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10.08.2012 von

Appetitzügler

Appetitzügler können riskante Abnehmhilfen sein

Appetitzügler

Appetitzügler sind Diätpillen, die das Abnehmen dadurch erleichtern, dass sie direkten Einfluss auf das Hungerzentrum nehmen und den Appetit drosseln. Die Dämpfung des Hungergefühls führt automatisch dazu, dass weniger gegessen wird und somit auch weniger Kalorien aufgenommen werden. Verständlich, dass viele Übergewichtige zu diesen Appetitzüglern greifen, die teils rezeptfrei in Drogerien und über das Internet zu beziehen sind, zum Teil aber auch nur als verschreibungspflichtige Medikamente in Apotheken gekauft werden können, wenn sie nicht von dubiosen Internetportalen bezogen werden, die vorzugsweise in Fernost ihren Firmensitz haben.

Wie sinnvoll der Einsatz von Appetitzüglern bei der Gewichtsreduktion ist, ist umstritten, da viele dieser Schlankheitsmittel erhebliche Nebenwirkungen aufweisen, die die Gesundheit in unterschiedlich hohem Ausmaß schädigen können. Erschwerend kommt hinzu, dass sich nach dem Absetzen der Appetitzügler der bekannte Jojo-Effekt einstellt, wenn sich die Übergewichtigen während ihrer Diät allein auf die appetitreduzierende Wirkung der Abnehmpillen verlassen haben und es versäumt wurde, gleichzeitig die Ernährung dauerhaft umzustellen und für mehr Sport und Bewegung im Alltag zu sorgen. Im Gegensatz zu harmlosen Quellstoffen sind die meisten „echten“ Appetitzügler rezeptpflichtig und werden nur extrem übergewichtigen Menschen vom Arzt verschrieben. Für Personen mit einem BMI unter 27 sind sie nicht vorgesehen.

Die Wirkungen und Nebenwirkungen von Appetitzüglern

Appetitzuegler.org erklärt die Wirkungsweise dieser Schlankheitsmittel folgendermaßen: Die oral verabreichten Appetitzügler, die in Tablettenform aufgenommen werden, wirken durch Botenstoffe direkt auf das Gehirn. Nicht der Magen oder der Verdauungstrakt senden dem Gehirn das Signal „Sättigung“, sondern die Präparate selbst. Die echten Appetitzügler beeinflussen also direkt das Appetitzentrum im Gehirn. Viele dieser Schlankheitsmittel dämpfen aber nicht nur das Hungergefühl und damit die Kalorienaufnahme, sondern erhöhen zusätzlich auch den Kalorienverbrauch.

Eine der Nebenwirkungen solcher Abnehmmedikamente kann nämlich die vermehrte Ausschüttung von Endorphinen (Glückshormonen) sein, die in eine gehobene Stimmung versetzten, die meist auch mit vermehrter Aktivität einhergeht und zu einem höheren Energieverbrauch führt. Interessanterweise wurde der gängigste Wirkstoff in Appetitzüglern – das Sibutramin – ursprünglich zur Behandlung von Depressionen entwickelt, wie auf fitforfun.de zu erfahren ist. Sibutramin wird in der Regel nur bei Personen eingesetzt, die schwer fettsüchtig sind, also einen Body Mass Index jenseits von 30 haben. Onmeda.de weist darauf hin, dass Sibutramin noch nicht ausreichend erforscht ist, so dass es nicht länger als ein Jahr eingenommen werden sollte.

Die Aufzählung der unerwünschten Nebenwirkungen von Appetitzüglern ist lang: Fitforfun.de nennt unter anderem Herzjagen, Kopfschmerzen, Unruhe, Bluthochdruck und eine psychische Abhängigkeit von den stimmungsaufhellenden Substanzen. Manche Appetithemmer beinhalten zudem noch den Wirkstoff Koffein, der in hoher Dosierung zu Schlafstörungen und Kreislaufbelastungen führen kann. Eine weitere Nebenwirkung von Appetitzüglern ist der Verlust des normalen Sättigungsgefühls. Die körpereigenen Regulationsmechanismen können so aus dem Gleichgewicht geraten, dass es zu Unterernährung und Mangelerscheinungen an wichtigen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen kommt.

Quellstoffe als Alternative zu rezeptpflichtigen Appetitzüglern

Viel weniger riskant für die Gesundheit als echte Appetitzügler sind Quellstoffe, die appetitzuegler.org als Alternativen aufführt. Quellstoffe in Pulver- oder Tablettenform werden zusammen mit viel Wasser aufgenommen, wodurch sie im Magen stark quellen. Da die Rezeptoren der Magenschleimhaut aufgrund des gefüllten Magens dem Gehirn ein Sättigungsgefühl übermitteln, verspürt der Übergewichtige keinen Hunger mehr und nimmt weniger andere Nahrung auf.

Weil die Quellstoffe meist aus Ballaststoffen und Kollagen bestehen, die praktisch keine Kalorien besitzen, lässt sich der Appetit auf diese Weise leicht und risikolos zügeln. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wirklich reichlich Flüssigkeit getrunken wird und es auch bei der Aufnahme dieser harmlosen Appetitzügler nicht übertrieben wird: Wird zuwenig getrunken, kann es nämlich zur Dehydrierung des Körpers kommen, da der Verdauungstrakt dem übrigen Körper das benötigte Wasser entzieht. Und eine Überdosierung von Quellstoffen führt möglicherweise zu schweren Verdauungsstörungen wie Magenbeschwerden und Verstopfungen!

Die einfachen Quellstoffe sind insgesamt aber weniger schädlich als die rezeptpflichtigen Appetitzügler, da sie nicht über Botenstoffe im Gehirn wirken, sondern direkt auf die Verdauungsorgane. Noch gesünder und außerdem kostengünstig sind aber ganz natürliche Appetitzügler, die jeder bei sich zu Hause hat.

Lebensmittel, die auf natürliche Weise den Appetit zügeln

Wer sein Geld nicht für teuere Appetitzügler ausgeben und sicher sein will, dass er seine Gesundheit beim Abnehmen nicht gefährdet, sollte auf die folgenden Lebensmittel setzen, die als natürliche Appetitzügler fungieren, wie aiqum.de verrät:

  • Der empfehlenswerteste und gesündeste Appetitzügler überhaupt ist Wasser! Bei Diäten muss ohnehin schon viel getrunken werden, um den Stoffwechsel zu unterstützen, aber um aufkommende Hungergefühle sehr effektiv zu drosseln, ist es sinnvoll, die Trinkmenge zu erhöhen. Vor einer Mahlzeit ein Glas Wasser (0 Kalorien!) zu trinken, hilft dabei, den Appetit zu verringern und die anschließende Nahrungsaufnahme zu reduzieren.
  • Grüne Blattgemüse wie Kopfsalat oder Chinakohl besitzen kaum Kalorien, füllen aber den Magen und wirken daher ebenfalls auf ganz natürliche Weise als Appetitzügler.
  • Eingelegte Gurken können ebenfalls den Appetit verringern, allerdings sollten möglichst Produkte gewählt werden, die nur wenig Zucker enthalten (Bio-Gurken), damit nicht zu viele Kalorien aufgenommen werden und sich durch Einfachzucker kein Heißhungergefühl einstellt.
  • Besonders gut eignen sich auch Äpfel dazu, aufkommenden Appetit in Schach zu halten, denn das kalorienarme Obst enthält viele Faserstoffe, die im Magen aufquellen und ein Sättigungsgefühl auslösen.

Appetitzügler im Test

Das Portal yazio.de zieht ein gemischtes Fazit hinsichtlich der Appetitzügler. Die Website resümiert, dass diese Schlankheitsmittel viel versprechen, aber kaum etwas halten. Bemängelt wird vor allem, dass es keinen wirklichen Lerneffekt bezüglich einer gesünderen Ernährung gibt, so dass sich nach Absetzen des Appetitzüglers der Jojo-Effekt einstellt. Sehr problematisch wird aber vor allem die Tatsache gesehen, dass man ständig die Dosis erhöhen muss, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Gerade die euphorisch stimmenden Wirkstoffe in manchen Appetitzüglern bergen ein hohes Suchtpotential in sich!

Auf den ersten Blick positiver fällt die Meinung von focus.de zu „echten“ Appetitzüglern aus. Das Nachrichtenmagazin schreibt, dass Studien ergeben haben, dass sich mit manchen Appetitzüglern sehr erfolgreich abnehmen lässt. Speziell der Wirkstoff Rimonabant wird hervorgehoben, mit dem eine Gewichtsreduktion von etwa fünf Kilogramm pro Jahr erreicht werden kann. Aber: Rimonabant wurde am 24.10.2008 vom Markt genommen – und zwar aus gutem Grund! Der appetitregulierende Wirkstoff weist nicht nur die „üblichen“ Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerzen auf, sondern kann Aggressionen, Ängste, Schlafstörungen und sogar Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken und Selbstmordversuchen bzw. Selbstmord (!) führen, wie das Gesundheitsportal onmeda.de berichtet.

Besser als die rezeptpflichtigen Appetitzügler kommen bei testberichte.de die Ballaststoffe und Quellmittel weg. Das Testportal sieht in diesen Abnehmhilfen relativ harmlose Produkte, die den Hunger auf rein mechanische Weise dämpfen, indem sie im Magen-Darm-Trakt ein Sättigungsgefühl erzeugen.

Ernst nehmen sollte man auch die Warnung auf appetitzuegler.org, wo vor dem Bezug von Appetitzüglern von dubiosen Internetportalen gewarnt wird. Wer Glück hat, gibt nur unnütz Geld aus für völlig wirkungslose Placebos, im schlimmsten Fall aber fügt er seiner Gesundheit unter Umständen großen Schaden zu.

Fazit zu Appetitzüglern:

  • Verschreibungspflichtige Appetitzügler wirken direkt auf das Sättigungszentrum im Gehirn ein, während rezeptfreie Quellstoffe auf kalorienarme Weise den Magen füllen und so den Appetit dämpfen.
  • Da die Einnahme „echter“ Appetitzügler mit gesundheitlichen Risiken wie Kopfschmerzen, Kreislaufüberlastungen und Bluthochdruck verbunden sein kann, sind sie auf legalem Weg nur auf Rezept über Apotheken oder Online-Apotheken erhältlich.
  • Gesunden Personen werden Appetitzügler in der Regel erst ab einem BMI jenseits der 30 (Adipositas-Patienten) verschrieben.
  • Die stimmungsaufhellenden Wirkstoffe mancher Appetitzügler können zu einer psychischen Abhängigkeit von den Präparaten führen.
  • Besser als Appetitzügler oder die Einnahme von Quellstoffen sind natürliche Lebensmittel wie Wasser, Äpfel und Salat, die ebenfalls zu einem Sättigungsgefühl verhelfen.

Foto: © Pixelot - Fotolia.com

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