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11.10.2012 von Marcel Kollmar

Martina Strutz

Spannender Kampf um die Medaillen

Wenn sie nicht gerade trainiert oder an einem Wettkampf teilnimmt, trifft sich die am 4. November 1981 in Schwerin geborene Stabhochspringerin Martina Strutz am liebsten mit Freunden und genießt ihre Freizeit.

Viel Zeit bleibt der derzeitigen Halterin des Deutschen Rekordes dafür jedoch nicht, denn das Training ist hart, und auch ihr Arbeitgeber und Förderer, die deutsche Polizei, hat Erwartungen, die es zu erfüllen gilt.

Dabei lief es für die heute 30-Jährige, die für den Hagenower SV startet, lange Zeit nicht ideal. Am Anfang ihrer wechselhalten Karriere stand ein Zehnkampf in ihrer Heimatstadt, nach dessen Ende Strutz‘ damaliger Trainer der nur 1,60 Meter großen Athletin empfahl, sich dem Stabhochsprung zuzuwenden. Nach Beginn ihrer Profikariere galt sie jedoch lange Zeit als das „Moppelchen“ der deutschen Leichtathletik. Erst eine radikale Umstellung in ihrem Lebenswandel mit Unterstützung durch ihren Trainer Thomas Schult spät in ihrer Laufbahn ermöglichte es der Mecklenburg-Vorpommerin, praktisch aus dem Nichts an die Spitze des deutschen Stabhochsprungs zu springen.

Später Sprung an die Weltspitze

2006 gewann Martina Strutz mit 24 Jahren ihren ersten Deutschen Meistertitel bei den Hallenleichtathletikmeisterschaften, bei den Freiluftmeisterschaften wurde sie Dritte – ein Ergebnis, an das sie erst fünf Jahre später wieder heranreichen konnte, als sich ihre Platzierungen von 2006 in Halle und Freiluft bei den Deutschen Meisterschaften 2011 vertauschten. Dazwischen lagen Jahre der Enttäuschungen und Leistungen, die zwar solide waren, aber nicht mit denen der Weltelite mithalten konnten: 2006 konnte sie sich zwar für die Hallenweltmeisterschaften qualifizieren, verpasste aber als Neunte knapp das Finale, obwohl sie mit 4,45 Metern übersprungener Höhe nur fünf Zentimeter unter ihrer persönlichen Bestleistung blieb. Bei den Halleneuropameisterschaften im schwedischen Göteborg konnte die 24-Jährige ihre persönliche Bestleistung von 4,50 Metern einstellen und wurde Fünfte.

Trotz des vielversprechenden Starts passierte danach in der Karriere der Stabhochspringerin lange Zeit überhaupt nichts mehr. 2008 konnte Martina Strutz ihre Bestleistung noch einmal auf 4,52 Meter verbessern,  2010 jedoch gelang es ihr in der gesamten Saison nicht, höher als 4,30 Meter zu springen. Ihre Karriere schien schon vor den Aus zu sein, als sie mit Hilfe ihre Trainers 10 Kilogramm abnahm und mit neuer körperlicher und mentaler Leichtigkeit an den Wettkampf herantrat. Der Erfolg machte sich schnell bemerkbar: Nicht nur holte sie 2011 mit übersprungenen 4,65 Metern Gold bei den deutschen Meisterschaften vor Silke Spiegelberg, sie konnte im Juli beim Leichtathletik-Meeting in Karlsruhe 4,78 Meter überspringen und somit den neun Jahre alten Deutschen Rekord von Annika Becker um einen Zentimeter verbessern.

Diese Höhe verbesserte Strutz am 30. August noch einmal um weitere 2 Zentimeter: bei den Leichtathletikweltmeisterschaften in Daegu übersprang sie 4,80 Meter und musste sich nur der Brasilianerin Fabiana Murer geschlagen geben, die ihre Höhe noch um fünf Zentimeter übertraf.

Martina Strutz: Mit Ambitionen nach London

2011 zu ihren Zielen für die Zukunft gefragt antwortete Martina Strutz, sie wolle irgendwann an den Olympischen Spielen teilnehmen und dort gewinnen. Was vor zwei Jahren noch utopisch erschien liegt heute durchaus im Bereich des Vorstellbaren. Denn Strutz‘ Leistungen sind so gut wie nie und es trennen sie nur wenige Zentimeter von der amtierenden Weltmeisterin Murer, deren Leistungen im Augenblick in etwa im selben Rahmen wie die der Deutschen liegen.

Die Zeiten, in denen der Sieg mit Sicherheit  der zweifachen Weltmeisterin und Olympiasiegerin von 2004 und 2008, Jelena Issinbajewa, vorhergesagt werden musste scheinen vorbei zu sein. Nachdem die Russin, deren persönliche Bestleistung bei übersprungenen 5,06 Metern liegt, Jahrelang den Stabhochsprung der Frauen dominierte und einen Weltrekord nach dem anderen sprang, ließen ihre Leistungen in den letzten Jahren nach.

Nachdem sie mehrfach bei bedeutenden Wettbewerben mit einem sogenannten Salto Nullo, also ohne einen einzigen gelungenen Versuch, ausschied, nahm sie sich 2010 eine einjährige Auszeit. Zwar konnte sie seitdem wieder einige Wettbewerbe für sich entscheiden, doch ihre Höhen lagen dabei im Bereich der Konkurrenz und können auch von Strutz durchaus erreicht werden, die Issinbajewa bereits in Daegu um vier Plätze übertraf und durchaus Chancen hat, die erste deutsch Stabhochsprung Medaille der Gesichte der Olympischen Spiele zu gewinnen.

Foto: (c) Frank W | Wikipedia.org

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