
Hammerzehen entstehen durch eine Beugung der Zehen im Zehenendgelenk und einer Streckung oder Überstreckung des Grundgelenks. Unter Umständen kommt es zu einer teilweisen Verrenkung des Zehengrundgelenks sowie des Mittelfußknochengelenks. Die Zehenspitze liegt hammerartig auf dem Boden auf – woher auch der Begriff Hammerzeh herrührt. Ein Digitus malleus kann sowohl in flexibler als auch in starrer Form vorkommen. Bleiben die Zehen lange Zeit in ihrer Fehlstellung, gehen sie allmählich in eine fixierte Stellung über und lassen sich dann nicht mehr in ihre natürliche Form bringen.
Abgesehen von schmerzhaften Druckstellen können Hammerzehen für Läufer insofern problematisch sein, als diese Fehlstellungen der Kleinzehen das Ausbalancieren des Fußes sowie die Abrollbewegung beim Laufen behindern.
Verursacht eine Hammerzehenstellung keine großen Beschwerden beim Gehen oder beim Lauftraining, ist eine Operation der Zehen nicht notwendig – abgesehen davon, dass die „verkrüppelten“ und schwieligen Zehen ein kosmetisches Problem darstellen können. Wie auch beim Hallux valgus sind es vor allem Frauen, die unter Hammerzehen leiden.
Die Hammerzehe im Vergleich zu den anderen Formen der Zehendeformation
Während die eigentlichen Hammerzehen nur eine Streckung der Zehengrundgelenke aufweisen, ist bei der Krallenzehe dieses Grundglied überstreckt, wobei Mittel- und Endglied der Zehe so gebeugt sind, dass die Zehenspitze bei stehendem Fuß den Boden nicht berührt. Bei der so genannten Klauenzehe kommt es durch die starke Beugung beider Zehengelenke sogar zum vollständigen Einrollen der Zehe, was dazu führt, dass beim Gehen der Zehennagel auf dem Boden aufsetzt. Schließlich kommt es noch vor, dass der kleine Zeh auf der vierten Zehe aufliegt; in einem solchen Fall wird von einem Digitus quintus supraductus gesprochen.
Symptome der Hammerzehen
Die Hammerzehenform eines oder mehrerer Zehen führt durch Druckstellen im Schuh zu Hornhautschwielen über den Zehenmittelgelenken, die beim Gehen und Laufen zu Schmerzen führen können und zu Entzündungen neigen. Durch die chronische Druckbelastung kommt es häufig zur Ausbildung eines Hühnerauges, was mit starken Beschwerden beim Laufen einhergehen kann und auch vom kosmetischen Gesichtspunkt aus ein Problem darstellen kann.
Unkorrigiert nimmt diese Zehendeformität im weiteren Verlauf stetig zu, wobei dieser Vorgang durch lange Laufstrecken und intensives Lauftraining noch beschleunigt wird. In Einzelfällen kann es sogar zu einem Luxieren (Herausrutschen) der Hammerzehen aus dem Grundgelenk kommen.
Ursachen der Hammerzehenform
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Die Hauptursache für das Auftreten von Hammerzehen ist das Tragen von zu engen Schuhen – vor allem Bereich des Vorfußes - mit hohen Absätzen, die zu einer chronischen Überlastung und Fehlbelastung des vorderen Fußteils führen. Haben die Zehen nicht genügend Platz in den Schuhen, wird der große Zeh zur Seite gedrängt, so dass die Kleinzehen nach oben ausweichen müssen und den Bodenkontakt verlieren.
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Zu wenig Bewegung und vor allem zu wenig Barfußlaufen kann ebenfalls die Entstehung von Hammerzehen begünstigen.
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Zu den anlagebedingten Ursachen des Digitus malleus zählen Fußfehlstellungen wie Spreizfuß, Knickfuß und Plattfuß.
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Weitere Gründe für eine Hammerzehenstellung sind in verkürzten Zehenbeugern, neurologischen Störungen, unfallbedingten Fußerkrankungen, Muskelverletzungen des Fußes oder des Unterschenkels, rheumatischen Erkrankungen sowie muskulären Dysbalancen zu finden.
Therapie der Hammerzehe
Zur akuten Beschwerdelinderung geeignet sind entzündungshemmende Medikamente und Salben sowie das Abtragen der Hornhautschwielen an den Zehenmittelgelenken. Die prominenten Bereiche der Hammerzehe können zudem durch entsprechende Schuheinlagen zur Abstützung der Zehen sowie eine Vorfußweichbettung vor weiterem Druck geschützt werden.
Hammerzehen sind im günstigsten Fall passiv zu korrigieren – durch Zügelverbände, das Tragen von Nachtschienen und Zehengymnastik. Nur dann, wenn die Hammerzehenstellung therapieresistent ist und mit starken Beschwerden einhergeht, ist eine Operation notwendig. Ziel einer solchen Maßnahme ist die dauerhafte Korrektur der Zehenfehlstellung, was sich durch eine Verkürzung der Knochenstrecke erreicht wird, die zu einer Entlastung der passiven Sehnenspannung führt. Die Prognose für diese komplikationsarme Operation der Hammerzehen ist gut, und in den meisten Fällen wird eine völlig Beschwerdefreiheit und gute Beweglichkeit der Zehen erreicht. Eine länger andauernde Laufpause ist normalerweise nicht erforderlich.
Hammerzehen vorbeugen
Um Hammerzehen vorzubeugen sollten Sportler Laufschuhe mit ausreichend weitem Vorfußbereich tragen und auch bei ihren Straßenschuhen auf einen bequemen Sitz achten, der den Zehen viel Bewegungsfreiheit lässt. Häufiges Barfußtraining auf dafür geeignetem Laufuntergrund ist ebenso eine Möglichkeit, der Entstehung von Hammerzehen entgegenzuwirken.
Um Ungleichgewichte in der Muskulatur der Füße und der Zehen zu korrigieren, sollte gymnastische Übungen für die Zehen mit in das tägliche Lauftraining aufgenommen werden. Auch das Tragen von Nachtschienen oder Zügelverbänden dient diesem Zweck, ist aber im Unterschied zur Zehengymnastik nur eine Lösung beim Vorhandensein einer passiv ausgleichbaren Fehlstellung der Zehen.
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