2 Kommentare

Neurodermitis

Neurodermitis lässt sich nicht heilen, aber lindern

Neurodermitis

Lange Zeit galt Neurodermitis als Nervenleiden mit Hauffaffektation. Daher kommt auch der Name, der sich laut der Apotheken Umschau aus dem Griechischem ableitet (Neuron = Nerv, Derma = Haut und die Endung "-itis" als Kennzeichen für einen Entzündungsprozess) und der sich bis heute gehalten hat, aber mehr und mehr vom korrekteren Begriff "Atopisches Ekzem" abgelöst wird. Weltweit sind Millionen von Menschen betroffen, die Zahl hat sich während der letzten fünfzig Jahre um das Zwölffache erhöht. Mittlerweile gilt als gesichert, dass die Anlage zu dieser unheilbaren, chronischen Hautkrankheit vererbt wird, gemeinsam mit den Anlagen für allergisches Asthma und Heuschnupfen.

Symptome und Erscheinungsbild

Die Symptome von Neurodermitis sind Hautrötung, Hitze an den betroffenen Stellen, Nässen, Schuppen- und Krustenbildung sowie quälender Juckreiz, der nachts am stärksten ist. Nicht nur Kinder kratzen sich im Schlaf oft auf: Der Juckreiz ist nahezu unwiderstehlich und lässt oft schlagartig nach, sobald eine Stelle blutig gekratzt wurde. Verheilt die verletzte Stelle, juckt diese aber aufs Neue. Neurodermitis tritt in Schüben auf, die je nach Schwere der Symptome unterschiedlich verlaufen und deren Häufigkeit von Patient zu Patient variiert. Neurodermitis kann am ganzen Körper auftreten, besonders häufig betroffene Stellen sind Ellbeugen, Kniekehlen, Hände, Handgelenke, Mundwinkel und die Innenseiten von Unterarmen und Unterschenkeln. 

Ärztliche Therapie bei Neurodermitis

Obwohl es gegen Neurodermitis weder eine dauerhaft wirksame Therapie noch eine vorbeugende Impfung gibt, haben Betroffene die Möglichkeiten zur konservativen und alternativen Behandlung. Für schwere Schübe verschreibt der Arzt Cortisonpräparate und Mittel zur Linderung des Juckreizes, der die Heilung hinauszögert. Sehr gute Erfolge zeigen die Behandlung mit UV-Strahlen oder die Therapie mit Eigenblut. Manche Krankenkassen übernehmen auch die Kosten für Kuraufenthalte im Reizklima, beispielsweise an der Nordsee, im Allgäu oder am Toten Meer.

Vorbeugung und häusliche Behandlung von Neurodermitis

Neurodermitiker haben in aller Regel trockene bis sehr trockene Haut, die auch auf Umwelt- und Witterungseinflüsse empfindlich reagiert. Durch gute Pflege sowie schonende und aufmerksame Behandlung der Haut kann die Dauer zwischen zwei Schüben verlängert werden, Symptome treten weniger heftig auf und klingen schneller ab. Pflegepräparate mit hohem Harnstoffanteil, Fettsalben und abgestimmte Feuchtigkeitslotionen aus der Apotheke und sinnvolle Nahrungsergänzungen ergänzen die häusliche Behandlung.

Gegen den Juckreiz helfen auch rezeptfreie Dragees zur Behandlung von Heuschnupfen oder allergischen Reaktionen. Bei schweren Verlaufsformen und häufig wiederkehrenden Schüben lohnt es sich, über eine Umstellung der Ernährung nachzudenken. Hierbei beraten Fachärzte und Hautkliniken, im Internet gibt es zahlreiche Foren (wie zum Beispiel jucknix.de), in denen sich Betroffene über ihre Erfahrungen austauschen und Fragen zur richtigen Ernährung bei Neurodermitis stellen können. Eine zentrale Anlaufstelle ist dabei auch der Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland.

Die Rolle der Ernährung bei Neurodermitis

Dass die Ernährung das Krankheitsbild von Neurodermitis beeinflussen kann, ist schon länger bekannt. Wichtig spielen hierbei vor allem Eiweiße, denn manche können einen Schub auslösen, andere verlängern. Bei einer speziell auf Neurodermitiker ausgerichteten Ernährung sollen daher tierische Eiweiße, beispielsweise in Milchprodukten oder Fleisch, nur sparsam genossen oder ganz weggelassen werden.

Ebenfalls nachteilig wirken sich scharf gewürzte oder scharf gebratene Speisen, aggressive Fruchtsäuren oder eine generell fettreicheErnährung. Beim Kochen von Obst zerfallen darin eventuell enthaltene Eiweiße, Fruchtsäuren bleiben erhalten, verlieren jedoch an Aggressivität. Zur hautschonenden Ernährung bieten sich Calcium, Zink, Bierhefe und der Wirkstoff der Nachtkerze an. Durch Einnahme von Kapseln mit dem Öl des Nachtkerzensamens können laut dem Focus Schwangere das Erkrankungsrisiko für ihr Kind senken. In jedem Fall sollte die Ernährung aber mit dem behandelnden Arzt oder der Krankenkasse abgesprochen und koordiniert werden.

Neurodermitis und ihr Auswirkung auf die Psyche

Begleitend zu jeder Therapie muss der große Einfluss der Psyche berücksichtigt werden. Neurodermitiker wissen, dass Schübe bevorzugt auftreten, wenn es ihnen nicht gut geht: Stress, Hektik, Misserfolge oder Ängste verstärken laut Wikipedia die Symptome und werden von diesen wiederum verstärkt.

Um einen Teufelskreis zu vermeiden, empfehlen Mediziner und Psychologen Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training. Wer eine weniger konzeptionierteBehandlung vorzieht, kann seiner Haut mit allem helfen, das auch seiner Seele wohltut, von einer Rückenmassage über gute Musik bis hin zum spannenden Krimi oder einem Vollbad mit viel Schaum oder duftendem Öl bei Kerzenschein.

(c) Farina3000 | Fotolia

5 von 5 Sternenbei 2 Bewertungen
Weitere Artikel

Kommentare

F.
Klar, ich behandle meine Neurodermitis mit einem spannenden Krimi! Hätten mir doch das mal die ca. 7 verschiedenen Hautärzte mal gesagt, bei denen ich war! Und ich war so blöd und hab mich eingecremt. Nein, das war es eigentlich nicht, was ich schreiben wollte. Ich habe seit meiner Geburts Neurodermitis. Ich bin zwar kein ganz so schlimmer Fall wie manch anderer, hatte aber auch oft Probleme damit. Ich rannte von Arzt zu Arzt ohne wirklichen Erfolg und war am Ende schon fast soweit, garnicht mehr zum Arzt zu gehen, weil ich ihnen nicht mehr vertraute. Doch dann bekamm ich einen schlimmen Ausschlag der meine gesamte Gesichtshälfte und meinen Hals Betraf (Es sah nicht so aus wie auf dem Foto, keine Sorge, es war einfach rot, trocken und juckte) und ich ging doch mal wieder zu einem Mediziner. Und bei diesem werde ich auch bleiben! Er ist der mit Abstand unhöflichste von allen, man denk nicht, dass er wirklich eine Ahnung von seinem Fach hat, aber die creme, die er mir verschreibt, wirkt wahre wunder! Ich Lüge nicht, ich muss mich nur 2 mal eincremen und mein Ekzem ist weg! Deshalb sage ich: Gebt die Hoffnung nicht auf, auch wenn es nervt, ihr findet einen passenden Arzt!
Flora
19 April 2013 - 18:43
Dr.
Das Bild das hier vorgestellt wird passt nicht zur Neurodermitis es handelt sich vielmehr um das Bild einer Schuppenflechte
Who
14 Januar 2013 - 15:24

Kommentar abgeben

CAPTCHA
Groß- und Kleinschreibung wird nicht beachtet.

2 Kommentare