18.09.2012 von

Fleisch

Fleisch

Fleisch – brauchen wir es wirklich?

Die Frage, ob der menschliche Körper auf einen regelmäßigen Fleischverzehr angewiesen ist, wird nicht nur unter Vegetariern und Fleischfans diskutiert. Auch Ernährungswissenschaftler beschäftigen sich seit einigen Jahren ausgiebig mit dem Thema.

BSE, Schweinepest und Vogelgrippe haben für mediale Aufregung gesorgt  und  zum Nachdenken angeregt. Massentierhaltung und Tiertransporte sind in den Fokus der Öffentlich­keit geraten. Viele Verbraucher stellen sich die Frage, ob sie ihre Ernährung in Zukunft fleischlos gestalten wollen. Doch ist das gesund?

Sowohl historisch als auch physisch gesehen ist der Mensch weder reiner  Fleisch- noch Pflanzen- sondern Allesfresser. Gebiss und Verdauungstrakt sind auf das verarbeiten unterschiedlichster Nahrung vorbereitet. Dass der Mensch alles essen kann bedeutet jedoch nicht, dass er auf alles angewiesen ist.

Was ist drin, in unserem Fleisch?

In der Ernährungspyramide und anderen Darstellungen, die dem Verbraucher helfen sollen eine Orientierung im Thema gesunde Ernährung zu finden, spielt Fleisch als Eiweißlieferant immer eine Rolle. Alternative Darstellungen wie zum Beispiel die vegetarische Ernährungspyramide finden bisher nur wenig Verbreitung – vielleicht ein weiterer Grund, wieso die Frage, ob der Mensch Fleisch braucht, noch immer zu hitzigen Debatten führt.

Richtig ist, dass Fleisch sehr eiweißhaltig ist. Wer Fleisch zu sich nimmt, deckt rund 20% seines Eiweißhaushaltes ab.

Vegetarier brauchen für Eiweiße und andere im Fleisch enthaltenen Nährstoffe also eine Alternative, um sich gesund zu ernähren. Hülsenfrüchte, Getreide und Kartoffeln enthalten jedoch genug Eiweiß, um den menschlichen Bedarf zu decken.

Auch im Fleisch enthaltene Omega 3 Fettsäuren und Linolsäuren können durch fleischlose Lebensmittel aufgenommen werden. Als Beispiel seien hier tierische Produkte wie Eier und Milch, aber auch pflanzliche Produkte wie Nüsse genannt.

Omega 3 Fettsäuren und Linolsäuren spielen für jeden Menschen, jedoch besonders für Sportler eine wichtige Rolle. Sie verhindern entzündliche Prozesse im Körper, die für eine Leistungsschwächung und ein erhöhtes Verletzungsrisiko von Muskeln und Sehen verantwortlich sind.

Vom Bauernhof auf den Teller

Der Deutsche isst im Schnitt etwa 60 kg Fleisch jährlich. Doch wo kommt dieses Fleisch eigentlich her? Das Bild vom glücklich aufgewachsenen Rind auf dem Bauernhof ist leider oft nur romantischer Natur. Um den immensen Bedarf der Verbraucher zu decken wird ein Großteil aus anderen Ländern importiert, oft in Form von Lebendtransporten. Die Transportbedingungen für die Tiere sind dabei katastrophal, einige verenden Qualvoll oder kommen völlig zerschunden am Zielort an.

Doch ein völliger Verzicht auf Fleisch ist nicht die einzige Alternative um einen Teil zu einer artgerechten Nutztierhaltung , aber auch zu einer gesünderen Ernährung beizutragen.

Der Endverbraucher hat mit seinem Kaufverhalten eine ausgeprägte Macht auf die Produzenten. Das Stichwort lautet Angebot und Nachfrage. Eine Möglichkeit seinen Einfluss auf die Fleischproduktion geltend zu machen ist ein Umstieg auf Biofleisch, welches durch entsprechende Gütesiegel, zum Beispiel dem EU Gütesiegel gekennzeichnet ist. Produzenten von Biofleisch unterliegen strengen Richtlinien, zu welchen auch eine artgerechtere Unterbringung der Tiere gehört. Der für die Gesundheit wichtigste Aspekt von Biofleisch ist jedoch vor allem das geringere Risiko ein mit futterbedingten Seuchen belastetes Fleisch zu konsumieren. Eine Fütterung mit Fischmehl, welche damals zum BSE Skandal geführt hat, ist in der Biofleischproduktion verboten.

Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Biofleisch aufgrund höherer Produktionskosten und der strengen Auflagen die es einzuhalten gilt in der Regel deutlich teurer ist als konventionell produziertes Fleisch. Eine Möglichkeit dennoch den Geldbeutel zu schonen verrät ein noch immer weit verbreitetes Wort: Der Sonntagsbraten.

Eine generelle Einschränkung des Fleischkonsums auf 2-3 mal die Woche – dies beinhaltet auch Wurstwaren und Aufschnitt – schont Geldbeutel und Körper, unabhängig davon, ob der Verbraucher sich für biologisches oder konventionell produziertes Fleisch entscheidet.

Foto: (c) Gary Scott - Fotolia.com

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