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05.08.2012 von

Läuferknie

Runner's knee

Läuferknie

Das Läuferknie (engl: Runner’s knee) oder auch Tractus-Iliotibialis-Syndrom (Tractus: Sehnenplatte, Ileum:Becken, Tibia:Schienbein) ist ein Problem, von dem etwa jeder vierte Läufer betroffen ist. Vor allem Langstreckenläufer und Marathonläufer können an dieser schmerzhaften Folge falscher oder übermäßiger Belastung der Knie leiden.

Im Gegensatz zur Kniegelenkarthrose sind bei einem Läuferknie noch keine schweren Schädigungen des Knorpels vorhanden, sondern nur leichte, die unter Belastung zu Schmerzen im Bereich der Kniescheibe und darüber hinaus führen können. Aber nicht nur Läufer mit hohen Laufumfängen sind überdurchschnittlich häufig von Läuferknien betroffen, sondern auch sportlich inaktive Menschen können unter einem Runner’s knee leiden – vor allem Personen mit X-Beinstellungen.

Die Symptome des Läuferknies

Die typischen Beschwerden, die ein Läuferknie verursacht, sind stechende Schmerzen an der Außenseite des Oberschenkels in Höhe der Kniegelenke. Die Schmerzen treten bei der Beugung des Kniegelenks auf und können sich während oder auch erst nach dem Lauftraining äußern. Oft strahlen sie bis in die Ober- und Unterschenkel hinein aus und steigern sich derart, dass das Training abgebrochen werden muss.

Zu Beginn der Laufverletzung schmerzen die Läuferknie vor allem beim Bergablaufen; im weiteren Verlauf der Erkrankung ist dann aber auch normales Laufen und Gehen nicht mehr schmerzfrei möglich. Dasselbe gilt für Treppenstiegen, Sitzen mit gewinkelten Beinen und sogar einfaches Berühren der Kniescheibe!

Weitere Symptome des Läuferknies können Schleimbeutelentzündungen sowie Schwellungen am Knie sein, die mit einer erhöhten Temperatur des betroffenen Bereichs einhergehen. Nicht selten ist auch ein Knirschgeräusch zu hören, wenn das erkrankte Knie bewegt wird.

Die Ursachen der Läuferknie

Die Ursache für die Entwicklung eines Läuferknies liegt in einer permanenten falschen oder übermäßigen Belastung des Kniegelenks. Der Auslöser der oft stechenden Schmerzen an der Außenseite des Knies ist der Tractus Iliotibialis, der bei Personen mit Läuferknien oft verkürzt ist.

Diese Sehnenplatte, die vom Becken kommt und an der Oberschenkelaußenseite hin zum Schienbeinkopf verläuft, gleitet bei Beuge- und Streckbewegungen der Knie normalerweise am äußeren Kniegelenksspalt vorbei. Bei einem Läuferknie mit verkürztem Tractus Iliotibialis kommt es durch permanentes Scheuern über die Knochen des Kniegelenks – vor allem die des Oberschenkels – zu Entzündungen in diesem Bereich mit starken Schmerzen im Knie, die ins ganze Bein hin ausstrahlen können.

Als Ursachen eines Läuferknies gelten:

  • zu hohe Laufumfänge oder zu schnelle Umfangssteigerungen – vor allem ohne ausreichende Regenerationszeiten
  • Fehlstellungen der Hüfte, der Knie oder der Sprunggelenke
  • Fußfehlstellungen wie X-Beine oder eine Überpronation
  • falsche Laufschuhe, die etwaige Fehlstellungen nicht ausgleichen
  • unzureichendes Dehnen und Aufwärmen vor dem Lauftraining
  • Laufen auf harten Laufuntergründen wie Asphaltböden
  • zu viel Bergablaufen oder Lauftraining auf Strecken mit abfallenden Rändern ohne einen Wechsel der Laufrichtung

Läuferknie diagnostizieren

Die Anatomie des Knies

Um ein Läuferknie zu diagnostizieren, reicht oft schon die klinische Untersuchung aus, bei der der Arzt den Sportler zu seinen Beschwerden befragt, die in den typischen Knieschmerzen an der Außenkante und unterhalb des Kniegelenks bestehen und als Folge übermäßiger Trainingsbelastung oder Fußfehlstellungen auftreten.

Zum Ausschluss anderer Erkrankungen oder Sportverletzungen wie Kniegelenkarthrosen oder Meniskusschäden kommen neben Röntgenuntersuchungen unter Umständen noch Magnetresonanztomographien zur Anwendung.

Die Therapie des Läuferknies

Bei Läuferknie-Beschwerden ist es nötig, das Lauftraining abzubrechen, einige Zeit zu pausieren und das Knie zu behandeln. Wird das Läuferknie nur unzureichend therapiert und zu wenig geschont, können die akuten Schmerzen immer wieder auftreten und schließlich chronisch werden.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Runner’s knees helfen Eisanwendungen im schmerzenden Bereich, stabilisierende Kniebandagen sowie entzündungshemmende Salben und Medikamente. Linderung der Beschwerden versprechen auch Massagen und Dehnübungen der Muskulatur der Beinaußenseite sowie Wärmeanwendungen - vor allem bei wiederholt auftretenden Knieschmerzen. Nach Abklingen der Schmerzen sind krankengymnastische Übungen zum Aufbau und zur Stärkung der Muskulatur nötig, damit sich das Knie wieder stabilisiert.

Sprechen konventionelle Behandlungsmethoden nicht an, kann ein Läuferknie auch operativ therapiert werden.

Bei richtiger Behandlung des Runner’s knees ist damit zu rechnen, dass sich die Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Wochen deutlich reduzieren und nach einer Laufpause von zwei bis drei Monaten auch wieder mit dem Training begonnen werden kann.

Läuferknien vorbeugen

Um der erneuten Entwicklung von Läuferknien vorzubeugen, ist es wichtig, sich vor dem Lauftraining aufzuwärmen und Dehnübungen für die Außenseite der Oberschenkel vorzunehmen. Nach dem Laufen sollten Sportler, die zu Runner’s knees neigen, vorsorglich die beanspruchten Knie mit Eis kühlen und für ausreichende Regenerationszeiten sorgen. Eventuell ist auch an eine Reduktion der Laufumfänge zu denken, um erneute Überlastungen der Knie zu verhindern. Um trotzdem fit zu bleiben, könnten alternative Ausdauersportarten wie Schwimmen und Radfahren mit ins Trainingsprogramm aufgenommen werden.

Läufer mit X-Beinen oder anderen Fehlstellungen können durch das Tragen von Laufschuhen, die diese Fehlbelastungen ausgleichen, ebenfalls einem Wiederauftreten des Läuferknies begegnen. Ergänzend zu diesen Maßnahmen sollte auch eine gründliche Analyse bzw. Korrektur des Laufstils erfolgen – am besten durch einen erfahrenen Trainer oder Sportarzt. Außerdem ist es sinnvoll, etwaiges Übergewicht zu reduzieren, um die Belastungen für die Knie möglichst gering zu halten.

Foto: @ Jeannot Olivet - istockphoto

 

Fazit

  • Das Läuferknie ist die Folge einer Überbeanspruchung der Kniegelenke, die meist durch zu hohe Laufumfänge oder Fehlbelastungen entsteht
  • Damit aus akuten Knieproblemen keine chronischen Läuferknie werden, sollte bei auftretenden Schmerzen eine Laufpause eingelegt werden
  • Die akuten Beschwerden verringern sich durch eine Kühlung der schmerzenden Knie. Ergänzend dazu kommen schmerz- und entzündungshemmende Medikamente und Salben in Frage
  • Wird eine Operation notwendig, kann das Lauftraining in der Regel nach zwei bis drei Monaten wieder aufgenommen werden
  • Durch eine Optimierung der Lauftechnik, Fußfehlstellungen ausgleichende Laufschuhe, regelmäßige Dehnübungen für die Beinaußenseite sowie eine Reduktion der Laufumfänge lässt sich Läuferknien vorbeugen
 
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Kommentare

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Pech
Dann hast du wohl einfach Pech oder doch kein Läuferknie sondern was anderes. Der Beitrag sollte keine falschen Hoffnungen machen, sondern Therapieansätze geben. Jeder Mensch ist verschieden und es hilft nicht immer jeder Ansatz oder sogar alle zusammen. Mit der negativen Einstellung wirds auf jeden Fall nichts.
Chris
03 August 2016 - 21:10
1 Jahr alle Maßnahmen durchgeführt -
Hallo, ich bin zunächst Wochen, dann Monate insgesamt jetzt seit einem Jahr nichr mehr regelmäßig gelaufen. Habe ALLE Maßnahmen ergriffen 1 Jahr lang täglich Dehnübungen, neue Laufschuhe ohne Pronationsstütze (die lt. Orthopäden völlig falsch war und vermutlich zu dem Problem geführt hat?), Kältanwendungen, Muskelstärkung Hüfte außen, Kniemanschetten usw. usw. Nachdem ich nun schon lange keinerlei Schmerzen mehr verspürte habe ich den ersten Lauf gewagt. zunächst gegangen zum aufwärmen, dann langsam zu laufen begonnen und nach 1,5(!!!) vorher kief ich 10km habe ich heulend abgebrochen und mich gefragt warum die Leute einem diesen ganzen Quatsch vorgaukeln!!?!?!??? ich habe wirklich ALLES konsequent befolgt - und??? 0,0 % Besserung. Also was soll das Hoffnung machen??? Laufen war meine Medizin gegen depressive Phasen durch Hashimoto..... Jetzt bin ich aufgeschmissen:( ich hatte soooo große Hoffnung und finde es unverantwortlich immer wieder falschenHoffnungen untergejubelt zu bekommen!
Micki
18 April 2016 - 00:02

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