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28.11.2014 von Silvana Arndt

Extrem unterwegs!

Die wohl verrücktesten Läufe weltweit

Extrem unterwegs!

Einen Marathon zu laufen – das klingt für die meisten Nicht-Sportler schon wie eine unlösbare Aufgabe. Wer sich damit jedoch ein bisschen beschäftigt und zusätzlich auch den inneren Schweinehund erfolgreich überlistet, bemerkt schnell, dass das ein durchaus bewältigbares Ziel darstellt. Und die Willigen müssen oft gar nicht lange reisen, bis sie einen geeigneten Veranstaltungsort quasi vor der Haustür finden. Was für einen inneren Schweinehund der Otto-Normal-Läufer aber für einen Lauf durch eine Wüste oder am Südpol überwinden müsste, können wir uns gar nicht vorstellen.

Dennoch sind solche Extremläufe immer wieder an der Tagesordnung. Vielleicht weil sie für die Teilnehmer einen ganz besonderen Adrenalinkick bedeuten? Denn durch Städte, auf Berge oder entlang von Flussläufen kann ja jeder laufen! Das Surfen über Sanddünen oder zusammen mit Piranha und Anakonda durch den Amazonas zu schwimmen – das macht doch erst so richtig Spaß! Darum haben wir uns einmal auf der Welt umgeschaut und sind den größten „Extremisten“ gefolgt zu ihren alljährlichen Lauf-Highlights.

Wir wünschen viel Vergnügen!

1. Antarktis Marathon – und die Eiszapfen klingeln lustig unter der Nase…

Welcher Teufel die jährlich zwischen 50 und 60 Läufer reitet, damit sie freiwillig ca. 10.500,- € zahlen, um dann stundenlang durch immer die gleiche Landschaft – Schnee, Eis und noch mehr Schnee – zu laufen, wissen wir nicht. Zum Glück findet der Lauf ja aber im antarktischen Sommer, der im November liegt, statt. So läuft keiner Gefahr, sich etwaige Körperteile abzufrieren, herrschen hier doch gemütliche, ja wir wollen fast tropische Temperaturen sagen. Oder wie würdet Ihr -20°C sonst umschreiben?

Etwas enttäuschend ist aber schon, dass es hier weder Eisbären noch den Weihnachtsmann zu bestaunen gibt, denn beides befindet sich auf dem ebenso kalten Pendant am anderen Ende der Welt. Aber selbst Pinguine feuern die Läufer nicht als Publikum der besonderen Art an, denn diese kommen gar nicht bis zum in 700 Höhenmetern gelegenen Austragungsort. Und so drehen die eisigen Schneemänner ihre Runden ganz sich selbst überlassen.

Wir hoffen, dass die Stimmung dadurch nicht völlig unterkühlt…

2. Marathon des Sables – von Staublungen und Sand im Getriebe…

Eine im Gegensatz dazu wortwörtlich überkochende Stimmung vermuten wir dafür bei diesem Lauf. Ideal für alle Sonnenanbeter kann sich hier bei den während der 7 Tage zu absolvierenden Etappen über insgesamt ca. 230 km ordentlich aufgewärmt werden. Mit Temperaturen um die 40°C am Tag und strahlendem Sonnenschein könnten die Veranstalter eigentlich für den Austragungsort – der marokkanischen Sahara – ordentlich werben.

Wenn da nicht noch dieser Haken wäre, dass die Läufer die täglichen 20 bis 40 km komplett alleine und mit ihrem gesamten Equipment auf dem Rücken zurücklegen müssen. Dazu gehört übrigens neben Schlafsack und Schlangenbiss-Set auch die Nahrung von gerade einmal 2000 kcal. Einzig das Wasser – täglich ca. 9 Liter – stellt der Veranstalter zur Verfügung.

Diesen Lauf-Genuss durch felsige Ebenen, ausgetrocknete Flussbetten oder auch über Sanddünen überstanden die Läufer für 2.900,- € bisher auch fast immer problemlos. Wenn wir den einen Teilnehmer, der sich in einem Sandsturm verirrte und erst 9 Tage später, 200km vom Kurs entfernt und um 15 kg leichter gefunden wurde einmal außen vor lassen…

3. Badwater Ultramarathon – erst gut durchbraten, dann schockfrosten...

Sandstürme gibt es bei diesem Ultramarathon immerhin keine. Damit es aber nicht langweilig wird, beginnen die 217 Kilometer im US-amerikanischen Death Valley – welchen schöneren Ort könnte man sich zum Laufen vorstellen? Und natürlich ist der Lauf so begehrt – jeder möchte ja gerne mitten im Hochsommer bei etwa 50°C Ausdauersport betreiben – dass die Teilnahme nur durch Einladung möglich ist. Die Besten der Besten der Besten werden zu diesem Zweck extra von einer Jury ausgewählt.

Und so machen sich jedes Jahr 100 Verrückte – pardon, Versierte – auf nach Bad Water, um von dort die hübsche Strecke bis zum Mt. Whitney, dem kältesten Punkt der USA, jenseits von Alaska zu erlaufen. Das offizielle Ziel ist inzwischen übrigens auch nicht mehr der Gipfel in 4.421 Metern Höhe, sondern liegt nun aus umweltschützenden Gründen bei 2.530 Metern. Sehr löblich, aber wer schützt eigentlich die Läufer vor ihrem eigenen Wahnwitz…?

4. Everest-Marathon – es kann ja nur noch bergab gehen…

Wenn schon nicht mehr beim Badwater Ultramarathon der Gipfel gestürmt werden kann, dann doch aber wenigstens beim Mount Everest, oder? Aber weit gefehlt – auch hier dürfen die Läufer schon wieder nicht so, wie sie gerne wollen. Lediglich auf 5.364m ins Everest Base Camp hoch dürfen sie und müssen sich mit dem Ausblick auf den höchsten Berg der Welt begnügen. Danach geht es nämlich nur noch bergab bis zum Namche Baazar auf 3.446m.

Das letzte bisschen Nervenkitzel wird den Läufern dadurch zunichte gemacht, dass es Pflicht ist, bereits drei Wochen vor Starttermin Ende Mai in Nepal anzukommen, um sich an die Höhe und die dadurch extremen Luftverhältnisse zu akklimatisieren. Einzig die Witterungsbedingungen machen das Ganze wieder ein bisschen spannend, denn ob es sonnige 20°C, verregnete 10°C oder eisige -2°C sind, kommt Dank Treibhauseffekt ganz auf das persönliche Glück an.

Für 500,- $ könnte insgesamt aber sicherlich mehr Action geboten werden, zumindest wenn es nach den Extremläufern geht…

5. Dschungel-Marathon – Tierliebe zwischen Anakondas und Piranhas…

Dann doch lieber in den Flieger nach Brasilien steigen und die Langeweile im Floresta National de Tapajos Nationalgebiet vertreiben. Hier ist der Marathon die kürzeste Distanz, wer wirklich etwas auf sich hält, der läuft aber bitte schön die 122 km oder am besten noch die 254 km. Denn erst bei dieser Distanz wird es so richtig interessant, bei 99% Luftfeuchtigkeit, tropischen Temperaturen von über 40°C und einer Strecke über Stock und Stein, durch Flüsse und den dichtesten Regenwald. Herrlich!

Auch wenn gerade einmal 75 Teilnehmer zugelassen werden, kommen sie sich bestimmt nicht einsam vor zwischen den Krokodilen, Anakondas und Jaguaren. Zoobesuch war gestern, der moderne Läufer schaut sich das Wildtier eben live vor Ort an! Immer mit auf dem Rücken: Das Gepäck mit Kleidung, Verpflegung, Hängematten und Erste-Hilfe-Sets. Hängematten? Natürlich! Die 254 km laufen sich ja nicht an einem, sondern an sage und schreibe sieben Tagen.

Da schlägt das Läuferherz doch extrem höher – für 2.000 $ ein Schnäppchen, dass sich keiner entgehen lassen würde. Oder?

Mehr Infos zu den Läufen: icemarathon.com | darbaroud.com | badwater.com | everestmarathon.com | junglemarathon.com

 

Quellen: maennernews.info | adrenalin-deals.com

Foto: © Shakzu - Fotolia.com

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Dorislon
14 Juli 2017 - 23:17

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