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11.10.2012 von Marcel Kollmar

Raúl Spank

Seit 100 Jahren kein deutscher Hochspringer mit Medaille

Raúl Spank, der am 13. Juli 1988 in der Landeshauptstadt Sachsens geboren wurde, versuchte sich in seiner Kindheit zunächst als Fußballspieler, bis er sich in der fünften Klasse für eine sportliche Solokariere als Hochspringer entschied.

Das Streben nach Höhe beim Hochsprung bezeichnet er selbst als einen „Mix  aus Psychologie, Taktik, Kraft und Eleganz“.

Bis 2008 besuchte der 1,91 Meter große Dresdner das Sportgymnasium seiner Heimatstadt, mittlerweile studiert er Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Universität Dresden. Auch jetzt noch spielt er in seiner Freizeit gerne Fußball, und auch im Dreisprung und Laufen macht er eine gute Figur: bis heute hält er mit der 4-Mal-200-Meter-Staffel des Dresdner SC 1898 den deutschen Jugend-Hallenrekord.

Diesem Verein, in dem er von Erika Fatz und Jörg Elbe trainiert wird, gehört er auch heute noch an. Am Abend vor einem Wettkampf isst er Pizza – eine Tradition, die sich bisher ausgezahlt hat, auch, wenn er seinem erklärten Ziel von 2,40 Metern noch um ein paar Zentimeter hinterherspringt.

Eine Hochsprung-Karriere mit Zukunft

Schon mit siebzehn belegte Raùl Spank bei den Jugendweltmeisterschaften in Marrakesch mit einem Sprung über 2,11 Meter Höhe den siebten Platz, bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Peking ein Jahr später verbesserte er seine Höhe um 12 Zentimeter und seinen Rang um zwei Plätze. 2,21 Meter reichten dem 19-Jährigen Hochspringer 2007 bei den Junioren-Europameiserschaften im niederländischen Hengelo für Silber.

Auch bei nationalen Wettbewerben steigerte Spank sich stetig. 2006 wurde er Dritter bei den Deutschen Meisterschaften in der Erwachsenenklasse, 2008 gewann er zunächst bei den Hallenmeisterschaften Silber und erlangte später im selben Jahr bei den Freiluftmeisterschaften den Titel. Auch eine Nominierung für die Olympischen Spiele in Peking konnte er erreichen, wo seine neue persönlicher Bestleistung von 2,32 Metern, die zudem den Sächsischem Landesrekord verbesserte, zum fünften Rang reichte.

2009 stellte sein bisher bestes Jahr dar: Nachdem er abermals den Hochsprungwettkampf bei den Deutschen Hallenmeisterschaften für sich entscheiden konnte, wurde er bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin zusammen mit dem Polen Sylvester Bednarek Dritter und hole somit seine erste internationale Medaille als Erwachsener. Seine Bronze-Höhe von 2,32 Meter konnte er im August 2009 beim Internationalen Hochsprung-Meeting In Eberstadt um einen weiteren Zentimeter steigern, was ihm auch dort den Sieg einbrachte.

Die Saison 2011 verlief für Raùl Spank weniger erfreulich: im Hochsprungfinale bei den Weltmeisterschaften in Daegu, Südkorea, konnte er gesundheitlich angeschlagen seine eigenen Erwartungen nicht erfüllen, landete am Ende auf Platz Neun. Nun ruhen seine Hoffnungen auf den Olympischen Spielen von London. 

Raùl Spank: Der Medaille wegen nach London

1912 gewann Hans Liesch in Stockholm Silber – und blieb damit bis heute der einzige männliche Hochsprung-Olympiamedaillengewinner aus Deutschland. Raúl Spank hat vor, das zu ändern: sein erklärtes Ziel für London ist eine Medaille – am besten die Goldene.

Sein wohl größter Konkurrent ist dabei vermutlich der fünf Jahre ältere Amerikaner Jesse Williams, dessen übersprungene Höhe von 2,35 Metern ihm 2011 in Südkorea den Weltmeistertitel einbrachte. Williams persönliche Bestleistung war ein Sprung über 2,37 Meter – genau jene Höhe, die Spank knacken muss, um sein persönliches Ziel zu erreichen, den deutschen Rekord zu brechen.

Doch auch der Zweite von Daegu, der Russe Alexei Dmitrik, kann mit 2,36 Metern höher springen als der Deutsche. Und obwohl auch Dmitik einige Jahre älter ist als Spank, hat er seine Bestleistung erst im vergangenen Jahr erbracht. Spanks Jugend ist also nicht zwangsläufig ein Vorteil gegenüber seinen stärksten Konkurrenten – sie bedeutet aber, dass er es im Zweifelsfall 2016 in Rio de Janeiro noch einmal versuchen kann.

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