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11.10.2012 von Marcel Kollmar

Carolin Nytra

Ein respektabler Rang ist das erklärte Ziel

Carolin Nytra, am 26. Februar 1985 in Hamburg geboren, ist die derzeit beste Hürdenläuferin Deutschlands.

Ursprünglich für den LG Hausbruch-Neugraben-Fischbek in Hamburg startend, wechselte sie 2004 zum TsU Komet Arsten in Bremen und schließlich 2011 zum MTG Mannheim, wo sie unter Bundesstrainer Rüder Harksen trainiert. Nytra ist mit dem ein Jahr jüngeren Weitspringer Sebastian Bayer, Europarekordhalter in der Halle, liiert und lebt seit 2006 mit ihm zusammen in Bremen. Dort wurde Nytra bereits zwei Mal zur Bremer Sportlerin des Jahres gewählt. Dennoch fühlt sie sich nach wie vor ihrer Geburtsstadt Hamburg verbunden.

Die amtierende Halleneuropameisterin, die nach eigenen Angaben Fahrstühle meidet und verrückt nach Himbeeren ist,  ist Bankkauffrau und belegt an der Universität von Oldenburg den Studiengang BWL für SpitzensporterInnen/Sportmanagement.

Europameisterin in einer "uneuropäischen" Disziplin

2004 wurde Carolin Nytra im Alter von 19 Jahren Deutsche Jugendmeisterin, 2005 folgte der Titelgewinn bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft. Der erste große Erfolg, den sie in ihrer Karriere als Erwachsene erzielen konnte, war der Deutsche Meistertitel im 100 Meter Hürdenlauf 2007 – ein Titel, den sie bis 2010 vier Mal in Serie verteidigen konnte.

2007 reichte ihre Zeit bei der deutschen Meisterschaft mit 13,24 Sekunden noch nicht aus, um sie für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Osaka zu qualifizieren, 2009 jedoch sicherte sie sich mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 12,78 Sekunden die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Berlin, wo sie das Halbfinale erreichte. Mit dem Team wurde sie im selben Jahr Europameisterin.

Nytras Erfolge sind beständig. 2010 schaffte sie es bei der Veranstaltung „Weltklasse hinterm Deich“ in Cuxhaven mit Leistungen nahe ihrer persönlichen Bestzeit sich an die Spitze der europäischen Bestenliste zu setzen.  Ihre Bestzeit konnte sie im Juli 2010 beim Diamond-League-Meeting im schweizerischen Lausanne, bei dem sie Zweite wurde,  auf 12,57 Sekunden verbessern. Nur sechs deutsche Läuferinnen waren über die 100 Meter Hürden jemals schneller.

Ihre größten internationalen Erfolge feierte Carolin Nytra mit dem dritten Platz über 100 Meter Hürden bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona, bei denen sie als führende der europäischen Bestenliste antrat, und dem Sieg  bei der Halleneuropameisterschaft  2011 in Paris über die 60 Meter Hürdenstrecke, den sie mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 7,80 Sekunden erzielte. Auch bei der deutschen Meisterschaft gelang ihr in diesem Jahr über diese Strecke der Titelgewinn.

Ihre Erfolgssträhne riss jedoch später im selben Jahr mit einer gehörigen Portion Pech, als eine Gelenkverletzung sie daran hinderte, bei der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu ihr Können unter Beweis zu stellen.

Olympia: Dabeisein ist alles für Carolin Nytra

Schon bei der Olympiade in Peking 2008 war die damals 23-Jährige Carolin Nytra dabei und schied mit 12,99 Sekunden über die 100 Meter im Halbfinale aus. Auch dieses Jahr ist Olympia ihr großes Ziel. Ihre Ambition ist es, ihr vorheriges Ergebnis bei den Spielen zu verbessern und in London das Finale zu erreichen.

Hoffnungen auf einen Sieg der besten deutschen Hürdenläuferin gibt es jedoch kaum. Der Hürdenlauf der Damen ist seit vielen Jahren fest in amerikanischer und jamaikanischer Hand. Auch die Kanadierinnen können mitmischen, und in den letzten Jahren machte eine Australierin von sich reden: Sally McLellan wurde 2008 in Peking Zweite und holte 2011, nun verheiratet und unter dem Name Sally Pearson, in Daegu den Weltmeistertitel. Durch Nytras Verletzung wurde ihr die Chance auf ein direktes Duell mit der IAAF Welt-Leichtathletikerin des Jahres 2011 bei diesem Wettbewerb verwehrt.

In London will sie die Gelegenheit, sich mit den Besten der Welt zu messen, endlich wahrnehmen. Die Hoffnungen gehen dabei in Richtung eines respektablen Ranges unter den ersten acht, denn Europäerinnen sind in weltweiten Wettbewerben nur äußerst selten in den Medaillenrängen vertreten und nur zwei deutsche Hürdenläuferinnen haben es jemals geschafft, bei den Spielen eine Medaille zu gewinnen: Maria Sander mit Bonze bei den Spielen von 1952 und Anni Steuer mit der Silbermedaille in Berlin, 1936.

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