
Verrenkungen (Luxationen) können nicht nur die Folgen eines Unfalls sein, sondern kommen auch beim Sport relativ häufig vor. Von einer Verrenkung oder sogar einer vollständigen Luxation können vor allem die Gelenke im Bereich der Schultern, der Ellenbogen, der Finger und der Kniescheibe betroffen sein. Wird durch eine unkontrollierte Bewegung, einen Stoß oder einen Sturz Gewalt auf eines dieser Gelenke ausgeübt, können sich die Gelenkflächen gegeneinander verschieben, so dass das Gelenk in eine unnatürliche Richtung bewegt wird. Springt das Gelenk nicht spontan wieder in seine normale Position zurück, sondern verbleibt in der anomalen Stellung, liegt unter Umständen nicht nur eine leichte Verrenkung vor, sondern sogar eine vollständige Luxation oder Auskugelung. Begleitet werden solche Verrenkungen oft von Bänderrissen und Verletzungen der Gelenkkapseln. Bei Läufern, die sich häufiger Verrenkungen in denselben Gelenken zuziehen, können solche Laufverletzungen in der Folge aufgrund einer übermäßigen Bänderdehnung immer häufiger vorkommen, da das betroffene Gelenk auch schon bei geringeren Belastungen die Tendenz hat, aus seiner Halterung zu springen.
Die Symptome einer Verrenkung
Wenn die Knochen, die das Gelenk bilden, durch eine Verrenkung gegeneinander verdreht werden und nicht sofort wieder in ihre ursprüngliche Position zurückspringen, ist eine solche Sportverletzung mit sehr starken Schmerzen verbunden. Das betroffene Gelenk schwillt zudem an, und es können sich Hämatome (Blutergüsse) bilden. Eine Bewegung des, sich in einer abnormen Stellung befindlichen Gelenks, ist nicht, oder nur noch unter heftigen Schmerzen möglich.
Die Diagnose von Verrenkungen
Bei einer Verrenkung sollte unbedingt sofort der Arzt oder Sportarzt aufgesucht werden, der durch eine gründliche körperliche Untersuchung feststellt, inwieweit die Gelenkbeweglichkeit eingeschränkt ist oder eventuell auch über das normale Maß hinausgeht. Bei der klinischen Untersuchung geben auch etwaige auftretende Geräusche während der Bewegungen Aufschluss über das Maß der Verletzung. Vor allem aber wird der Arzt eine abnorme Gelenkstellung durch Tastbefunde diagnostizieren, wobei auch eine Veränderung der Hautfarbe im betroffenen Bereich sowie eine erhöhte Temperatur von Bedeutung sind. Zusätzlich zur klinischen Untersuchung werden anschließend Röntgenaufnahmen angefertigt, mit deren Hilfe mögliche Begleitschäden festgestellt werden können. Zudem liefern die Röntgenaufnahmen die Grundlage für das Wiedereinrenken des Gelenks.
Die Therapie der Verrenkung
Wie bei anderen Laufverletzungen ist auch bei Verrenkungen und Gelenkschmerzen die PECH-Regel maßgebend. Diese Sofortmaßnahmen sehen vor, dass sofort nach der Verletzung pausiert wird, das verdrehte Gelenk mit Eis gekühlt, mit Bandagen kompressiert und hoch gelagert wird. Dadurch reduzieren sich nicht nur die mit Verrenkungen verbundenen Schmerzen, sondern auch die Schwellungen treten weniger stark in Erscheinung, so dass dem Arzt das spätere Einrenken der Gelenke erleichtert wird. Dieses sollte sobald wie möglich nach der Luxation erfolgen, wobei bei kleineren Verrenkungen wie denen der Fingergelenke eine örtliche Betäubung ausreicht, während das Einrenken großer Gelenke wie der Schultern unter Vollnarkose durchgeführt wird. Nach der Behandlung wird noch einmal eine Röntgenaufnahme gemacht, um zu kontrollieren, ob die Gelenkflächen nun wieder die korrekte Stellung zueinander einnehmen.
Damit die Verrenkung ausheilen kann, folgt im Anschluss an die Behandlung eine Ruhigstellung für die Dauer von acht bis zehn Tagen, wobei das Anlegen eines Gipsverbandes, einer Schiene oder einer elastischen Bandage für die notwendige Entlastung des verletzen Gelenks sorgen. Nach dieser Genesungszeit sollte zügig mit einer vorsichtigen Mobilisierung unter physiotherapeutischer Anleitung begonnen werden, da eine zu lange Ruhigstellung eines Gelenks zu einer Kapselschrumpfung führen könnte.
Verrenkungen vorbeugen
Der beste Schutz vor Laufverletzungen wie Verrenkungen ist eine gut trainierte Muskulatur. Neben regelmäßigem Krafttraining sind aber auch das Koordinationstraining bei der Prophylaxe von Luxationen von Bedeutung sowie das gründliche Aufwärmen vor dem Lauftraining. Sportler, die ihre körperlichen Schwachpunkte genau kennen, könnten diese nach einer überstandenen Verletzung zudem vorsorglich durch Bandagen und Verbände schützen, um erneuten Verrenkungen vorzubeugen.
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