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11.10.2012 von Marcel Kollmar

Betty Heidler

Alles deutet auf einen Zweikampf um Gold hin

Deutschlands erfolgreichste Hammerwerferin wurde am 14. Oktober 1983 in Ostberlin geboren und hält bis heute in ihrer Disziplin den Weltrekord.

Zur Leichtathletik kam sie im Alter von 14 Jahren über eine Freundin, doch sie ist nicht die erste Spitzensportlerin in ihrer Familie: Ihr Ur-Großvater war 1936 Fackelträger bei den Olympischen Spielen in Berlin.

Bis zu ihrem 18. Lebensjahr blieb sie in ihrer Heimat Berlin-Marzahn, ab 2001 besuchte sie in Frankfurt am Main ein Sportinternat. Heute startet sie im Verein für die LG Eintracht Frankfurt, wo sie von Bundestrainer Michael Deyhle trainiert wird. Sie hat eine Berufsausbildung bei der Polizei hinter sich und ist seit 2009 Polizeiobermeisterin, berufsbegleitend studiert sie Jura. Ihre sportliche Laufbahn wird von der Sportförderung der Polizei unterstützt.

Wenn sie nicht trainiert geht sie Reiten oder Einkaufen, trifft sich mit Freunden und Familie oder entspannt sich mit einem guten Buch. Vor einen Wettkampf muss sie unbedingt kalt duschen – eine Tradition, die sich bisher ausgezahlt hat.

Weltmeisterin Betty Heidler mit Anlaufschwierigkeiten

2001 und 2002, mit siebzehn und achtzehn Jahren, wurde Betty Heidler Deutsche Jugendmeisterin, um nach ihrer zweiten Meisterschaft noch im selben Jahr nahtlos an diese Erfolge anzuknüpfen, als sie zum ersten von vier Malen in Folge den Deutschen Juniorenmeistertitel holte. Am Ende dieser Reihe gewann sie noch Silber bei den U23-Europameisterschaften, doch schon seit 2003 mischte sie auch im Erwachsenensport mit: Im Alter von 19 Jahren reichte es bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Paris nur für Platz elf, doch schon ein Jahr später verpasste sie bei den Olympischen Spielen in Athen das Podest nur um eine Platzierung. Von 2005 bis 2010 wurde sie in jedem Jahr Deutsche Meisterin.

Ihr Verhältnis zum Kampf um den Weltmeistertitel blieb zunächst von Niederlagen geprägt: Nachdem es bei ihrer ersten Teilnahme 2003 nicht für einen Platz unter den ersten Zehn reichte,  scheiterte sie zwei Jahre später schon bei der Qualifikation. Danach konnte es nur besser werden – und das wurde es auch: 2007 holte sie im japanischen Osaka den Titel, bei den beiden folgenden Weltmeisterschaften holte sie Silber.

Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Barcelona 2010 gelang es ihr erneut, einen großen internationalen Titel zu gewinnen. Im Mai 2011 warf sie den Hammer dann beim Internationalen Werfer-Meeting in Halle mit 79,42 Metern zu einem neuen Weltrekord, der bis heute Bestand hat (Stand: 24.01.2012). Insgesamt gewann sie bei internationalen Wettbewerben drei Gold und drei Silbermedaillen.

Auf dem Weg zur ersten deutschen Hammerwurf-Olympiasiegerin?

Heiders Einstand bei Olympia 2004 versprach mit dem vierten Platz viel für die Zukunft – ein Versprechen, dass ihr Ergebnis in Peking 2008 nicht halten konnte. Nach zwei ungültigen Versuchen blieb die Hammerwerferin am Ende mit 70,06 Metern weit unter ihrer damaligen Bestweite und wurde Neunte.

Doch zurzeit sind Heiderls Leistungen so gut wie selten und schon seit langem besser als die der meisten anderen Konkurrenten. Allein die Polin Anita Włodarczyk konnte sie bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin mit einem Weltrekordwurf von 77,95 Metern besiegen. Diese Weite hat Betty Heidler  2011 mit ihrem eigenen Weltrekord deutlich verbessert, doch Włodarczyk kam 2010 mit 78,30 Metern nahe an diese Weite heran. Bei einem Duell der beiden ist alles offen.

Bei den Weltmeisterschaften von Daegu 2011 war die Russin Tatjana Lyssenko die einzige Starterin, die Heidler schlagen konnte. Auch Lyssenko warf ebenso wie Włodarczyk mehrere Weltrekorde, darunter 2007 ein Wurf, der mit 78,61 Metern deutlich über allen späteren Rekorden von Włodarczyk lag. Dieser Rekord wurde ihr jedoch kurz darauf wegen Dopings wieder aberkannt. Bis 2009 war sie gesperrt.

Das Hammerwerfen der Frauen ist erst seit den Spielen in Sydney 2000 olympisch, die Goldmedaillen gingen nach Polen, Russland und zuletzt nach Weißrussland. Nur eine Deutsche schaffte es bisher in die Medaillenränge: Kirsten Münchow gewann 2000 Bronze – eine Leistung, die Betty Heidler in diesem Jahr gerne um zwei Plätze verbessern würde.

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