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Hilft Laufen gegen Cellulite?

Lässt sich Cellulite durch Laufen und Sport treiben bekämpfen?

Hilft Laufen gegen Cellulite?

Die Cellulite (oder Zellulite) ist auch unter dem Begriff „Orangenhaut“ bekannt, weil die von Cellulite betroffenen Hautpartien an das Aussehen einer Orangenschale erinnern. Wer schon etwas älter ist, kennt die Orangenhaut vielleicht noch unter dem Begriff Zellulitis bzw. Cellulitis. Da die Endung „itis“ aber auf entzündliche Körperprozesse hindeutet und es sich bei dem Dellenphänomen nur höchst selten um Entzündungen des Bindegewebes handelt, lautet die korrekte Bezeichnung Cellulite oder Zellulite.

Cellulite als "Schönheitsmakel"

Die dellenförmige Haut an Oberschenkeln, Po und Bauch ist ein typisch weibliches Phänomen, das sich bei Männern nur höchst selten findet. Rund 80 Prozent aller Frauen weisen eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Cellulite auf, wobei selbst ambitionierte Sportlerinnen unter diesem „Schönheitsmakel“ leiden können. Tatsächlich ist die Cellulite nur ein kosmetisches Problem – und dazu noch eines, das bis vor 50 Jahren allgemein überhaupt nicht als Makel empfunden, sondern als natürliches Attribut des weiblichen Körpers einfach hingenommen wurde.

Heute aber sind viele Frauen unglücklich darüber, dass sie nicht die makellosen  glatten Beine besitzen wie die allgegenwärtigen Models in den Massenmedien, und versuchen alles, um die ungeliebten Dellen zu bekämpfen. Bis zu einem gewissen Grad helfen Laufen und andere Sportarten, die die Problemzonenbereiche Bauch-Beine-Po trainieren, Cellulite zu lindern, während Behandlungen mit Anti-Cellulite-Cremes weitestgehend unwirksam sind.

Warum sind fast ausschließlich Frauen von Cellulite betroffen?

Während selbst schlanke sportliche Frauen Dellen in der Haut der Oberschenkel aufweisen können, ist die Männerhaut meist cellulitefrei, sogar bei übergewichtigen Männern! Verantwortlich für diese „Ungerechtigkeit“ sind die unterschiedlichen genetischen Vorgaben bei den beiden Geschlechtern:

Die Ursache der Cellulite sind die Fettzellen des Unterhautgewebes, die durch das Bindegewebe durchdrücken und das Dellenbild erzeugen. Bei Frauen nun ist das Bindegewebe lockerer als bei Männern und  ihre Haut ist dünner. Außerdem lagert sich überschüssiges Fett bei Frauen bevorzugt im Bereich der Hüften, des Gesäßes und der Oberschenkel ab. Bei Männern haben es die Fettzellen viel schwerer, durch das feste Bindegewebe und die dicke Haut durchzudrücken. Zudem neigen Männer zu einer apfelförmigen Fettverteilung, so dass bei ihnen die typisch weiblichen Problemzonen eher schlank sind.

Was bei Frauen erschwerend hinzukommt, ist die Tatsache, dass der weibliche Körper im Bein- und Hüftbereich viel leichter Fett aufbaut als abbaut. Der Grund dafür ist, dass die Fettzellen im Unterhautgewebe von Beinen und Gesäß weit mehr Rezeptoren für Fettabbau hemmende Hormone besitzen als für Hormone, die die Fettverbrennung fördern. Dass Männer nur selten Cellulite aufweisen, ist also auch dem Umstand zu verdanken, dass ihre Fettzellen im Bereich Bauch, Beine, Po fünf Mal weniger Fettabbau hemmende Rezeptoren besitzen als die der Frauen. 

Schweregrade der Cellulite und sie begünstigende Faktoren

Bei der Cellulite werden vier Schweregrade unterschieden, wobei nur wenige Frauen den Schweregrad 0 - also eine vollkommen cellulitefreie Haut besitzen. Die meisten Frauen haben Orangenhaut der Grade 1 (leichte Dellenbildung, die meist nur die betreffende Frau selbst bemerkt, wenn sie den „Kneiftest“ an den Oberschenkeln macht) oder 2 (mittlere Cellulite, die auch andere Leute sehen, wenn die Frau steht). Bei der Cellulite vom Schweregrad 3 ist die Dellenbildung so stark ausgeprägt, dass sie sowohl im Stehen als auch im Liegen deutlich hervortritt, wobei in manchen Fällen auch eine Druckempfindlichkeit in den betreffenden Hautbereichen vorhanden ist.

Cellulite wird sich umso mehr störend bemerkbar machen, je größer die Fettzellen in den betroffenen Bereichen sind. Sind die Fettzellen wegen Übergewicht (meist durch eine zu fett- und kalorienreiche Ernährung und einen Mangel an Sport und Bewegung) prall gefüllt und vergrößert, können in der Folge die für die Mikrozirkulation wichtigen kleinen Blutgefäße im Gewebe abgedrückt werden, was zu einer Verschlechterung der Durchblutung führt.

Neben einer niedrigeren Körpertemperatur in den Cellulite-Bereichen führt diese Durchblutungsstörung auch zu einem verlangsamten Stoffwechsel und einer Behinderung des Lymphabflusses, wodurch sich das orangenähnliche Aussehen der Haut weiter verstärkt. Zu den die Zellulite begünstigenden Faktoren zählen daher vor allem Übergewicht und Durchblutungsstörungen oder ein niedriger Blutdruck. Auch eine ererbte Bindegewebsschwäche, das Vorkommen von Cellulite bei anderen Familienmitgliedern sowie Venenerkrankungen und hormonelle Veränderungen können dem Auftreten von Orangenhaut Vorschub leisten. Da die genetische Anlage und Hormonverschiebungen nicht bzw. kaum beeinflussbar sind, sind es vor allem die Punkte „Abnehmen“ und „Durchblutung verbessern“, die sich als Ansätze im Kampf gegen die Cellulite anbieten.

Was jede Frau selber tun kann, um Cellulite vorzubeugen oder zu lindern

Cellulite ist bei Frauen zwar normal und keineswegs eine Erkrankung, gegen die unbedingt vorgegangen werden müsste, aber die unschönen Hautdellen an den Problemzonen entsprechen nicht dem herrschenden Schönheitsideal und sind deshalb gerade jüngeren Frauen ein Dorn im Auge. Durch eine Mischung aus Sport, kalorienbewusster und gesunder Ernährung sowie Massagen können auf längere Sicht einige Erfolge im „Kampf“ gegen die Orangenhaut verzeichnet werden – vor allem dann, wenn sich die Cellulite noch im Anfangsstadium befindet.

  • Abnehmen und gesunde Ernährung: Zwar können auch sehr schlanke Frauen von Cellulite an den Oberschenkeln oder dem Po betroffen sein, aber in der Regel  hilft eine kalorienreduzierte Diät, nach und nach auch die Dellenbildung in gewissem Umfang zu verringern. Durch eine Gewichtsreduktion kommt es nämlich zu einer Verkleinerung der Fettzellen, auch wenn sich die Anzahl der Zellen nicht verringern lässt.  Sehr wichtig ist auch eine ausreichende Trinkmenge, da viel Flüssigkeit dazu beiträgt, den Abtransport von Stoffwechselendprodukten aus dem Cellulitegewebe zu beschleunigen.
  • Massagen, Lymphdrainagen und Wechselduschen: Diese Maßnahmen, die die Durchblutung und den Lymphfluss der Orangenhaut anregen, können ebenfalls dazu beitragen, Cellulite zu reduzieren.
  • Viel Bewegung, Laufen und andere Sportarten: Vor allem der Laufsport und andere Sportarten, die den Bereich der Beine und des Pos trainieren, sind hilfreich im Kampf gegen Cellulite. Neben den Ausdauersportarten Laufen, Joggen und Walken, sind hier vor allem noch Radfahren, Schwimmen und Aquajogging zu nennen. Auch das regelmäßige Durchführen der weiter unten aufgeführten Cellulite-Übungen ist zu empfehlen, denn Bewegung und Sport unterstützen die Durchblutung im Cellulite-Gewebe, sorgen für einen schnelleren Abtransport von Stoffwechselschlacken und aktivieren die träge Lymphe. Allerdings sind Sport und Laufen keine Garantie für straffe, glatte Haut ohne Cellulite, denn selbst manche Marathonläuferinnen weisen die ungeliebte Orangenhaut auf. Regelmäßiges Lauftraining hat leider keinen Einfluss auf die genetische Anlage zur Cellulite, aber es kann zumindest dazu beitragen, die Dellenbildung durch eine Kräftigung des Oberschenkel-Bindegewebes zu reduzieren. 

Anti-Cellulite-Cremes – fragwürdig und kostspielig

Die Stiftung Warentest ist von den im Handel erhältlichen Cremes und Salben gegen Cellulite nicht überzeugt und beurteilt sie pauschal als wirkungslos. Anti-Cellulite-Cremes enthalten durchblutungsfördernde Stoffe oder solche, die angeblich den Stoffwechsel der Fettzellen beeinflussen. Frauen, die unter Krampfadern oder Besenreisern leiden, sollten vorsichtig bei der Anwendung dieser Cellulite-Cremes sein, da die bessere Durchblutung zu einer vermehrten Erweiterung dieser Blutgefäße führen kann, was nicht wünschenswert ist.

Ungeklärt bei den vielen Anti-Cellulite-Cremes ist dabei die Frage, ob die Wirkstoffe überhaupt so tief ins Unterhautfettgewebe gelangen, dass sie dort eine nennenswerte Wirkung entfalten können. Und wenn diese Frage bejaht werden kann, ergibt sich ein weiteres Problem: Produkte, die nicht nur auf die Haut, sondern sogar auf das Unterhautfettgewebe einwirken, dürfen nicht als Kosmetikprodukte verkauft werden. Schließlich besteht möglicherweise die Gefahr, dass die Anti-Cellulite-Wirkstoffe ins Blut und damit in den gesamten Kreislauf gelangen.

Die Möglichkeiten der Schönheitschirurgie im Kampf gegen Cellulite

Frauen, die sehr unter ihrer Orangenhaut leiden, haben die Möglichkeit, sich an eine Arzt bzw. einen Schönheitschirurgen zu wenden, dem diverse Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen, um die Fettschicht unter der Haut zu verringern  und das Bindegewebe zur Neubildung anzuregen:

  • tiefenwirksame Massagen der von Cellulite betroffenen Hautpartien mit Hilfe von Hitze (Radiofrequenzstrom, Laser), Ultraschall oder Vakuum
  • Lipolyse (das Absaugen von Fett durch Kanülen), Kryolipolyse (Zerstörung der Fettzellen durch Kälte) und die Carboxytherapie, bei der Kohlendioxid in die Cellulite-Bereiche injiziert werden, um durch den darauf einsetzenden vermehrten Sauerstoffstrom die Durchblutung des Cellulite-Gewebes anzuregen und das Fettgewebe zu verringern.
  • Bei schwerer Zellulite und sehr starker Dellenbildung können mittels Subzision die Bindegewebsstränge unter der Haut chirurgisch gelöst werden.

Die unterschiedlichen apparativen Cellulite-Therapien verbessern die Elastizität der Lederhaut sowie die Gewebedurchblutung und den Lymphabfluss, was sich positiv auf das gesamte Hautbild im Bauch-Beine-Po-Bereich auswirkt. Es sind allerdings mehrere Sitzungen notwendig, um gute Erfolge zu erzielen.

Die chirurgischen Verfahren gegen Cellulite – vor allem die Fettabsaugung – bringen nicht immer die erhofften positiven Ergebnisse, da sich in einigen Fällen durch die Liposuktion neue Dellen unter der Haut bilden können. Dieses Risikos sollten sich die Patientinnen bewusst sein, wenn sie ihre Cellulite chirurgisch beseitigen lassen wollen. 

Mit Laufen gegen Cellulite?

Laufen kann eine sinnvolle Maßnahme sein, um der Entstehung von Cellulite vorzubeugen und eine bereits bestehende Stoffwechselstörung günstig zu beeinflussen. Um den Abtransport der Stoffwechselschlacken zu unterstützen, sollte zusätzlich auf die Aufnahme von genügend Flüssigkeit geachtet werden. Da es aber sogar Marathonläuferinnen gibt, die Cellulite haben, ist Laufen keine Garantie für glatte und straffe Oberschenkel ohne Dellen. Die genetische Komponente der Cellulite lässt sich auch durch Sportarten wie Laufen und Joggen nicht beeinflussen. Wohl aber kann ein regelmäßiges Lauftraining dazu beitragen, das Bindegewebe der Oberschenkel zu kräftigen und somit die Cellulite etwas zu lindern.

Übungen gegen Cellulite

Die nachfolgenden Trainingsübungen gegen Cellulite sollten regelmäßig jeweils bis zu 20 Mal durchgeführt werden, um die Orangenhaut an Beinen und Po zu reduzieren:

  • 1. Cellulite-Übung: Mit geradem Rücken langsame Kniebeugen machen, dabei Bauch und Po anspannen und die Füße hüftbreit auseinanderstellen. Die Arme werden nach vorn gestreckt. Schmerzgrenze beachten!
  • 2. Cellulite-Übung: Auf dem Boden sitzend, mit beiden Händen einen Stock umfassen und nun beide Beine in schneller Folge über und unter den Stock bewegen.
  • 3. Cellulite-Übung: So auf den Boden setzen, dass der Po die Fersen berührt. Nun leicht in die kniende Position gehen und mit geschlossenen Beinen den Po abwechselnd links und rechts auf der Erde aufsetzen.
  • 4. Cellulite-Übung: Auf den Rücken legen, die Füße in Hüftbreite aufstellen und das Becken anheben. Nun mit angespannter Pomuskulatur beim Ausatmen die Oberschenkel auseinander ziehen und beim Einatmen wieder zusammenführen.
  • 5. Cellulite-Übung: Auf „allen Vieren“ stehen, so dass der Kopf mit dem Rücken eine Linie bildet. Nun ausatmen und dabei das linke Bein nach hinten strecken. Beim Einatmen das gestreckte Bein langsam senken, und beim erneuten Ausatmen wieder bis in Höhe des Pos heben. Die Anti-Cellulite-Übung anschließend mit dem rechten Bein durchführen.
 

Fazit

  • Cellulite (Zellulite) oder Orangenhaut betrifft rund 80 Prozent aller Frauen, während die meisten Männer cellulitefreie Haut besitzen.
  • Die genetisch bedingte Orangenhaut mit der charakteristischen Dellenbildung findet sich hauptsächlich im Bauch-Beine-Po-Bereich und lässt sich nur bedingt bekämpfen.
  • Um Cellulite vorzubeugen oder sie zu reduzieren, sind neben dem Abbau von Übergewicht alle durchblutungsfördernden Maßnahmen sinnvoll wie Massagen, viel Bewegung und Sport.
  • Besonders Laufen, Radfahren, Schwimmen und andere Sportarten, die die Beine und das Gesäß trainieren, sind hilfreich im Kampf gegen Cellulite.
  • Anti-Cellulite-Cremes gelten als weitgehend wirkungslos, während manche apparative und chirurgische Verfahren gute Erfolge vorweisen können.
 
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