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Macht Jogging intelligenter?

So beeinflusst Sport die kognitiven Fähigkeiten

Macht Jogging intelligenter?

Dass sportliche Betätigung im Allgemeinen und Jogging im Speziellen gut für uns ist, sollte mittlerweile klar sein. Laufen sorgt nicht nur für einen schlanken und fitten Körper, sondern kann auch dem Sexleben einen neuen Anstoß geben. Doch regelmäßige Bewegung kann auch unsere kognitiven Fähigkeiten verbessern. So kann Jogging beispielsweise auch Demenz im Alter vorbeugen.

Doch bedeutet eine Verbesserung der kognitiven Leistungen wirklich, dass Läufer auch schlauer werden? Wir haben uns durch das Gewirr an Studien und Artikel gekämpft, um eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Die Antwort, die wir gefunden haben, ist eindeutig…zweideutig.

Jogging im Alter schützt vor Demenz

Wer sich geistig fit hält und das auch im Alter, kann einer Demenzerkrankung vorbeugen. Eine solche geistige Fitness kann durch das gezielte Arbeiten mit Gedächtnistraining erzielt werden – und mit sportlicher Betätigung. Des zumindest fand eine österreichische Studie der KFA in Wien unter Leitung von Robert Winker heraus.

Die Studie umfasst über 50 Probanden in einem Alter von über 60 Jahren, die aktiv als Marathonläufer oder Radfahrer unterwegs waren, sowie eine Kontrollgruppe aus Probanden, die nicht sportlich aktiv waren. Die Probanden mussten Lösungen für Problemstellungen und Rechenaufgaben finden, sowie gewisse Gedächtnisleistungen darbieten. Das Ergebnis war deutlich: Die Gruppe, die aus den sportlich aktiven Senioren bestand, war bei den Aufgabenbewältigung erfolgreicher als die Kontrollgruppe.

Sportliche Aktivität vergrößert das Gehirnvolumen

Doch wodurch kommt es, dass sich sportliche Aktivität anscheinend so direkt auf die Gehirnleistung auswirkt? Eine Antwort darauf können die Ergebnisse einer weiteren Studie von Krik Erickson und seinen Forscherkollegen von der University of Pittsburgh geben. Diese stellten Ihre Studie 2011 im Wissenschaftsmagazin PNAS vor.

Ericksons Studie zufolge würde körperliche Bewegung den Hippocampus (dem mittleren Bogen des Limbischen Systems) anregen. Der Hippocampus hat einen großen Einfluss auf das menschliche Gedächtnis, schrumpft aber mit fortschreitendem Alter. Etwa 2 Prozent nimmt das Volumen pro Jahr ab. Entsprechend nimmt auch das Denk- und Erinnerungsvermögen der Person ab, was eine Steigerung des Demenzrisikos mit sich bringt. Regelmäßige körperliche Betätigungen könnten aber, so Erickson, dieses Schrumpfen verlangsamen oder gar stoppen. So könne auch die Gehirnleistung wieder erhöht werden.

Das klingt ja alles eigentlich recht eindeutig, oder? Bewegung führt zu einem höheren Gehirnvolumen und wir werden automatisch schlauer. Ganz so einfach ist es aber nicht, wie die folgende Studie zeigt.

Joggende Mäuse sind besser im Lernen

Eine Gruppe Neurowissenschaftler des US National Institute on Ageing hat eine Studie an zwei Gruppen von Mäusen durchgeführt, um herauszufinden, wie sich Jogging auf das Gehirn auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich bereits nach ein paar Tagen Bewegung tausende neue Gehirnzellen in einer Region bildeten, die mit dem Formen und der Abfrage von Erinnerungen zusammenhängt. Bis dahin geht die Studie mit der obigen überein. Doch was ist hier anders?

Der Versuchsaufbau umfasste zwei Gruppen mit Mäusen, von denen eine Gruppe ständig Zugang zu einem Laufrad hatte, die andere jedoch nicht. Anschließend wurden die Mäuse mit einer Aufgabe konfrontiert, deren korrekte Lösung ihnen eine Belohnung einbrachte. Das Resultat: Die sportlich aktiven Mäuse konnten die Aufgabe auch in höheren Schwierigkeitsstufen besser bewältigen als die Vergleichsgruppe. Die Lernfähigkeit der Mäuse hatte sich also stark verbessert.

Klingt ja erst einmal so, als würde Laufen also tatsächlich schlauer machen, oder? Aber eine so pauschalisierte Antwort kann hier doch nicht gefunden werden. Die Mäuse hatten sich zwar bezogen auf ihre Lernfähigkeit von räumlichen Mustererkennungen verbessert, ein direkter Schluss auf die Auswirkungen auf das Gedächtnis kann aber nicht gezogen werden.

Fazit: Joggen kann unsere Gehirnleistung verbessern und Demenz vorbeugen, aber das ist eben bisher wirklich nur ein „kann“.

Quellen:

http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/sport-haelt-aeltere-menschen...
http://www.telegraph.co.uk/health/healthnews/7022900/Running-could-help-...
http://www.heise.de/tp/artikel/31/31933/1.html

Foto: © rawstyle-pictures - Fotolia.com

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Gut für den Körper
Geist und Körper gehen einher und wer Frischluft in seinen Kopf reinlässt, fühlt sich auch geistig fit. Ein gutes Thema ,was hier angesprochen wird.
Danny
10 April 2014 - 17:18

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