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11.10.2012 von Marcel Kollmar

Robert Harting

Dem Deutschen winkt eine Goldmedaille

Der am 18. Oktober 1984 im brandenburgischen Cottbus geborene Diskuswerfer Robert Harting kam ganz zufällig zur Leichtathletik, nachdem er zunächst Handball gespielt hatte.

Der 2,01 Meter große Athlet mit einem Wettkampfgewicht von 126 Kilogramm gehört der Sportfördergruppe der Deutschen Bundeswehr an und wird beim Berliner Verein SC Charlottenburg von Werner Goldmann trainiert, der durch seine Verbindung zu Doping in der DDR lange Zeit in der Kritik stand.

Neben seinem Training studiert der zweifache Weltmeister Wirtschaftskommunikation, in seiner Freizeit beschäftigt er sich bevorzug mit Kunst und Malerei. Vor den Weltmeisterschaften in Berlin, bei denen er seinen ersten Titel holte, erregte der Sportsoldat das Aufsehen der Öffentlichkeit, indem er die Freigabe von Doping-Mitteln befürwortete. Durch die Diskussion um seinen Trainer in seiner Vorbereitung gestört, ließ er sich zu Äußerungen hinreißen, die er selbst später als „unakzeptabel“ bezeichnete als er eine Protestaktion früherer Doping-Opfer aus der DDR kritisierte.

Erfolgreiche Karriere mit Ecken und Kanten

Harting begann im Alter von 18 Jahren sich in der Sportwelt bemerkbar zu machen, und das gleich mit einem guten internationalen Einstand: Bei den Jugendweltmeisterschaften 2001 wurde Robert Harting Zweiter. Im selben Jahr gewann er zum ersten von drei Malen in Folge die Deutsche Jugendmeisterschaft im Diskuswerfen, in seinem letzten Jahr bei den Junioren 2003 konnte er zudem auch das Kugelstoßen für sich entscheiden.  2006 siegte er bei den U23-Europameisterschaften und nahm auch an den Europameisterschaften der Erwachsenen in Göteborg teil, wo er das Finale der besten Zwölf jedoch knapp verpasste.

2007 folgte mit dem endgültigen Einstieg in die Erwachsenenklasse Robert Hartings bis dahin beste Saison. Nachdem er zwei Mal in Folge Deutscher Vizemeister geworden war, erlangte er mit einem Wurf über 63,79 Meter zu ersten Mal den Titel. Im Anschluss reiste er zu den Weltmeisterschaften in Osaka, wo sein 66,68 Meter Wurf nur vom dem des Esten Gerd Kanter übertroffen wurde. Im folgenden Jahr konnte er seinen Deutschen Meistertitel verteidigen, warf mit 68,65 Metern einen neuen persönlichen Rekord und wurde Vierter bei den Olympischen Spielen in Peking.

Aufgrund der Dopingdebatte um seinen Trainer und seiner eigenen kontroversen Äußerungen verlief die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Berlin 2009 für Robert Harting turbulent. Dennoch gelang es ihm, in seinem Heimatland seinen vorerst größten sportlichen Triumph zu erlangen: 69,43 Meter brachen ihm den Weltmeistertitel.

2010 schaffte es der Diskuswerfer, bei den Europameisterschaften in Barcelona Silber zu gewinnen und im Anschluss seine Bestweite auf 69,69 Meter zu verbessern.  2011 reiste er als Titelverteidiger und Favorit zu den Weltmeisterschaften in Daegu, wo er erneut weiter warf als alle anderen. Seine Goldmedaille widmete er seinem Freund Markus Matthes, der im Mai 2011 als Soldat in Afghanistan gefallenen war.

Robert Harting geht als Favorit nach London

Unter den deutschen Leichtathleten, die voraussichtlich zu den Olympischen Spielen nach London reisen werden, gehört Robert Harting zu jenen, denen eine Medaille, sogar eine Goldene, durchaus zugetraut wird. Seit Jahren dominiert er die Diskuswurf-Welt – doch er ist keinesfalls ohne Konkurrenz. Der 33-Jährige Este Gerd Kanter, der Harting 2007 in Osaka als einziger übertraf, ist ferner Olympiasieder von Peking und lag bei Hartings großen Siegen nie mehr als ein oder zwei Plätze hinter dem Brandenburger. Ferner liegt Kanters Bestweite von 73,38 Metern deutlich über der Hartings. Doch auch der Pole Piotr Małachowski, der Harting 2010 bei den Europameisterschaften besiegte, in Peking 2008 nur knapp hinter Kanter und in Berlin 2009 nur knapp hinter Harting selbst blieb, kann dem amtierende Weltmeister den Sieg durchaus streitig machen.

Sollte Harting in London der Sieg gelingen, wäre es die zweite deutsche Diskuswurf-Goldmedaille der Männer bei Olympischen Spielen seit der Lars Riedels 1996 in Atlanta, und die vierte olympische Diskuswurf-Medaille für Deutschland überhaupt.

 

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