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24.04.2011 von Daniela Kunath

Folsäure

Nicht nur in Schwangerschaft und Stillzeit wichtig

Folsäure

Das wasserlösliche B Vitamin Folat, besser bekannt als Folsäure, ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Das lateinische folium bedeutet zu Deutsch Blatt. Da das Vitamin vor allem in Spinatblättern vorkommt, es zudem auch erstmalig in diesem Gemüse festgestellt werden konnte, wurde der Name Folsäure von diesem Begriff abgeleitet.

Kann Folsäure gespeichert werden?

Im menschlichen Körper eines gesunden Erwachsenen sind etwa 5 bis 10 Milligramm Folsäure vorhanden, das meiste davon befindet sich in der Leber. Die dort gespeicherte Folsäure kann den Körper, sollte keine weitere Folsäure mehr aufgenommen werden, für maximal 12 Wochen weiterversorgen.

Im Körper kann nur eine sehr minimale Menge Folsäure gespeichert werden, so dass die tägliche Zufuhr des Vitamins essentiell ist. Folsäure ist für den Menschen so wichtig, dass sich nach nur 4 Monaten, in denen keine natürliche Folsäure eingenommen worden ist, eine megaloblastische Anämie (eine besondere Form der Blutarmut) bildet.

Wofür wird Folsäure benötigt?

Bei der Bildung von Schleimhautzellen und Blutkörperchen ist Folsäure maßgeblich beteiligt. Sie hilft zudem beim Stoffwechsel von Eiweiß, sowie dem Aufbau von Erbsubstanzen (DANN und RNA). Die für das Herz Kreislauf System schädliche Aminosäure Homocystein wird mit Hilfe der Folsäure abgebaut, sie unterstützt die Entwicklung von Zellen sowie die Zellteilung und ist auch am Fettstoffwechsel beteiligt. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Folsäure an sehr wichtigen bis essentiellen Vorgängen im menschlichen Körper beteiligt ist.

Tagesbedarf an Folsäure

Benötigt werden dafür täglich etwa 0,4 Milligramm Folsäure. Ernährt sich ein Mensch gesund und ausgewogen, so kann der Tagesbedarf gedeckt werden. Da sich jedoch heut zu Tage kaum jemand mehr wirklich gesund ernährt, kann der Tagesbedarf bei circa 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung nicht durch die Nahrungsaufnahme gedeckt werden. Hinzu kommt, dass ein Mangel des Vitamins B12 eine Störung in der Aufnahme von Folsäure führen kann.

Worin kommt Folsäure vor?

In Getreide, Innereien und Blattgemüse kommt die Folsäure besonders häufig vor. 

In manchen industriell gefertigten Produkten (besonders Milchprodukte und Getränke) kann künstlich zugesetzte Folsäure enthalten sein.

Um den Tagesbedarf zu decken, würde die Aufnahme folgender Lebensmittel ausreichen:

160 g Kalbsleber
130 g Weizenkleie
300 g Eigelb (vom Hühnerei)
400 g Sonnenblumenkerne

Ein Überblick über die Menge an Folsäure in Lebensmittel (der Tagesbedarf von 0,4 Milligramm entspricht 400 Mikrogramm):

In 100 g Rinderleber befinden sich 242 µg Folsäure
In 100 g Spinat befinden sich 56 µg Folsäure
In 100 g Weichkäse befinden sich 42 µg Folsäure
In 100 g Roggenvollkornmehl befinden sich 38 µg Folsäure
In 100 g Weißkohl befinden sich 36 µg Folsäure
In 100 g Apfelsinen befinden sich 31 µg Folsäure

Erhöhter Bedarf

Um einen erhöhten Bedarf, insbesondere in der Schwangerschaft, zu decken, empfiehlt sich die Einnahme von Folsäure Tabletten. Zwar besteht die Gefahr einer Überdosierung erst ab 15 Milligramm am Tag, dennoch sollte die Einnahme nur auf medizinischen Rat hin geschehen bzw. zumindest mit einem Arzt abgesprochen werden.

Symptome einer Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung können Nervosität, Schlafstörungen, Störungen im Magen Darm Bereich oder auch allergische Reaktionen auftreten. Wird die Dosis der Folsäure reduziert, klingen die Symptome von alleine wieder ab.

Folsäure in der Schwangerschaft

Die ausreichende Versorgung mit Folsäure ist insbesondere in den ersten Wochen der Schwangerschaft notwendig (in dieser Zeit wird das Neuralrohr angelegt, der Grundstein für Neuralrohrdefekte wie der offene Rücken werden daher ebenfalls in dieser Zeit gelegt). Da die meisten Frauen zu diesem Zeitpunkt noch nichts von ihrer Schwangerschaft wissen, ist es ratsam, bei einer geplanten Schwangerschaft schon beim Absetzen des Verhütungsmittels mit einer so genannten Supplementierung zu beginnen. Darunter ist eine Einnahme von etwa 400 Mikrogramm Folsäure am Tag zu verstehen, die als vorbeugende Maßnahme zu verstehen ist. Optimal ist es, mindestens 4 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft mit der Einnahme zu beginnen und diese bis mindestens in den 4. Monat der Schwangerschaft fortzuführen. 

Einnahme von künstlicher Folsäure

Die Einnahme von künstlicher Folsäure darf keinesfalls die Aufnahme natürlicher Folsäure ersetzen. Schwangere und auch stillende Frauen sollten zusätzlich zur Supplementierung etwa 600 Mikrogramm Folsäure täglich über Lebensmittel einnehmen.

Heut zu Tage wird die Einnahme von Folsäure sogar als Prophylaxe von Schlaganfällen und Herzinfarkten verschrieben.

Dinge, die Folsäure schaden

Schaden können kann der Folsäure neben langem Kochen auch Hitze, Licht und Sauerstoff. Daher sollten Lieferanten von Folsäure weder zu lange gelagert noch zu intensiv gewässert werden.

Folsäuremangel

Auf Grund einseitiger Ernährung, Alkoholmissbrauch und zu langem Kochen von Gemüse ist der Mangel an Folsäure heut zu Tage ziemlich häufig. Ein Mangel an diesem Vitamin äußert sich in einer depressiven Stimmung, Reizbarkeit und Konzentrationsschwächen. Auch heilen Wunden nur verlangsamt. Auf Grund des Mitwirkens von Folsäure am Abbau von Homocystein (ein Eiweißbaustein) im Blut steigt bei einem Mangel des Vitamins die Konzentration dieses Bausteins an. Das wiederum begünstigt Erkrankungen des Herz Kreislauf Systems wie etwa einen Schlaganfall. Allerdings treten diese Symptome erst bei einem langfristigen Folsäuremangel auf.

Besonders wichtig ist Folsäure für Schwangere. Leidet eine schwangere Frau an einem Folsäuremangel, kann das beim Ungeborenen zu neurologischen Störungen führen. Eine besonders häufige Störung ist eine Spina bifida, der so genannte offene Rücken beim Kind.

Potentielle Risikogruppen

Raucher, Alkoholiker, Schwangere, Stillende Frauen, Frauen, die die Anti Baby Pille nehmen sowie Menschen mit chronischen Blutungen oder Magen Darm Erkrankungen gehören zu den Menschen, die besonders gefährdet sind, einen Mangel an Folsäure aufzuweisen.

Behandlung eines Folsäuremangels

Bei der Behandlung des Vitaminmangels wird zum einen der Auslöser ausgemacht und anschließend eliminiert (etwa ungesunde Ernährungsweise, übermäßiges Rauchen oder steter Alkoholkonsum), zum anderen werden folsäurehaltige Medikamente verschrieben, die den Mangel beheben sollen.

Besonderheit

Im Zuge einer Tumor Therapie kann es in wenigen Fällen sinnvoll sein, künstlich einen Mangel an Folsäure herbeizuführen, um auf diese Art dem Tumorgewebe zu schaden. Da die Zellen eines Tumors schneller wachsen als das restliche Gewebe, sind auch die Schäden beim Tumor intensiver. Entsprechende Medikamente heißen Folsäureantagonisten, dazu gehört unter anderem Methotrexat.

Bitte beachten Sie, dass ein Artikel wie dieser Informationen zu den Krankheiten und Beschwerden liefern, aber niemals die kompetente Betreuung eines Arztes ersetzen kann! 

Foto: (c) norrie39 | Fotolia.com

 

Fazit

  • Folsäure ist ein essentielles Vitamin
  • Es ist für ungeborene Kinder ganz besonders wichtig, so dass bei einer geplanten Schwangerschaft schon vorab mit der Einnahme von Folsäure Tabletten begonnen werden sollte
  • Ein Folsäuremangel kann Auswirkungen bis zu einem Schlaganfall mit sich ziehen
  • Besonders viel natürliche Folsäure weisen Rinderleber und Spinat auf
 
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