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11.10.2012 von Marcel Kollmar

Malte Mohr

Medaille im Bereich ist möglich

Der am 24. Juli 1986 in Bochum geborene Malte Mohr ist einer der erfolgreichsten Stabhochspringer Deutschlands. Zum Sport gelangte er über seinen Vater, der in jungen Jahren  selbst Stabhochsprung ausübte und 1975 mit 5,31 Metern der beste Stabhochspringer im Deutschen Leichtathletik Verband war.

Heute lebt der Leichtathlet in München, wo er seit 2010 für die LG Stadtwerke München startet. Sein erster Verein war der USC Bochum, es folgten der TSV Wattenscheid und der TSV Bayer 04 Leverkusen. Sein gegenwärtiger Trainer ist Chauncey Johnson und er trainiert in derselben Trainingsgruppe wie Stabhochsprung-Star Tim Lobinger.  

Neben dem Sport macht er eine Ausbildung zum Bürokaufmann, seit 2006 gehört er ferner der Deutschen Bundeswehr an und wird von ihr gefördert. Er selbst identifiziert sich jedoch in erster Linie als Sportler. Der Sport bestimmt sein Leben: trainiert er einmal keinen Stabhochsprung, dann trainiert er eigener Aussage nach etwas anderes.

Andauernde Höhenflüge und gelegentliche Formtiefs

Seit den Stabhochsprung-Tagen von Malte Mohrs Vater haben sich Material und Technik enorm weiterentwickelt und an die Höhe, die seinem Vater einst nationalen Rum einbrachte, reichte der Sohn bereits während seiner Jugend heran. Bei seinem Sieg bei den Deutschen Jugendhallenmeisterschaften 2005 hatte er eine Bestleistung von übersprungenen 5,30 Metern. Bereits ein Jahr später übertraf er diese Höhe deutlich und schaffte mit 5,71 Metern Höhe den Sprung in die deutsche Spitzenklasse.

2007 zog sich Mohr einen Bänderriss zu, der die gesamt Saison über kaum ein Training, geschweige denn eine Wettkampfteilnahme zuließ. Dennoch war im folgenden Jahr kein Trainings- oder Erfahrungsdefizit festzustellen – im Gegenteil konnte er seine persönliche Bestleistung bald nach seiner Rückkehr in den Wettkampfsport um fünf Zentimeter verbessern.

Zwar verpasste er knapp sein Ziel, sich für die Olympischen Spiele in Peking zu qualifizieren, doch eine weitere Leistungssteigerung nach Ende der Qualifikationszeit und ein Sprung über 5,80 Meter ermöglichten ihm die Teilnahme bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin 2009.

Bei den Weltmeisterschaften konnte er seine Bestleistungen jedoch nicht abrufen; nachdem er mit Mühe die Qualifikation überstand, wurde Mohr im Finale mit nur einem einzigen gültigen Versuch über 5,50 Meter Vierzehnter.

Ein Jahr später wiederrum übersprang Malte Mohr 5,83 Meter,  wurde Deutscher Hallenmeister und qualifizierte sich für die Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften in Doha, wo er mit 5,70 Metern die Silbermedaille gewann – fünf Zentimeter vor Landsmann Alexander Straub und geschlagene 31 Zentimeter hinter dem Australier Steve Hooker. Den Auftaktwettbewerb der Diamond League in Schanghai konnte er mit derselben Höhe wie in Doha für sich entscheiden.

Im September desselben Jahres stellte der mittlerweile vierfache Deutsche Meister mit 5,90 Metern eine neue persönliche Bestmarke auf. Bei den Leichtathletikweltmeisterschaften in Daegu 2011 reichte diese Höhe zum Sieg – allerding wurde sie nicht von Mohr gesprungen, sondern von dem Polen Paweł Wojciechowski. Mohr selbst sprang mit 5,85 Meter auf Rang Fünf.

Malte Mohr und die olympische Medaille

Dass Mohr die Höhe springen kann, die für den Sieg in einem großen internationalen Wettkampf nötig ist, hat er bereits 2010 bewiesen, als er die Höhe überwand, die später dem amtierenden Weltmeister Wojciechowski seinen Titel einbrachte.  Wenn er im entscheidenden Moment seine möglichen Leistungen abrufen kann, hat er durchaus Chancen, vorne mit dabei zu sein.

Die Bestleistung des drei Jahre jüngere Polen Wojciechowski, der ihn in Daegu um vier Plätze übertraf, liegt nur einen einzigen Zentimeter über der des Deutschen Medaillenanwärters, der Hoffnungen hat, nach der Bronzemedaille von Andrei Tivontchik in Atlanta 1996 die zweite olympische Hochsprungmedaille  der deutschen Männer zu holen.

Der große Favorit auf den Sieg in London ist jedoch der Australier Steve Hooker, der Mohr und alle anderen bei den Weltmeisterschaften in Doha weit hinter sich ließ. Mit einer persönlichen Bestleistung von 6,06 Meter und konstant guten Leistungen führt der 30-Jährige die internationale Elite der Stabhochspringer an und hat beste Chancen auf sein zweites olympisches Gold, nachdem er 2008 in Peking mit einem Sprung über 5,96 Meter den bestehenden olympischen Rekord aufstellte.

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