0 Kommentare
11.10.2012 von Marcel Kollmar

Sabrina Mockenhaupt

Verletzung trübt Vorbereitung

Eigentlich wollte die Nordrein-Westfälin mit dem Spitznahmen „Mocki“  als Jugendliche nur ein wenig laufen, um ihre Figur zu halten.

Heute ist sie mehrfache Deutsche Meisterin im Marathon und Medaillenhoffnung bei allen internationalen Wettbewerben, an denen sie teilnimmt.

Die am 6. Dezember 1980 in Siegen geborene Langstreckenläuferin stammt aus einer Familie von Marathonläufern und wurde ob ihres offensichtlichen Talentes von ihren Eltern zum Training überredet. Schon in der Schule besiegte sie problemlos die älteren Schüler auf den längeren Strecken und entschied sich, beim Laufsport zu bleiben. 2001 trat die nur 1,55 Meter große Athletin der Sportfördergruppe der Bundeswehr bei, hat als Sportsoldatin mittlerweile den Dienstgrad eines Oberfeldwebels. Ihr Verein war von 2006 bis 2010 der Kölner Verein für Marathon, Anfang 2011 kehrte sie wieder zu ihrem vorigen Verein, dem LG Sieg, und zu Trainer Hein Weber zurück, der bereits Sabrina Mockenhaupts Eltern bei ihrem Training bereut hat und sie seit den Anfängen ihrer Karriere kennt.

Genug Deutsche Meistertitel für fünf Karrieren

Seit 2001 wurde Mockenhaupt beeindruckende 25 Mal Deutsche Meisterin: sieben Mal über die 5000 Meter, zehn Mal über die 10.000 Meter und acht Mal im Crosslauf. Dabei ist 2006 bisher das einzige Jahr, in dem sie keinen einzigen nationalen Titel erringen konnte.

International lief es zunächst weniger erfolgreich. Bei den Olympischen Spielen in Athen wurde sie über die 10.000 Meter Fünfzehnte, im Jahr darauf erreichte sie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im finnischen Helsinki über dieselbe Distanz Platz 17, nachdem sie zwei Jahre zuvor bei ihrer ersten Weltmeisterschaftsteilnahme den 10.000-Meter-Lauf krankheitsbedingt abbrechen musste.

2005 verbesserte sie ihre Ergebnisse erheblich, erkämpfte sich gleich zwei internationale Medaillen, obschon sie die erste der beiden erst im folgenden Jahr erhielt: Bevor sie im Dezember 2005 bei den Crosslauf-Europameisterschaften im niederländischen Tilburg Zweite wurde, verpasste sie im März bei den Halleneuropameisterschaften im Madrid über die 3000 Meter das Podest zunächst um einen Platz. Erst nachdem die zweitplatzierte Türkin Tezeta Desalegn-Dengersa nachträglich wegen Dopings disqualifiziert wurde bekam Sabrina Mockenhaupt 2006 die Bronzemedaille zugesprochen.

Obgleich sie 2006 aufgrund einer Auszeit am Jahresbeginn keinen ihrer üblichen Deutschen Meistertitel holte, war die Läuferin in diesem Jahr keinesfalls untätig. An den Europameisterschafften in Göteborg nahm sie auf zwei Strecken teil, wurde Achte und Sechste, beim Halbmarathon-Wettbewerb des Köln-Marathons lief sie 1:10,35 Stunden und wurde Zweite, geschlagen nur von Irina Mikitenko.

2007 stellte Sabrina Mockenhaupt einen neuen Streckenrekord beim Halbmarathon in Bonn auf, lief zum ersten Mal die volle Strecke des Köln-Marathons und siegte mit einer Zeit von 2:29:33 Stunden. Danach konzentrierte sie sich wieder auf die kürzeren Strecken, qualifizierte sich auch über die 10 Kilometer für die Spiele in Peking 2008, wo sie mit einer persönlichen Bestzeit von 31:14,21 Minuten Platz 13 belegte. Ebenfalls 2008 wurde sie nach ihrem Erfolg von 2002 zum zweiten Mal Militärweltmeisterin, 2009 schaffte sie es als insgesamt vierte deutsche Frau die 5000 Meter Strecke in unter 15 Minuten zu bewältigen. Ihre Zeit: 14 Minuten und 59,88 Sekunden.

Mockenhaupt: Olympia unter schlechtem Stern

Während sie bei den Deutschen Meisterschaften dominiert und auch bei Marathons immer vorne mit dabei ist,  konnte sie bisher bei noch keinem internationalen Großereignis eine Medaille mit nach Hause nehmen. Bei den Weltmeisterschafften in Berlin 2009 belegte sie Platz 17, ebenso wie bei ihrer ersten Weltmeisterschaft in Helsinki; bei Europameisterschaften waren ihre Platzierung besser, kamen aber nie über Rang vier hinaus. Bei den Spielen von London hoffte sie auf eine Verbesserung ihrer Leistung, nicht auf einen Sieg.

Ihre stärkste Gegnerin und Dauerkonkurrentin im eigenen Team ist dabei Irina Mikitenko, die trotz ihrer 40 Jahre noch immer als  stärkste Langstreckenläuferin Deutschlands gilt. Zwar hat die gebürtige Kasachin weniger Deutsche Meisterschaften gewonnen als Mockenhaupt, bei internationalen Meisterschaften belegte sie aber meist weitaus bessere Platzierungen. Beide sind bereits für London qualifiziert und werden alles daran setzten, bei den Spielen die Nase vorn zu haben.

Dabei steht die Vorbereitung für Sabrina Mockenhaupt jedoch unter keinem guten Stern: Zum Jahreswechsel 2011/2012 knickte sie beim Training unglücklich um und zog sich einen Ermüdungsbruch zu, der sie seither vom Laufen abhält. Kein guter Start ins Olympiajahr 2012.

Foto: (c) sabrina-mockenhaupt.de

Noch keine Bewertungen vorhanden
Weitere Artikel

Kommentare

Bisher keine Kommentare vorhanden...

Kommentar abgeben

CAPTCHA
Groß- und Kleinschreibung wird nicht beachtet.
 

0 Kommentare