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Laufen und Schwitzen

Ursachen und Wirkung von Schwitzen beim Joggen

Für den menschlichen Körper ist es von lebenswichtiger Bedeutung, dass eine konstante Temperatur in seinem Inneren herrscht. Die Aktivität von Muskeln erzeugt Wärme, so dass ab einer bestimmten Bewegungsintensität die Körpertemperatur steigt und das körpereigene Kühlsystem eingreifen muss. Der Läufer beginnt daher zu schwitzen. Die am ganzen Körper verteilten Schweißdrüsen sondern Flüssigkeit ab, die an der Hautoberfläche verdunstet und so einen kühlenden Effekt erzeugt. Die Menge des abgesonderten Schweißes hängt von der Intensität und Dauer der Belastung sowie von individuellen Faktoren ab. Gerade bei hohen Außentemperaturen und langer Belastung kann der Flüssigkeitsverlust mehrere Liter betragen – was zu der irrigen Annahme führte, man könne durch Schwitzen abnehmen. Auf der Waage bemerkt man allerdings nur das fehlende Wasser im Körper.

So reagieren Sie richtig

Die beim Laufen ausgeschwitzte Flüssigkeit sollte schnellstmöglich ersetzt werden, um eine Austrocknung des Körpers zu verhindern. Zudem verliert der Mensch viele im Schweiß gelöste Mineralien, die ebenfalls ersetzt werden müssen, am leichtesten mit elektrolythaltigen Sportdrinks. Ein regelmäßiges Lauftraining sorgt neben der erhöhten Leistungsfähigkeit auch für eine Verminderung der Mineralienkonzentration im Schweiß; dennoch bleibt der Elektrolytnachschub unverzichtbar.

Schwitzen und Laufbekleidung

Auch bei der Laufkleidung muss der Schweißfluss berücksichtigt werden. Funktionskleidung sorgt dafür, dass die Flüssigkeit nicht im Gewebe bleibt und schnell verdunstet. Baumwolle saugt sich voll und trocknet schlecht; die Kleidung wird schwer und ist unangenehm zu tragen. Außerdem kann, insbesondere bei starkem Wind, der Körper auskühlen. Vom Laufen verschwitzte Kleidung sollte zudem unmittelbar nach der sportlichen Betätigung durch trockene ersetzt werden, um eine Unterkühlung, die schnell zu Erkältungen führt, zu vermeiden.

Schwitzen ist individuell

Die individuelle Veranlagung jedes Menschen äußert sich in der Menge des abgesonderten Schweißes. Manche Menschen schwitzen auch bei hoher Belastung kaum, während sich bei anderen bereits bei geringsten Bewegungsintensitäten Schweißflecken auf der Kleidung abzeichnen. Generell schwitzen Männer mehr als Frauen, aber auch innerhalb der Geschlechter gibt es große Unterschiede. Grundsätzlich ist ein starker Schweißfluss kein gesundheitliches Problem. Allerdings müssen starke Schwitzer noch mehr gegen den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust vorgehen. Nur extremes Schwitzen, das bereits im Alltag für Probleme sorgt, weil es als peinlich empfunden wird, sollte genauer untersucht werden. Maßnahmen gegen übergewicht und der Verzicht auf Koffein und Nikotin können den Schweißfluss mindern. Gründe für übermäßiges Schwitzen können aber auch krankheitsbedingt sein: eine Schilddrüsenüberfunktion zum Beispiel oder auch psychische Probleme. Sollte die Intensität des eigenen Schwitzens als Problem empfunden werden, sollte man sich beim Arzt auf mögliche Krankheiten untersuchen lassen. Oft liegt jedoch eine Hyperhidrose vor; übermäßiges Schwitzen ohne feststellbare Ursache. Hier können Behandlungen wie Iontophorese oder Aluminiumchlorid-Lösungen Abhilfe schaffen. In einzelnen Bereichen, zum Beispiel den Achselhöhlen, können auch operative Eingriffe vorgenommen werden.