3 Kommentare
20.07.2012 von Jennifer Albrecht

Sex vor dem Laufen

Widersprüchliche Studien und Berichte machen Thema problematisch

Sex vor dem Laufen

Eine der bekanntesten Jogging-Mythen ist die Behauptung, dass Sex vor dem Laufen schädlich sei, da es die Laufleistung negativ beeinflusse. Wer nun wissen möchte, ob an dem Mythos was dran ist, er hat es schwer, eine genaue Antwort zu finden. Selbst die Wissenschaft ist sich uneinig darüber, welche Auswirkungen Sex vor dem Laufen auf den Sportler tatsächlich hat. Entsprechend gestaltet sich die Berichterstattung in den Medien. Die teilweise widersprüchlichen Berichte über diverse Studien können mitunter verwirrend sein. Aber was ist nun eigentlich dran an dem Gerücht? Ist Sex vor dem Wettkampf wirklich schlecht für den Läufer?

Oxford-Studie: Sex vor dem Laufen ist nicht nur okay, sondern macht schneller

Im Jahr 2000 befragte die Oxford-University Teilnehmer des Londoner Marathons bezüglich Ihres Sexlebens vor dem Marathon. Die Studienteilnehmer, die am Tag vor dem Marathon Sex hatten, liefen im Durchschnitt 5 Minuten schneller als ihre zölibatären Kollegen. Diese Studie lässt zumindest Langstreckenläufern die Möglichkeit offen, vor dem Wettkampf dem horizontalen Sport nachzugehen.

Anders sieht es dafür übrigens bei den Sprintern aus. Eine Studie der Sporthochschule Köln hat ergeben, dass männliche Schnellkraftsportler wie Sprinter oder Stabhochspringer mit Leistungseinbrüchen rechnen müssen, wenn diese kurz vorher Sex hätten. Schuld daran sei der Abbau von Testosteron nach dem Sex, der zumindest bei Männern stattfindet. Bei Frauen steigt hingegen der Testosterongehalt sogar, was diesen sogar einen Vorteil im Wettkampf verschaffen kann.

Steffny: die Läufer müssen selbst entscheiden, ob sie Sex haben oder nicht

Autor Herbert Steffny sieht die Studien eher kritisch. Prinzipiell sieht er kein Problem damit, vor dem Laufen Sex zu haben, wenn dieser „einfach“ bleibt. Anstrengende und komplizierte Stellungen sollten seiner Meinung nach vermieden werden, genauso das vorabendliche „auf die Piste gehen“. Wer bereits erschöpft an den Start geht, wird keine 42km am Stück durchhalten.

Aber am Ende, so Steffny, müsse jeder Läufer selbst entscheiden, ob Sex vor dem Laufen für ihn in Frage kommt oder nicht. Einige reagieren beruhigt darauf, was ihnen die Nervosität vor dem Wettkampf nimmt. Für andere kann das wiederum negative Folgen haben. Auf was es ankommt, ist ein adequates Training im Vorfeld. Ob nun mit oder ohne Sex…das bleibt jedem selbst überlassen.

Foto: © detailblick - Fotolia.com

Noch keine Bewertungen vorhanden
Weitere Artikel


Kommentare

Array

Entspannung pur
Also ich kann guten Gewissens behaupten, das Sex am Marathonvorabend leistungssteigernd wirkt. Entscheidend ist der Spass an der Sache, es darf nicht in Leistungssport ausarten. Und weibliche Glückshormone wirken unglaublich stimulierend am nächsten Tag
Heideretter
18 Mai 2015 - 14:57
Bei mir läufts nach dem Sex nicht mehr
Wenn ich morgens beim Sex gekommen bin, kann ich danach kaum noch laufen. Für mich ganz klar: Sex und Laufen passt nicht zusammen!
Svenja
22 Februar 2013 - 18:25
Auf die physische und mentale Entspannung kommt es an
Ich musste schmunzeln, als ich den Beitrag "Sex vor dem Laufen" gelesen habe. In der Tat ist an der Sache m. E. etwas dran. Wer sportliche Höchstleistungen bringen will, muss physisch und mental entspannt sein. Stimmt etwas im Umfeld nicht, verkrampft der Körper unbewusst. Auch der "Kampfgeist" leidet, wenn im Kopf andere Sachen herumgeistern. Probleme auf der Arbeit, in der Beziehung, der Familie... Meine größten sportlichen Erfolge erzielte ich im Urlaub, abseits vom Alltagsstress. Sex am Abend vor dem großen Lauf ist sicher auch eine Möglichkeit der Entspannung, die sich übrigens hervorragend mit dem Urlaub verbinden lässt. ;-)
Heiko
27 August 2012 - 16:30

Kommentar abgeben

CAPTCHA
Bitte geben Sie die angezeigten Zeichen in das Feld unten ein. (Groß- und Kleinschreibung wird nicht beachtet)
 

3 Kommentare