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Diagnostik einer Laufverletzung

Methoden der Diagnostik einer Laufverletzung

Diagnostik einer Laufverletzung

Die Voraussetzung für die optimale Therapie einer Laufverletzung ist deren exakte Diagnostik, wobei die klinische Untersuchung durch den Arzt immer noch das wichtigste Element darstellt. Die Anamnese der Laufverletzung, das Abtasten der schmerzenden Körperstellen, Blutanalysen sowie die Überprüfung der Muskel- und Gelenkfunktionen sind handwerkliche Tätigkeiten des behandelnden Arztes, die auch im High-Tech-Zeitalter unverzichtbar sind. Zur Bestätigung einer Verdachtsdiagnose und zum Ausschluss etwaiger anderer Erkrankungen können diverse bildgebende Verfahren die Diagnostik der Laufverletzung ergänzen und unterstützen.

Die klinische Diagnose von Laufverletzungen

Der Arzt oder Sportarzt ist die erste Anlaufstelle eines Sportlers, der Schmerzen aufgrund einer Laufverletzung aufweist. Diesem Arzt kommt auch die Aufgabe zu, durch Befragen des Läufers die Anamnese der Laufverletzung zu erstellen, wobei folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Schmerzen: Wo sind sie lokalisiert, wie fühlen sie sich an, wann treten auf, und seit wann bestehen sie?
  • Trainingsprogramm: Wie steht es um die Trainingsintensität, die Laufumfänge, die Schnelligkeit der Trainingssteigerungen, das Ausgleichtraining für Kraft, Dehnung und Koordination sowie das Einhalten der Regenerationszeiten?
  • Laufschuhe: In welchen Laufschuhen wird trainiert, und werden Fehlstellungen ausgleichende Einlagen verwendet?

Auf die Anamnese der Laufverletzung folgt im weiteren Verlauf der klinischen Diagnostik die Inspektion des verletzten Läufers, wobei sich das Augenmerk des Arztes auf den gesamten Patienten richten sollte und nicht nur auf den Körperteil, der die Beschwerden verursacht. Im Einzelnen ist bei Laufverletzungen zu überprüfen, wie es um die Positionierung des Beckens sowie um etwaige Fehlstellungen der Hüften, Beine oder Füße bestellt ist und ob bestimmte Schonhaltungen eingenommen werden. Ferner inspiziert der Arzt die Haut auf Rötungen, Verdickungen oder sonstige Auffälligkeiten und untersucht das Muskelrelief auf Veränderungen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Palpation - das Ertasten von druckschmerzhaften Punkten -, die dem Arzt Rückschlüsse auf die Art der Laufverletzung erlauben.

Im Anschluss an die Inspektion des verletzten Läufers werden dessen Muskeln und Gelenke einem Funktionstest unterzogen, der Aufschluss darüber geben soll, wie es um die Gelenkbeweglichkeit bestellt ist und ob Muskelverkürzungen oder Muskelabschwächungen vorliegen. Auch eine genaue Analyse der Laufbewegung gehört mit zu diesem Teil der klinischen Diagnostik.

Um Entzündungsvorgänge zu diagnostizieren und genaue Werte über den Knochenstoffwechsel zu erhalten, werden bei der Diagnostik von Laufverletzungen oft noch Blutuntersuchungen vorgenommen.

Bildgebende Verfahren in der Diagnostik von Laufverletzungen

  • Röntgen: Die Röntgenuntersuchung ist die am häufigsten verwendete Methode, um die klinische Diagnostik zu erhärten und eventuelle andere Ursachen von Laufbeschwerden auszuschließen. Die Röntgenstrahlen sind besonders gut geeignet zum Sichtbarmachen von Knochenbrüchen, da die Knochen stark strahlenschluckend sind und somit zu einer veränderten Intensität der Röntgenstrahlen auf dem belichteten Film führen.
  • Ultraschall: Laufverletzungen der Weichteile wie Muskelfaserrisse lassen sich gut mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen diagnostizieren. Bei dieser Diagnostik-Methode, die mit Schallwellen arbeitet, werden die Wellen der untersuchten Körperteile reflektiert und bildlich dargestellt.
  • Computertomografie: Um knöcherne Veränderungen von Veränderungen der Weichteile unterscheiden zu können, ist der Einsatz der Computertomografie (abgekürzt: CT) hilfreich. Mit Hilfe dieses bildgebenden Verfahrens zur Diagnose von Laufverletzungen können Schichtaufnahmen des Körpers in einer Röhre erstellt werden, um beispielsweise Verschleißerkrankungen wie Arthrosen sichtbar zu machen. Auch die Computertomografie bedient sich der Röntgenstrahlen.
  • Magnetresonanztomografie: Die Magnetresonanztomografie (abgekürzt: MRT) oder auch Kernspintomografie ist ein Diagnoseverfahren, das mit starken Magnetfeldern arbeitet, um Laufverletzungen zu diagnostizieren. Der große Vorteil dieser kostspieligen Untersuchung ist, dass die mit keiner Strahlenbelastung einhergeht. Mit der MRT werden in einer Röhre Schichtbilder des Körpers erstellt, die sich besonders gut dazu eignen, Weichteile voneinander abzugrenzen. Die Magnetresonanztomografie wird vor allem bei Laufverletzungen wie Bandscheibenvorfällen und Bandverletzungen im Kniegelenk eingesetzt, um eine Verdachtsdiagnose zu bestätigen.
  • Knochenszintigrafie: Bei diesem Verfahren zur Diagnostik von Laufverletzungen wird sich radioaktiv markierter Substanzen bedient, die die Eigenschaft besitzen, sich an Körperstellen mit erhöhter Stoffwechselaktivität abzulagern, wie sie etwa bei Ermüdungsbrüchen nachweisbar sind. Mit Hilfe der Knochenszintigrafie lässt sich die gemessene radioaktive Strahlung in ein Bild umwandeln, das eine exakte Diagnose der Laufverletzung ermöglicht. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht in der hohen Strahlenbelastung, der der Patient ausgesetzt wird.

Kann der untersuchende Arzt anhand der Anamnese und der klinischen Untersuchung des Läufers bereits eine sichere Diagnose der Laufverletzung stellen, sind diese zum Teil sehr kostspieligen Untersuchungen entbehrlich und kommen nur in Zweifelsfällen zum Einsatz.

Foto: (c) Konstantin Sutyagin | Fotolia.com

 

Fazit

  • Der wichtigste Teil der Diagnostik einer Laufverletzung ist die klinische Untersuchung durch den Arzt, der eine gründliche Anamnese und Inspektion vornimmt und Muskeln und Gelenke auf ihre Funktionen hin überprüft
  • Zur Erhärtung einer Verdachtsdiagnose und zum Ausschluss anderer Erkrankungen können bildgebende Verfahren wie Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen, Knochenszintigrafien sowie Computer- und Magnetresonanztomografien eingesetzt werden
  • Diese zum Teil sehr kostspieligen oder den Körper belastenden Untersuchungen sind in den Fällen entbehrlich, in denen der Arzt bereits durch die klinische Diagnostik die Ursache der Beschwerden bestimmen kann
 
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