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17.08.2012 von

Verrenkung

Verrenkung - Luxation

Verrenkung

Verrenkungen können nicht nur die Folgen eines Unfalls sein, sondern kommen auch beim Sport relativ häufig vor. Es wird dabei die vollständige Verrenkung oder Auskugelung (Luxation) von der unvollständigen Verrenkung (Subluxation) unterschieden. Von dieser Verletzung können vor allem die Gelenke im Bereich der Schultern, der Ellenbogen, der Finger und der Kniescheibe betroffen sein.

Verletzungsursachen und Folgen

Wird durch eine unkontrollierte Bewegung, einen Stoß oder einen Sturz Gewalt auf ein Gelenk ausgeübt, können sich die Gelenkflächen gegeneinander verschieben, so dass das Gelenk in eine unnatürliche Richtung bewegt wird. Trennen sich die Gelenkflächen voneinander, so wird dies als vollständige Verrenkung bezeichnet; besteht noch teilweise Kontakt zwischen den Knochen, so ist die Verrenkung unvollständig.

Begleitet werden solche Verrenkungen oft von Bänderrissen und Verletzungen der Gelenkkapseln. Bei Läufern, die sich häufiger Verrenkungen in denselben Gelenken zuziehen, können solche Laufverletzungen in der Folge aufgrund einer übermäßigen Bänderdehnung immer häufiger vorkommen, da das betroffene Gelenk auch schon bei geringeren Belastungen die Tendenz hat, aus seiner Halterung zu springen.

Symptome und Erste Hilfe

Wenn die Knochen, die das Gelenk bilden, durch eine Verrenkung gegeneinander verdreht werden und nicht sofort wieder in ihre ursprüngliche Position zurückspringen, ist eine solche Sportverletzung mit sehr starken Schmerzen verbunden. Das betroffene Gelenk schwillt zudem an, und es können sich Hämatome (Blutergüsse) bilden. Eine Bewegung des sich in einer abnormen Stellung befindlichen Gelenks ist nicht oder nur noch unter heftigen Schmerzen möglich.

Wie bei anderen Laufverletzungen ist auch bei Verrenkungen und Gelenkschmerzen die PECH-Regel maßgebend. Diese Sofortmaßnahmen sehen vor, dass sofort nach der Verletzung pausiert wird, das verdrehte Gelenk mit Eis gekühlt, mit Bandagen kompressiert und hoch gelagert wird. Dadurch reduzieren sich sowohl die auftretenden Schmerzen als auch die Schwellung des Gelenks.

Die Diagnose

Bei einer Verrenkung sollte unbedingt sofort nach den Erste-Hilfe-Maßnahmen der Arzt oder Sportarzt aufgesucht werden. Er stellt durch eine gründliche körperliche Untersuchung fest, inwieweit die Gelenkbeweglichkeit eingeschränkt ist oder eventuell auch über das normale Maß hinausgeht. Bei der klinischen Untersuchung geben auch etwaige auftretende Geräusche während der Bewegungen Aufschluss über das Maß der Verletzung.

Vor allem aber wird der Arzt eine abnorme Gelenkstellung durch Tastbefunde diagnostizieren, wobei auch eine Veränderung der Hautfarbe im betroffenen Bereich sowie eine erhöhte Temperatur von Bedeutung sind. Zusätzlich zur klinischen Untersuchung werden anschließend Röntgenaufnahmen angefertigt, mit deren Hilfe mögliche Begleitschäden festgestellt werden können. Zudem liefern die Röntgenaufnahmen die Grundlage für das Wiedereinrenken des Gelenks.

Die Therapie bei Verrenkungen

Wurde das verrenkte Gelenk direkt nach der Verletzung geschont und versorgt, erleichtert dies dem Arzt das spätere Einrenken der Gelenke. Dies sollte sobald wie möglich nach der Luxation erfolgen, wobei bei kleineren Verrenkungen wie denen der Fingergelenke eine örtliche Betäubung ausreicht, während das Einrenken großer Gelenke wie der Schultern unter Vollnarkose durchgeführt wird. Danach wird noch einmal eine Röntgenaufnahme gemacht, um zu kontrollieren, ob die Behandlung erfolgreich war.

Damit die Verrenkung ausheilen kann, folgt im Anschluss eine Ruhigstellung für die Dauer von acht bis zehn Tagen, wobei das Anlegen eines Gipsverbandes, einer Schiene oder einer elastischen Bandage für die notwendige Entlastung des verletzen Gelenks sorgen. Nach dieser Genesungszeit sollte zügig mit einer vorsichtigen Mobilisierung unter physiotherapeutischer Anleitung begonnen werden, da eine zu lange Ruhigstellung eines Gelenks zu einer Kapselschrumpfung führen könnte.

Verrenkungen vorbeugen

Der beste Schutz vor Laufverletzungen wie Verrenkungen ist eine gut trainierte Muskulatur. Neben regelmäßigem Krafttraining sind aber auch das Koordinationstraining bei der Prophylaxe von Luxationen von Bedeutung sowie das gründliche Aufwärmen vor dem Lauftraining. Sportler, die ihre körperlichen Schwachpunkte genau kennen, könnten diese nach einer überstandenen Verletzung zudem vorsorglich durch Bandagen und Verbände schützen, um erneuten Verrenkungen vorzubeugen.

 

Quellen: netdoktor.de | medizininfo.de | bleib-gesund-service.de

Foto: © Irena Misevic - fotolia

 

Fazit

  • Eine Verrenkung ist die Folge einer Gewalteinwirkung auf die Gelenke, deren Flächen sich gegeneinander verschieben bzw. von einader lösen
  • Springt das verrenkte Gelenk nicht in seine natürliche Stellung zurück, sind heftige Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und Bewegungseinschränkungen die Folge
  • Ausgekugelte Gelenke müssen so schnell wie möglich von einem Arzt wieder eingerenkt werden
  • Eine kräftige Muskulatur, gründliches Aufwärmen vor dem Laufen sowie ein Schutz der anfälligen Gelenke durch Bandagen und Verbände helfen, Verrenkungen vorzubeugen
 
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