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07.03.2012 von

Fettwaage

Mit einer Fettwaage den Körperfettanteil bestimmen

Fettwaage

Sportler, die abnehmen wollen, sollten sich eine spezielle Fettwaage zulegen, mit deren Hilfe sich leicht kontrollieren lässt, ob tatsächlich Fett abgebaut wird oder ob die Gewichtsreduktion nur aus einem Flüssigkeitsverlust oder sogar einem Muskelabbau resultiert. Fettwaagen sind allerdings nur eine der vielen Möglichkeiten zur Fettmessung.

Ohne ergänzende Methoden zur Bestimmung des Körperfettgehalts ist es nicht möglich, exakte Angaben darüber zu machen, ob es sich bei den überflüssigen Fettpolstern nur um ästhetische Beeinträchtigungen oder aber gesundheitsgefährdende Fettansammlungen handelt.

Eine Fettwaage ist auch für schlanke Sportler sehr aufschlussreich, denn zwei Menschen mit demselben Körpergewicht können ganz unterschiedliche Fettwerte aufweisen. Ein hoher Fettanteil reduziert den Grundumsatz, was zu einem niedrigeren Kalorienverbrauch und damit zu einer schnelleren Gewichtszunahme führen kann, wenn nicht rechtzeitig die Ernährung umgestellt wird und die Fettverbrennung durch Ausdauersportarten wie Laufen, Joggen oder Walken angekurbelt wird.

Als gesundheitlich bedenklich gilt ein Körperfettanteil von über 25 Prozent bei Männern und von über 35 Prozent bei Frauen, wobei letzteres genetische Ursachen hat. Für Sportler ideal sind allerdings weitaus niedrigere Werte: Ein dreißigjähriger ambitionierter Läufer sollte nicht mehr als etwa 15 bis 20 Prozent Körperfett besitzen und eine gleichaltrige Läuferin nicht mehr als 20 bis 25 Prozent. Leistungssportler liegen noch deutlich unter diesen Werten. 

Das Messprinzip der Fettwaage

Eine Fettwaage misst die Körperzusammensetzung aus Fett, Wasser und Muskeln durch elektrische Widerstandsmessung – die so genannte Bio Impedanz Analyse (BMA). Mit Hilfe einer Fettwaage wird der elektrische Widerstand des Körpers mit zwei Elektroden gemessen: Von den Füßen bis zur Mitte des Körpers wirken dem angelegten Strom Muskeln und Fett als Widerstände entgegen. Wegen des höheren Wasseranteils des mageren Muskelgewebes setzt dieses dem Strom weniger Widerstand entgegen als die Fettdepots. Auf diesem Prinzip beruht diese Methode zur Fettbestimmung, die allerdings nur ungenaue Ergebnisse liefern kann – und zwar aus folgenden Gründen: 

  • Es wird nur der untere Teil des Körpers – etwa bis zum Zwerchfell – in die Fettmessung mit einbezogen. Der Oberkörper bleibt bei Fettwaagen unberücksichtigt.
  • Die Durchblutung und die Feuchtigkeit der Füße beeinflussen die elektrische Leitfähigkeit und damit auch die Messergebnisse der Fettwaage. Auch zeigt die Fettwaage unterschiedliche Messergebnisse an, je nachdem, ob die Füße vorher eingecremt wurden oder nicht.
  • Irreführende Messergebnisse können sich ergeben, wenn ein Sportler einmal weniger als üblich getrunken hat, da neben dem Wasseranteil auch der Körperfettanteil niedriger angezeigt wird.
  • Frauen im gebärfähigen Alter können den Messergebnissen einer Fettwaage auch nicht blind vertrauen, da der Wassergehalt ihres Körpers zyklusbedingten starken Schwankungen unterliegt.
  • Da die üblichen Fettwaagen auf den „Normalbürger“ hin ausgelegt sind, für Sportler aber ein niedrigerer Fettanteil die Norm ist, zeigt ihnen eine normale Fettwaage einen zu hohen Fettwert an. Deshalb ist es sinnvoller, sich auf eine spezielle Fettwaage mit Sportler-Modus zu stellen, bei der die statistische Durchschnittsabweichung korrigiert wurde.

Die Bestimmung des Körperfettanteils mit Hilfe einer Fettwaage unterliegt also einer ganzen Reihe von Einschränkungen, so dass diese Messmethode vor allem zur Trend-Beobachtung sinnvoll ist, weniger aber zur exakten Fettmessung. Am besten stellen sich Sportler immer auf dieselbe Fettwaage, um zu verfolgen, wie sich die Fettanteile im Laufe des Ausdauertrainings und/oder einer Diät verändern.

Läufer, die vor allem abnehmen wollen und vielleicht frustriert sind, weil sich das Körpergewicht insgesamt kaum reduziert, können sich Frustrationen ersparen, wenn sie sich klar machen, dass es ein großer  Erfolg ist, wenn bei unverändertem Gewicht die Fettanteile des Körpers geringer werden, denn das bedeutet, dass sich der Anteil an Muskelmasse vergrößert hat, was nicht nur für die weitere Fettverbrennung von Vorteil ist, sondern sich auch positiv auf die sportliche Leistungsfähigkeit auswirkt.

Fettwaagen und andere Methoden der Fettmessung

Fettwaagen liefern nur ungenaue Messergebnisse hinsichtlich des Körperfettanteils eines Sportlers, und sagen vor allem nur wenig aus über die Risiken für die Gesundheit, die sich aus überflüssigem Fett ergeben können. Eine Fettwaage berücksichtigt zum Beispiel nicht die Art der Fettverteilung. Heute gehen die Ärzte davon aus, dass es vor allem das Fett rund um den Bauch ist, das für die Gesundheit besonders schädlich ist. (Noch gefährlicher als ein dicker Bauch ist allerdings Fett in den Organen - z. B. eine Fettleber -, das von einer Fettwaage überhaupt nicht gemessen werden kann!)

Die Fettverteilung in Form eines „Apfels“ ist typisch für Männer, während Frauen mehr zur „Birnenform“ neigen, ihre Fettpolster sich also vorzugsweise an den Hüften und den Oberschenkeln befinden. Diese zweite Form mag vom ästhetischen Gesichtspunkt her zwar störend sein und auch die Laufleistung beeinträchtigen, aber gesundheitlich sind diese Fettpolster eher unbedenklich.

Genauere Messergebnisse als eine Fettwaage bietet die Ultraschallmessung, bei der das Körperfett an vielen verschiedenen Körperstellen mit Hilfe des Ultraschalls gemessen wird. Noch exaktere Körperfettbestimmungen sind mit Hilfe der Hautfaltenmessung möglich. Dabei wird mit Dicke verschiedener Hautfalten mit einer speziellen Zange gemessen und die Messergebnisse hinterher zueinander ins Verhältnis gesetzt. Wie auch bei der Ultraschallmessung kann der Fettanteil dann auf einer Tabelle abgelesen werden.

Wer darf sich nicht auf eine Fettwaage stellen?

Schwangere Frauen und Menschen mit einem Herzschrittmacher sollten sich sicherheitshalber nicht auf eine Fettwaage stellen. Zwar ist der Strom, der durch den Körper fließt, nur äußerst gering und nicht wahrnehmbar. Trotzdem warnen alle Hersteller diese Personengruppen davor, ihre Fettwaagen zu benutzen!

Foto: (c) Uwe Grötzner | Fotolia.com

 

Fazit

  • Eine Fettwaage dient der Bestimmung des Körperfettanteils, liefert aber nur ungenaue Messergebnisse
  • Da Fettwaagen auf die Durchschnittswerte der Normalbevölkerung hin ausgelegt sind, sollten Läufer eine Fettwaage mit Sportler-Modus bevorzugen
  • Mit Hilfe von Fettwaagen lässt sich auch bei gleich bleibendem Körpergewicht beobachten, wie sich der Fettanteil verändert
  • Eine Fettwaage sagt nichts darüber aus, ob eine gesundheitlich bedenkliche Form der Fettverteilung vorliegt, wie es die „Apfelform“ ist
  • Genauere Messwerte als eine Fettwaage liefern die Ultraschallmessung und die Hautfaltenmessung
 
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Kommentare

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Alternative Methoden
Hallo! Neben der Bioelektrischen Impedanz Analyse gibt es auch noch andere Möglichkeiten, den Körperfettanteil zu steigern. Die besten Ergebnisse erreicht man als halbwegs trainierte Person am Besten mit der Caliper, oder Körperfettzange. Auch die Messung mit Maßband und Waage lässt, mit der richtigen Formel, eine recht genaue Schätzung zu. Alle Informationen und ein Berechnungsprogramm findet man unter http://www.koerperfett-analyse.de Bei der Messung mit der Körperfettwaage gilt zu beachten, dass immer unter den selben Bedingungen gemessen werden sollte. Also am Besten immer um die selbe Uhrzeit, Morgens und mit leerer Blase.
Reini
28 März 2016 - 22:50

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