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11.10.2012 von Marcel Kollmar

Jennifer Oeser

Reich die Erfolgssträhne für Gold?

29. November 1983 in Brunsbüttel geboren, ist die erfolgreiche Siebenkämpferin ein richtiges Nordlicht.

Wie Hammerwerferin Betty Heidler hat sie bei der Bundespolizei gelernt, von der sie auch sportlich gefördert wird und ist inzwischen Polizeihauptmeisterin. Nebenbei studiert sie wie so viele andere junge Sportler auch per Fernstudium das Fach Sportmanagement, ihre Leidenschaft ist das Reisen.

In der Leichtathletik aktiv ist Oeser schon seit ihrem fünften Lebensjahr, seit 2005 trainiert sie in Leverkusen unter Karl-Heiz Düe. Für den Verein TSV Bayer 04 Leverkusen startet sie schon seit 2000 mit großem Erfolg - ihre Wahlheimat Nordrein-Westfalen wählte sie 2011 zur Sportlerin des Jahres. Das Geheimnis ihres Erfolges: Nudeln vor dem Wettkampf, vor dem Hochsprung eine Banane – und als Glücksbringer das “Schwein vom Rhein“: ein rosa Plüschschwein, das bei keinem Wettkampf fehlen darf.

Jennifer Oeser: Eine Karriere im Blickpunkt

Ihre ersten Erfolge feierte Oeser in den Jahr 2000 mit dem Titelgewinn bei der Deutschen B-Jugendmeisterschaft, 2001 mit dem zweiten Platz bei der A-Jugendmeisterschaft, 2003 als U23-Europameisterin und 2004 mit dem Sieg bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft. Ab 2006 war sie auch im Erwachsenensport erfolgreich: zunächst mit dem Erlangen des Deutschen Meistertitels, dann als Vierte bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Göteborg. Im folgenden Jahr wurde die bei den Weltmeisterschaften in Osaka Siebte.

2009 erreichten Jennifer Oesers Leistungen den vorläufigen Höhepunkt: in Vorbereitung auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin steigerte sie ihre persönliche Bestleistung zunächst auf 6442 Punkte, bei den Weltmeisterschafften selbst konnte sie sich abermals um 51 Punkte verbessern und gewann trotz eines Sturzes beim 800 Meter Lauf die Silbermedaille – die erste deutsche Mehrkampf Medaille bei den Frauen seit 12 Jahren. 

Ihre internationale Erfolgssträhne hielt an: ein Jahr später, bei den Europameisterschaften in Barcelona 2010, wurde sie mit ihrem bisher besten Meisterschaftsergebnis von 6683 Punkten  Dritte und auch bei der Weltmeisterschaft in Daegu 2011 konnte sie die Bronzemedaille mit nach Hause nehmen.  

Mit Zielen zu den Spielen – Internationales Gold fehlt noch

Bei ihren ersten Olympischen Spielen vor vier Jahren landete Jennifer Oeser auf dem letztendlich elften Platz nachdem eine vor ihr liegende Ukrainerin wegen Dopings gesperrt wurde. Bei den Spielen von London hat die Siebenkämpferin, der eine internationale Goldmedaille bisher noch fehlt, eine Platzierung in Auge, die eher ihren jüngeren Ergebnissen bei internationalen Wettbewerben entspricht. In Berlin und im südkoreanischen Daegu hat sie bereits bewiesen, dass sie sich vor der Weltelite nicht verstecken muss, denn in Berlin war trotz ihres Sturzes nur die Britin Jessica Ennis besser als sie und in Daegu musste sie sich lediglich zwei anderen Athletikerinnen geschlagen geben – darunter abermals die Britin Ennis, die zum zweiten Mal den Platz vor Oeser belegte.

Doch nicht nur aus der statistischen Sicht betrachtet hat die zwei Jahre jüngere Ennis bei den Spielen in diesem Jahr einen leichten Vorteil. Während Oeser nach ihrem Sturz beim alles entscheidenden 800 Meter Lauf in Berlin von der Anfeuerung der deutschen Zuschauer über die Ziellinie getragen wurde, ist es dieses Mal Ennis, die vor heimischem Publikum antritt.

Doch auch Tatyana Tschernowa wird um den Sieg mitkämpfen: 2011 gewann die Russin den Kampf um den Weltmeistertitel  und machten Ennis die Titelverteidigung streitig. Schon 2008 profitierte die damals erst 20-Jährie Athletin von der Doping-Disqualifikation der zunächst zweitplatzierten Ukrainerin Ljudmyla Blonska und gewann olympisches Bronze. In diesem Jahr hat sie Gold in Aussicht – doch weder Ennis noch Jennifer Oeser werden ihr dieses kampflos überlassen.

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