Fersenfußlaufen
Der Laufstil für lange Strecken und Einsteiger
Der Fersenlaufstil ist der am weitesten verbreitete Laufstil und deutlich weniger anstrengend als der Vorfußlauf. Darum ist er besonders für Anfänger und lange Strecken geeignet.
Wie dem Namen schon zu entnehmen ist, zeichnet sich dieser Laufstil vor allem dadurch aus, dass der Fuß bei der Laufbewegung zunächst mit dem Außenrand der Ferse auf den Boden aufkommt, dann leicht nach Innen einknickt und über den gesamten Fuß abrollt und sich über den Fußballen und die Zehen abstößt. Im Idealfall werden die Füße nicht sehr weit vom Boden angehoben, damit sie bis zum nächsten Schritt nur eine kleine Strecke zurücklegen müssen.
Gerade Laufanfänger nutzen diesen Laufstil meist unbewusst, aber auch Athleten nutzen den Fersenlauf, sobald die Strecken länger als 1.000m werden. Damit ist dies auch der bevorzuge Laufstil von Langstreckenläufern und die Wahl des Laufstils zum Marathon. Gerade auch Läufer mit Problemen in der Achillessehne oder übergewichtige Läufer sollten den Fersenlauf dem Vorderfußlauf vorziehen. Wobei gerade übergewichtige Läufer darauf achten sollten, dass die Gelenke stärker beansprucht werden. Gegebenenfalls sollte hier durch entsprechende Laufschuhe oder Einlagen entgegengewirkt werden.
Vor- und Nachteile der Fersenfußlaufens
Beim Fersenfußlauf liegen der Lande- und der Abdruckpunkt des anderen Fußes nur rund 30 Zentimeter auseinander. Das ist deutlich weniger als bei den anderen Laufarten. Somit kann man diese Entfernung ohne Springen oder zu große Schritte zurücklegen und bleibt sehr stabil. Das macht den Fersenlauf so ökonomisch.
Als Fersenläufer nutzen Sie optimal die Dämpfung über die Knie. Voraussetzung ist aber, dass Sie auch ausreichend gut gedämpfte Laufschuhe haben, da das Abrollen über den gesamten Fuß erfolgt und damit die Gelenke stärker beansprucht. Die Mehrheit der Laufschuhe sind auf Fersenläufer abgestimmt. Zudem ist die Laufbewegung auch flüssig, da die Bewegung direkter in Richtung Becken weitergeleitet wird. Durch das Abrollen über die gesamte Sohle wird auch eine Überpronation begünstigt.
Für das Fersenlaufen spricht vor allem die Eignung über die längere Distanz und die kräftesparende Bewegung, insbesondere wenn die eigene Laufgeschwindigkeit eher langsam ist.
Allerdings hat diese Lauftechnik auch ihre Nachteile. Denn bei der Landung treten hohe Belastungen auf die Gelenke auf. Außerdem wird der Schritt schnell etwas unsicher, wenn das Gelände uneben wird. Dadurch erhöht sich das Verletzungsrisiko.
Fersenfußlaufen und die passenden Laufschuhe
Einen idealen Laufschuh für Fersenläufer gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen jedes einzelnen Sportlers. Der eine läuft mehr aus der Außenkante des Fußes, man spricht von einer Supination. Der andere belastet die Innenseite mehr (Pronation). Auch X-Beine, O-Beine oder eine neutrale Beinhaltung müssen beim Laufschuhkauf berücksichtigt werden. Schwerere Läufer brauchen mehr Dämpfung. Darum lohnt sich für jeden, der den Vorfußlauf bevorzugt, sich über seine eigene Fußhaltung zu informieren, bevor man den falschen Schuh kauft.
Zusammenfassung
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Fersen- oder Rückfußlauf die richtige Technik ist, wenn man auf ebener Strecke und gleichmäßigem Untergrund ins „Rollen“ kommen will. Sofern Sie mit ihrem persönlichen Laufstil nicht zu einer Überpronation neigen – also sehr stark auf der Außenseite des Fußes laufen – ist dieser Laufstil für Anfänger sehr gut geeignet. Aber auch Lang- und Mittelstreckenläufer können im Training oder im Wettkampf mit diesem Stil das Ziel locker erreichen.