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Fersenschmerzen

Was sind die Hauptursachen für Fersenschmerzen?

14.08.2013 von
Fersenschmerzen

Ist Ihre Achillessehne noch intakt? Sofern Sie im Zehenstand Schmerzen in der Ferse verspüren, sollten Sie diesen Aspekt etwas genauer unter die Lupe nehmen. Oder haben Sie nach der Nachtruhe in einer Ihrer Fersen eventuell "Anlaufschmerzen", die bei Bewegung wieder verschwinden? Fersenschmerz infolge von Überlastung ist gerade bei Sportlern recht häufig. Allerdings können die Probleme noch zahlreiche andere Ursachen, wie beispielsweise Erkrankungen der Wirbelsäule, Dornwarzen, Entzündungen der Beinnerven oder Durchblutungsstörungen haben.

Anatomische Grundlagen

Bei Gehen setzt der gesunde Mensch zuerst die Ferse bzw. das Fersenbein auf. Die Unterseite dieses Knochens bildet den natürlichen "Absatz" des Fußes. Aus dem hinteren, etwas verdickten Fußpol wird der Fersenhöcker gebildet. Dort entspringt die Achillessehne. Sie ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers und etwa 20 Zentimeter lang. Die Achillessehne endet an der Wadenmuskulatur und sie lässt sich gut von außen ertasten. Wird die Ferse nach oben gezogen, bzw. beugt sich der Fuß nach unten, was im Grunde genommen bei jedem Schritt der Fall ist, wird die Achillessehne beansprucht. Kein Wunder also, dass diese Sehne nicht selten die Ursache für Fersenschmerz ist. Als Gegenspieler zur Achillessehne befindet sich unter der Fußsohle eine Sehnenplatte aus besonders dichtem Bindegewebe. Diese zieht sich bis vor zum Fußballen. Dort breitet sie sich wie ein Fächer aus und stabilisiert gemeinsam mit anderen Sehnen, Muskeln und Bändern das Fußgewölbe.

Diagnose Fersenschmerzen

Bei der Abklärung der Ursache der Fersenschmerzen sind frühere Verletzungen oder bereits länger bestehende Erkrankungen von großer Bedeutung. Der untersuchende Orthopäde oder Sportmediziner wird sein Augenmerk sowohl auf die allgemeine Körperhaltung, den Verlauf der Körperachsen als auch auf die Beweglichkeit des Fußgelenkes, der muskulären Stabilität und der Sensibilität legen.

Während es für Achillessehnenprobleme vergleichsweise einfache Bewegungstests gibt, wie beispielsweise den Zehenstand oder das Herunterziehen der Ferse beim Vorfuß-Stehen auf einer Stufe, geben bildgebende Verfahren Aufschluss über Entzündungen, Risse im Knochen oder Fersensporn. In einigen Fällen ist zusätzlich eine Gelenkspiegelung erforderlich, um der Ursache für den Fersenschmerz auf die Spur zu kommen.

Entzündungen

Drei Bereiche der Ferse sind besonders anfällig für Entzündungen: die Achillessehne, die Fußsohlensehne und der Fersenhöcker. Häufig geht eine entzündete Achillessehne zusätzlich mit einer Schleimbeutelentzündung oder einem Fersensporn einher. In den meisten Fällen entstehen diese Entzündungen bei Sportlern, die vorwiegend lauf- und sprungorientierte Sportarten ausüben und Ausgleichssport in Form von gezieltem Training der Muskulatur vernachlässigen. Die Wadenmuskulatur ist dann zumeist verspannt und die Achillessehne wird einseitig beansprucht. Hinzu kommen eventuell ungeeignete Sportschuhe oder eine falsche Lauftechnik. Infolge ständiger Überbelastung entstehen nicht nur akuten Entzündungen mit einhergehendem starkem, stechendem Fersenschmerz. Die Achillessehne kann durchaus auch einreißen.

Eine Sehnenentzündung ist recht gut tastbar. Etwa drei bis sechs Zentimeter oberhalb des Fersenknochens lässt sich mit dem sogenannten Zangengriff ein Druckschmerz auslösen. Außerdem schmerzt der hintere Fuß bei jeder Bewegung und es sind unmittelbar an der Sehne kleine Schwellungen (Knötchen) fühlbar.

Akute Beschwerden erfordern eine mehrwöchige Trainingspause. Entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, Wärmeanwendungen, in manchen Fällen auch Kälte oder Ultraschall helfen, den Fersenschmerz zu lindern. Sind die Probleme bereits chronisch, sind gezielte Krankengymnastik und eine spezielle orthopädische Versorgung des Fußes wichtig. Besonders große Schäden lassen sich nur mit einer Operation beheben, wobei das entzündete Gewebe entfernt wird.

Ganz gleich, welche Behandlungsart zum Einsatz kommt: Für Sportler ist auch nach der Heilung ein sanfter, schrittweiser Einstieg in den Trainingsalltag, mit einer guten physiotherapeutischen Begleitung empfehlenswert.

Vollständiger Achillessehnenriss

Zumeist reißt die Achillessehne in der Mitte, selten direkt an der Ferse. Hauptursache ist auch hier eine sportliche Überlastung. Ist sie erst einmal verschlissen, genügt eine ganz normale Bewegung, und die Sehne reißt komplett durch. Aber auch ein "Fehltritt" in ein Loch oder Ausübung von Gewalt durch Tritt oder Stoß kann eine angespannte Achillessehne durchreißen lassen. Der ruckartig einsetzende, starke Fersenschmerz wird von einem regelrechten "Peitschenknall" begleitet und die Ferse lässt sich nicht mehr anheben.

Je nach Befund wird der Arzt entweder zu einer konventionellen Therapie mit funktioneller Behandlung, Stützschuh und sofort einsetzender Krankengymnastik oder zur Operation raten. Wichtig für den Behandlungserfolg ist auch hier vor allem die Zeit nach der Ausheilung. Gezielte Fußgymnastik, der Ausgleich von muskulären Dysbalancen und ein langsamer, kontrollierter Einstieg in das gewohnte Training entscheiden darüber, ob der Fersenschmerz dauerhaft der Vergangenheit angehören wird.

Ermüdungsbruch des Fersenbeins

Ausgedehnte, sich immer wiederholende Überlastungen der Füße bei Marathonläufen, extrem langen Wanderungen, Märschen oder Sportarten mit vielen Sprungelementen, wie etwa beim Basketball, können einen im Kern gesunden Knochen brechen lassen. Feinste Haarrisse, die bei einem gesunden Menschen kontinuierlich vom Körper selbst wieder repariert werden, sorgen bei Leistungssportlern unter Umständen für eine "Materialermüdung", die letztendlich im Bruch gipfelt.

Der Fersenschmerz entwickelt sich dabei allmählich und ist bei Belastung besonders stark ausgeprägt. In der Regel gibt ein MRT eindeutig Aufschluss über das Ausmaß der Verletzung. Dann ist eine Belastungspause unvermeidlich. Schmerzmittel und Entzündungshemmer können helfen, den Fersenschmerz zu lindern, ansonsten ist außer stoßdämpfenden Einlagen viel Geduld bis zur endgültigen Ausheilung erforderlich.

Weitere Ursachen für Fersenschmerz

Es empfiehlt sich, bei unklaren Beschwerdebildern bezüglich der Knochen und somit auch der Ferse, einen Arzt aufzusuchen. Neben vergleichsweise harmlosen Krankheiten, wie Blasen, Warzen, Zysten oder einem angeborenen Senk-, Spreiz-, Knick-, Plattfuß, kann auch ein Tumor oder Rheuma hinter den Beschwerden stecken.

 

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

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Sehnenschmerz
Ich hatte komischer Weise schon als Kind nach dem Sport, von dem ich eigentlich sehr viel gemacht habe (eigentlich 4 Std am Tag) Fersenschmerzen, die dann irgendwann verschwunden sind. Irgendwann habe ich (aber nicht wegen den Fersenschmerzen) angefangen meinen Körper umzustrukturieren .. bzw war das die Zielsetzung... irgendwann sind die wieder aufgetreten und anfänglich habe ich gedacht .. wow super jetzt hast Du dir deine früheren Bewegungsmuster wiedererschlossen. Aber jetzt wo ich älter werde und immer weitere (also ich mache täglich Taichi) körperliche Unstrukturierungen statfinden, dass allgemein an verschiedenen Stellen an den Beinen die Sehenansätze wehtun . In China heißen die Übungen dafür glaube ich Neil Gong oder so ähnlich ..kann man hier nicht eventuell eine Rubrick allgemein für Sehnen anlegen ohne immer vom schlimmsten Ausgehen zu müssen. Ich denke, dass Sehnen bzw. Muskelansatzprobleme ein sehr allgemeines Problem sind.
carsten
23 Februar 2017 - 23:58

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