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11.10.2012 von Marcel Kollmar

Nadine Müller

In guter Form zur Goldmedaille?

Die am 21. November 1985 in Leipzig geborene Nadine Müller wurde bereits als Kind über ihren Vater der Leichtathletik zugeführt.

Mit zwölf Jahren wechselte sie auf ein Sportinternat und begann dort mit dem Training als Diskuswerferin: der Sportart, die auch ihr Vater ausgeübte.  Heute startet sie für die Halleschen Leichtathletik Freunde und trainiert unter René Sack, nachdem ihr erster Trainer Gerhard Böttcher 2009 in Rente ging.

Von Beruf ist die Sächsin, die mit ihren ungewöhnlichen 1,93 Metern Körpergröße und einer Armspannweite von 2,07 Metern ideale Maße für ihre Sportart hat, Polizeiobermeisterin; sie gehört damit der Sportfördergruppe der Polizei an. Vor dem Wettkampf hört Nadine Müller Musik, zieht sich dabei in ihre eigene Welt zurück. Wenn sie nicht trainiert betätigt sie sich dennoch sportlich: ihr Hobby ist das Bergsteigen.

Müllers erfolgreiche Karriere mit Luft nach oben

Wer Nadine Müllers Medaillensammlung betrachtet, findet dort Edelmetall von allen Farben. Die meisten dieser Medaillen gewann sie bisher bei nationalen Wettbewerben, wo ihr Erfolg schon früh einsetzte: die erste Goldmedaille erhielt Müller 2002, als sie mit sechzehn die Deutsche B-Jugend Meisterschaft gewann. Mit achtzehn holte sie den Deutschen Juniorenmeistertitel.

Doch auch international machte sie sich schon früh bemerkbar: 2003 warf sie sich bei den Junioreneuropameisterschaften in Finnland auf Platz Zwei der U20-Altersklasse, im Jahr darauf reichten 57,13 Meter zu Bronze bei den Juniorenweltmeisterschaften im italienischen Grosetto.

2006, mit Zwanzig, holte Müller zum ersten Mal eine Medaille bei den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen, was sie seither in jedem Jahr mit steigendem Erfolg wiederholen konnte: 2006 und 2007 gewann sie Bronze, 2008 Silber und  seit 2009 drei Goldmedaillen in Folge.

Mit 62,22 Metern gelang ihr 2007 der erste Wurf über 60 Meter, kurz darauf steigerte sie ihre Leistung auf 62,93 Meter und qualifizierte sich für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Osaka. Dort jedoch blieb sie weit unter ihrer Bestleistung und wurde mit 55,98 Metern elfte. Erst 2009 gelang es ihr, ihre Bestleistung erneut zu verbessern: mit einem Wurf über 63,46 Meter war Nadine Müller zu ersten Mal Jahresbeste der deutschen Diskuswerferinnen.

2009 war sie die einige deutsche Diskuswerferin bei den Weltmeisterschaften im heimischen Berlin neben Franka Dietzsch, die jedoch die ganze Saison über unter Verletzungen litt und früh ausschied. Müller hingegen warf sich ins Finale und wurde am Ende mit einem Wurf über 62,04 Meter Sechste.

Im Jahr 2010 gelang der Diskuswerferin eine weitere gewaltige Leistungssteigerung: mit einer neuen persönlichen Bestweite von 67,78 Metern setzte sie sich an die Spitze der Weltjahresbestenliste, mit konstant guten Leistungen gewann sie das Diamond League Meeting in Oslo, und bei der Team-Europameisterschaft in Bergen erreichte sie einen weiteren Sieg – alles mit Würfen deutlich über 63 Meter. Ausgerechnet bei den Europameisterschaften in Barcelona ließ sie ihre Form jedoch im Stich: mit enttäuschenden 57,78 Metern, genau zehn Meter unter ihre persönlichen Bestleistung, wurde sie Achte.

Ein Jahr später, bei der Weltmeisterschaft in Daegu konnte Müller dann doch zeigen, was in ihr steckt: mit 65,97 Metern Weite musste sie sich nur dem 66,52 Meter Wurf der Chinesin Li Yanfeng geschlagen geben.

Nadine Müller: Deutsche Medaillenhoffnung für Olympia

Hoffnungsvolle Vorzeichen: Nadine Müllers erster Trainer Gerhard Böttcher trainierte einst Ilke Wyludda, die 1996 als erste Deutsche seit Gisela Mauermayer 60 Jahre zuvor olympisches Gold holte. Ein guter Startpunkt für die Kariere der Leichtathletin, die als größte Hoffnung auf eine deutsche Medaille im Diskuswerfen gilt und in der vergangenen Saison so stark war wie nie zuvor.

Doch auch Li Yanfeng kann mit dem Trainer eines deutschen Olympiamedaillengewinners aufwarten: die amtierende Weltmeisterin wird von Karl-Heinz Steinmetz betreut, der zuvor Lars Reidel trainierte, wie Wyludda Diskusolympiasieger von 1996. Und Yanfeng hat statistisch gesehen die besseren Chancen: ihre persönliche Bestweite liegt mit 67,98 noch einige Zentimeter über der Müllers und trotz der sechs Jahre, die die älter als Müller ist, konnte sie das letzte direkte Duell der beiden bei der Weltmeisterschaft für sich entscheiden. Auch ihre persönliche Bestleistung verbesserte sie erst im letzten Jahr, führte damit im Alter von 32 Jahren die Weltjahresbestenliste an. Bei einem erneuten Aufeinandertreffen der beiden ist alles offen.

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