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16.03.2012 von

Pollenallergie

Laufen mit Heuschnupfen

Pollenallergie

Nicht nur viele Läufer werden jedes Jahr von einer unangenehmen Pollenallergie (Heuschnupfen) geplagt, die ihre sportliche Leistung beeinträchtigt. Schätzungsweise 15-25%  in Deutschland  haben eine Allergie gegen Pollen. Die Tendenz zu allergischen Reaktionen auf Blütenpollen ist seit Jahren ansteigend. Ursache hierfür ist ein fehlgeleitetes Immunsystem, dass die eigentlich harmlosen Pollen als eine Gefahr bewertet und sich zumeist mit Schnupfen und Husten wehrt, um die vermeidlichen Krankheitserreger aus dem Körper zu transportieren.

Die Entwicklung einer Allergie kann jederzeit passieren und Menschen jedes Alters treffen, wobei Entwicklungsstufen wie die Pubertät (nach Onmeda sind Jugendliche häufiger betroffen als Erwachsene) oder die Wechseljahre besonders häufig von einer Allergieentwicklung betroffen sind – oder aber auch Allergien loswerden. Sind Sie Opfer einer Pollenallergie geworden, leiden sie häufig über viele Monate hinweg an einer laufende Nase, Atemnot, tränende und juckende Augen sowie ständigem Niesen.

Laufen im Freien ist für Pollenallergiker nur eingeschränkt möglich, weshalb sie sich frühzeitig einer ärztlichen Therapie unterziehen sollten, die auch deshalb angeraten ist, damit sich aus der Pollenallergie kein Asthma entwickelt. Antihistaminika, Augentropfen und Nasensprays können die Symptome des Heuschnupfens lindern, nicht aber dessen Ursachen beseitigen, die in Überreaktionen des Immunsystems bestehen.

Hier kann lediglich eine Hyposensibilisierung bei einem Allergologen und Hautarzt helfen, die bei Heuschnupfen vornehmlich im Winter stattfindet – denn für die Hyposensibilisierung, auch Spezifische Immuntherapie genannt, ist es wichtig, zunächst nur kontrolliert in den Kontakt mit den entsprechenden Allergenen zu kommen. Sie beinhaltet etwa 50 Impfungen mit Allergenen über einen Zeitraum von drei Jahren. Es gibt jedoch mittlerweile auch ein Hyposensibilisierungsverfahren, das nur acht Spritzen und einen Zeitraum von zwei Monaten in Anspruch nimmt und dabei den gleichen Effekt erzielt.

Eine weitere Form der Hyposensibilisierung ist die Sublinguale Immuntherapie. Hier wird der Patient stetig aufbauend mit Allergenen in Tropfenform konfrontiert, die er oral, direkt unter die Zunge geträufelt, einnimmt.

Wie sich eine Pollenallergie von einer Erkältung unterscheidet

Läufer, die Symptome wie eine laufende Nase an sich entdecken, können anhand der folgenden Kriterien erkennen, ob es sich bei den Beschwerden um eine beginnende Erkältung oder aber eine allergische Reaktion auf Pollen handelt. Eine Pollenallergie bzw. ein Heuschnupfen macht sich laut Onmeda bemerkbar durch:

  • sehr flüssiges Nasensekret, das im Gegensatz zu einer Erkältung auch im weiteren Verlauf nicht dickflüssiger wird
  • das so genannte „Kettenniesen“ (mehrmaliges Niesen direkt hintereinander)
  • brennende und juckende Augen
  • Juckreiz im Rachen und im Mund
  • das Andauern der Beschwerden über Wochen oder Monate
  • das Auftreten der Symptome zu immer der gleichen Jahreszeit
  • die Verstärkung der Beschwerden bei sonnigem oder windigem Wetter
  • die Abschwächung der Symptome an Regentagen

Netdoktor.de zählt zudem noch Migräne und Depressionen zu den Allergiesymptomen.

Für die Behandlung dieser allergischen Symptome gibt es mittlerweile eine Fülle von gut verträglichen Sprays, Tropfen und Tabletten, die die Beschwerden lindern. Die neuesten auf dem Markt befindlichen Antihistaminika machen auch nicht mehr müde und haben auch sonst kaum noch unerwünschte Nebenwirkungen. Dennoch sollte natürlich vor jeder Medikamenteneinnahme ein Arzt oder zumindest Apotheker um Rat gefragt, und nicht eigenmächtig gegen den Heuschnupfen agiert werden. Möchten Sie gezielt nach einem bestimmten Medikament oder einem spezifischen Wirkstoff fragen, so bietet Stern.de einen guten Überblick über die häufigsten Heuschnupfenmittel.

Warum immer mehr Menschen unter Heuschnupfen bzw. einer Pollenallergie leiden, ist zwar noch nicht endgültig geklärt. Ein Grund scheint allerdings in übertrieben hygienischen Verhältnissen zu liegen, die das menschliche Immunsystem nicht genug trainieren, weshalb es schließlich harmlose Keime nicht mehr von gefährlichen unterscheiden kann. Für diese Theorie spricht auch, dass Kinder und ältere Menschen, die auf dem Land aufgewachsen sind, weitaus weniger an Heuschnupfen oder anderen Allergien erkranken. Durch die ländlichen Bedingungen wachsen diese Menschen weitaus weniger „steril“ auf, als es zum Beispiel Stadtkinder tun. Mehr dazu können Sie auch hier nachlesen.

Focus berichtet, dass laut einiger Studien vor allem zwei verschiedene, auf Bauernhöfen häufig vorkommende Keime der Grund sein sollen, wieso das Immunsystem von Landkindern besser gestärkt, und damit weniger Anfällig für Allergien ist. Dabei erfolgt die Stärkung des Immunsystems nicht erst mit der Geburt des Kindes. Bereits im Mutterleib kann das Immunsystem nachhaltig gestärkt werden, wenn die werdende Mutter die Schwangerschaft zum Beispiel auf einem Bauernhof verbringt.

Da dies nicht jedem Möglich ist, ist es jedoch genauso zu empfehlen, auch in der Stadt möglichst viel Kontakt zu Tieren und ländlichen Umgebungen zu haben. Ein regelmäßiger Ausflug in den nahegelegenen Streichelzoo lohnt sich also schon vor der Geburt des Kindes! Unter Anbetracht der aktuellen Forschungsergebnisse bemühen sich Forscher nun, an der Immunstärkung beteiligte Keime zu erkennen und sie zukünftig für eine mögliche Impfung gegen Allergien zu nutzen.

Eine weitere, neue Möglichkeit, Allergien in einem erträglichen Maß zu halten, scheint die Einnahme von Milchsäurebakterien zu sein. Diese wirken negativ auf den für die Allergien verantwortlichen Immungloboli E-Wert (IgE). Patienten, die Milchsäurebakterien zu sich nahmen, konnten ihre Allergiesymptome deutlich lindern. Als Grund hierfür vermuten Forscher die durch die Milchsäurebakterien verbesserte Darmflora, die maßgeblich an der Widerstandsfähigkeit des Immunsystems beteiligt ist.

Tipps für Läufer mit einer Pollenallergie

Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen können sich Läufer das Leben erleichtern, wenn sie unter einer Allergie gegen Pollen leiden. Eine gute Maßnahme ist es, sich durch verschiedene Pollendienste wie zum Beispiel bei Allergieratgeber.de über den Pollenflug zu informieren und seine Tagesplanung weitestgehend darauf auszurichten. Dazu kann zum Beispiel gehören, den täglichen Lauf auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen, wenn die Pollenbelastung in der Luft noch relativ gering ist. Regen befreit zudem die Luft von herumfliegendem Pollenstaub, so dass während oder nach einem ausgiebigen Regenguss die ideale Laufzeit für Allergiker ist.

Auch bei der Urlaubsplanung können Allergiker ihre Allergie laut Onmeda positiv beeinflussen und anstrengende und stressende Symptome in der Erholungszeit reduzieren. Hier ist besonders die Wahl des Urlaubsortes ausschlaggebend. Im Allgemeinen gelten die Nordseeinseln und das Hochgebirge als wenig Pollen belastet, jedoch kommt es natürlich darauf an, auf welche Pollen der Allergiker reagiert. Ein ausführlicher Allergietest beim Arzt, in Form eines Pricktests oder einer Blutuntersuchung, kann hierrüber Auskunft geben.

Das Lauftraining sollte in der Hochsaison des Pollenfluges ebenfalls angepasst werden. Ist die Belastung absolut zu hoch hilft nur noch, das Training nach Innen zu verlegen, zum Beispiel durch das Laufen auf dem Laufband, in Hallen oder im Fitnessstudio. Um ideale Ergebnisse zu erzielen und kein gesundheitliches Risiko einzugehen, sollte außerdem die Teilnahme an Marathon-Veranstaltungen so gewählt werden, dass vornehmlich Laufveranstaltungen gebucht werden, die früh im Jahr stattfinden.

Dann ist die Belastung für Pollenallergiker deutlich geringer. Dennoch: Starke Allergiker sollten trotzdem für alle Fälle ein Notfallset mit vom Arzt empfohlenen oder verschiedenen Anti-Allergiemitteln dabei haben. Antihistaminika sind dabei nur ein Allergiemittel, neueste Studien haben zudem gezeigt, dass auch Kohlendioxid gut gegen Allergieattacken helfen kann.

Während des Trainings ist es außerdem ratsam ein Handy mitzunehmen, falls es im Verlauf des Trainings in Zusammenhang mit der Pollenallergie zu schwerer Atemnot kommt. Ist die Allergie derart stark, sollte jedoch ohnehin nie alleine trainiert werden. Laufgruppen können so nicht nur den Spaß beim Training erhöhen, sondern Läufern mit einer starken Pollenallergie eine zusätzliche Sicherheit geben.

Zu guter Letzt können Pollenallergiker auch zu Hause Vorbeugemaßnahmen treffen. Dazu gehören das Anbringen von Pollenschutzgittern an den Fenstern, das Schließen der Fenster vor dem Schlafen gehen und die Vermeidung von Allergenen in den Schlafräumen. Das bedeutet: Möglichst kein Teppich, in dem sich die Pollen festsetzen können und keine getragene Kleidung im Schlafzimmer aufbewahren, an denen Pollenstaub haften könnte. Wer sich vor dem Schlafengehen die Haare wäscht, statt dies am Morgen zu tun, spart morgens nicht nur Zeit sondern befreit auch das Haar von allergieauslösenden Pollen.

Übrigens stehen auch Stress und das Rauchen in Verdacht, die Pollenallergie zu verstärken. Läufer, die noch nicht mit dem Rauchen aufgehört haben, sollten dies also spätestens jetzt tun.

Warum Läufer eine Pollenallergie behandeln sollten

Die oben aufgeführten Tipps für das Laufen trotz Pollenallergie können nur die Symptome lindern, nicht aber die Läufer langfristig von ihren Beschwerden befreien. Dazu ist es nötig, sich frühzeitig einer Desensibilisierung bzw. einer Immuntherapie zu unterziehen, in deren Verlauf das Immunsystem seine falschen Reaktionen wieder verlernt und auf die harmlosen Gräser- und Baumwollen nicht länger mit Abwehr reagiert.

Bei einer Hyposensibilisierung erhält der Allergiker drei Jahre lang, oder je nach Methode auch nur über zwei Monate verteilt, die Pollen, auf die er übermäßig reagiert, in allmählich steigender Dosierung gespritzt, so dass sich sein Immunsystem allmählich daran gewöhnen kann. Eine solche Behandlung der Pollenallergie erleichtert nicht nur das Laufen im Sommerhalbjahr, sondern schützt auch vor der Entwicklung von Asthma.

Bei starkem Heuschnupfen, der die Nase verstopft, müssen Läufer auf die Atmung durch den Mund ausweichen, wodurch die Blütenpollen ungefiltert in die Lunge geraten können, wo sie die unteren Atemwege angreifen und im schlimmsten Fall Asthma auslösen können. Rund 30 Prozent aller Pollenallergiker entwickeln früher oder später ein Asthma, wenn sie sich nicht frühzeitig behandeln lassen! Unbehandelt führt Asthma laut Studien auch zu Lungentumoren, die schließlich lebensbedrohlich werden können.

Allergien ohne begleitendes Asthma können hingegen laut einer Studie der Cornell Universität sogar das Krebsrisiko senken. So erkranken Allergiker weit weniger an Gebärmutterhalskrebs,  Magen- und Darmkrebs als Menschen ohne Allergien.Die Desensibilisierung ist dabei noch immer der häufigste Weg, dieses Risiko zu vermeiden und sich seiner Pollenallergie zu entledigen, jedoch dennoch nicht der Einzige, der zum Ziel führt.

Wie Focus berichtet, kann auch die traditionelle chinesische Medizin der Akkupunktur helfen. Angewendet auf die richtigen Meridiane können die in die Haut eingeführten Nadeln die schlimmen Heuschnupfensymptome nicht selten lindern oder gar ganz beseitigen.

Eine kleine Zusammenfassung der bei uns gebotenen Informationen bietet auch folgender Beitrag des Senders SWR.

 

Foto: (c) Peter Atkins - Fotolia.com

 

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