem üblichen Lauftraining kann erst wieder vorsichtig begonnen werden, wenn keine Schmerzen mehr vorhanden sind. Je nach Schwere der Prellung muss eine unterschiedlich lange Laufpause eingehalten werden, die von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen betragen kann.

Prellungen vorbeugen

Um Prellungen und anderen Laufverletzungen, die häufig in Folge von unachtsamem Laufen auftreten, so weit wie möglich vorzubeugen, sollten

  • sportliche Überlastungen vermieden und Regenerationszeiten eingehalten werden
  • die Aufwärmphasen sowie die Kraft- und Dehnübungen regelmäßig durchgeführt werden
  • Koordinationsübungen mit ins Trainingsprogramm aufgenommen werden, um so die Gefahr von Stürzen zu vermindern
  • Laufschuhe getragen werden, die beim Trainieren auf unebenen oder nassen Laufböden einen guten Halt gewähren und so das Risiko für Stürze mindern
  • bekannte Schwachstellen – wie bereits vorgeschädigte Kniegelenke oder Fußknöchel – vorsorglich mit elastischen Verbänden vor möglichen Verletzungen geschützt werden.

Foto: © cohelia - Fotolia.com

 

Fazit

  • Eine Prellung ist die Folge einer stumpfen Gewalteinwirkung, wie sie durch Stürze, Tritte oder das Anstoßen an einem Hindernis auftreten kann
  • Bei einer Prellung wird Muskelgewebe gegen Knochen, Knorpel, Sehnen, Nerven oder auch innere Organe gequetscht, weshalb bei schweren Prellungen vorsorglich ein Arzt aufgesucht werden sollte
  • Die Erstversorgung von Prellungen erfolgt nach der PECH-Regel: Pausieren, Eiskühlungen, Compression und Hochlagerung
  • Durch stützende Laufschuhe, das Vermeiden von sportlichen Überlastungen sowie regelmäßigen Kraft-, Dehn- und Koordinationsübungen kann das Risiko für Stürze mit anschließenden Prellungen vermieden werden
 
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