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18.02.2015 von Silvana Arndt

Laufen mit Heuschnupfen – geht das?

6 Tipps zum sicheren Joggen trotz Pollenallergie

Laufen mit Heuschnupfen – geht das?

Einige werden es vielleicht schon gespürt haben: Die Nase meldet sich wieder vermehrt beim Schritt aus der Haustür, die Augen jucken vielleicht schon ein wenig – die Pollensaison hat begonnen. Und damit wohl auch für viele Allergiker eine Zeit, die unter Umständen einer Tortur gleich kommt. Doch deswegen muss nicht auf den Sport an der frischen Luft verzichtet werden.

Was ist Heuschnupfen?

Hinter Heuschnupfen oder auch Pollenallergie verbirgt sich, wie der Name bereits verrät, eine Allergie auf bestimmte Pollen von Blüten, Gräsern oder Bäumen. Je nachdem, welches Gewächs der Auslöser ist, kann die besonders schwierige Zeit bereits Anfang Februar beginnen und sich bis weit in den Herbst hineinziehen.

In diesen Monaten haben Allergiker besonders mit Schnupfen, Niesanfällen und juckenden, brennenden oder gar entzündeten Augen zu kämpfen. Schuld daran ist das Immunsystem, das auf bestimmte Eiweiße in den Pollen reagiert und den Abwehrprozess in Gang bringt – obwohl die Stoffe eigentlich harmlos sind.

Jeder 4. Deutsche hat Heuschnupfen

Oft wird gesagt, dass die guten hygienischen Bedingungen schuld daran sind, da dadurch das Immunsystem untrainiert ist und ungefährliche Stoffe nicht mehr von gefährlichen unterscheiden kann. Unter dieser „Überfürsorge“ leiden aktuell ca. 25% aller Deutschen. Als Therapiemaßname wird meist die Hyposensibilisierung angewendet. Dies ist eine Art Impfung des Immunsystems mit den Allergenen, damit es sich mit der Zeit an diese gewöhnt.

Zur Symptombehandlung gibt es zudem viele Medikamente auf dem Markt. Hier ist allerdings wichtig zu wissen, aufgrund welcher Pollen die allergische Reaktion auftritt. Ein Arzt sollte darum zur genauen Diagnose unbedingt aufgesucht werden. Dabei ist zu beachten, dass viele Antiallergene die Leistungsfähigkeit einschränken und zu Müdigkeit führen können. Wer sportlich weiter in Höchstform sein will, sollte diese Frage ebenfalls bei seinem Arzt ansprechen.

Hilft Laufen bei Heuschnupfen?

Aber der heuschnupfengeplagte Läufer muss sich nun nicht in seiner Wohnung einigeln. Im Gegenteil – es ist nachgewiesen, dass Ausdauersportarten wie Laufen sich positiv auf die Beschwerden auswirken können. Durch ein maßvolles Training erhöht sich der körpereigene Cortisonspiegel und hilft die Allergiesymptome abzuschwächen. Zusätzlich werden das Immunsystem und die Lunge gestärkt.

Um sich dieser vorteilhaften Wirkung gefahrlos aussetzen zu können, sollten jedoch folgende Tipps berücksichtigt werden:

  1. Die Zeit: Eine Faustregel besagt, dass das Pollenaufkommen ab 8:00 Uhr steigt und erst abends nach 20:00 Uhr wieder sinkt. Laufeinheiten sollten also am besten außerhalb dieser Zeiten absolviert werden.
  2. Der Ort: Je nachdem, welche Pollen die Auslöser sind, sollte ihnen örtlich möglichst ausgewichen werden. Wer also auf Gräser allergisch reagiert, für den ist der Waldboden sicheres Terrain und umgekehrt. Am besten läuft es sich in Nadelwäldern, da diese besonders pollenarm sind. Auch über 800m Höhe in den Bergen oder am Meer herrschen optimale Bedingungen für Heuschnupfen-Geplagte.
  3. Beim Training: Gerade in akuten Phasen der Allergie sollte auf Spurts und Intervallläufe verzichtet werden. Die Pollenbelastung steigt bei großer Anstrengung und es kann sogar zu Atemnot und Sauerstoffunterversorgung kommen. Ein lockerer Ausdauerlauf oder zumindest eine deutlich längere und sanftere Aufwärmphase ist empfehlenswert.
  4. Das Wetter: Wenn es sich einrichten lässt, herrscht während oder unmittelbar nach einem Regenschauer die perfekte Ausgangslage für das Joggen. Der Regen hat die Luft dann nämlich nahezu pollenfrei gewaschen. Dahingegen ist Wind eher ungünstig für Allergiker.
  5. Im Notfall: Ebenfalls nie verkehrt ist es, wenn Allergiker trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer ein entsprechendes Medikament mit sich führen. Im Zweifelsfalle sollten sie es auch vor dem Trainingslauf einnehmen.
  6. Und danach: Die Laufbekleidung sollte zügig ausgezogen und im Idealfall gewaschen werden. Achtung – die saubere Wäsche dann nicht im Freien trocknen lassen! Ebenfalls unter die Dusche sollte auch der Läufer gehen. Hier gilt die Aufmerksamkeit insbesondere dem Haupthaar, welches wenigstens gründlich durchgebürstet, am besten aber ebenfalls gewaschen werden sollte.

Wenn diese Kniffe befolgt werden, dann steht dem Laufvergnügen auch während der Allergiehochzeit nichts im Wege. Wann welche Pollen fliegen, weiß der Wetterdienst, die Tageszeitung oder auch der Hausarzt.

 

Quellen: hcc-magazin.com | fitforfun.de | runnersworld.de | jogging-welt.de

Foto: © sergey ponomarenko - Fotolia.com

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Kommentare

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Mundschutz
Ich laufe mit einem OP Mundschutz und habe praktisch keine Symptome während oder nach dem Laufen.
Thomas
19 Mai 2016 - 22:33
Guter Artikel!
Danke für den informativen Artikel! Sascha von www.fitvale.com
Sascha
30 Januar 2016 - 18:56
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Charline
16 Dezember 2015 - 21:48

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