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11.10.2012 von Marcel Kollmar

Ariane Friedrich

Enges Duell an der Weltspitze mit ungewissem Ausgang

Die erfolgreichste Hochspringerin Deutschlands wurde am 10. Januar 1984 in Nordhausen in Thüringen geboren.

Heute lebt Ariane Friedrich in Hessen, wo sie für die LG Eintracht Frankfurt antritt, zu der sie 2003 vom TV Hessische Lichtenau wechselte. Trainer Günter Eisinger betreut die Halleneuropameisterin, die beim Training anders als andere Hochspringer nicht über die Latte springt, sondern einzig den Anlauf trainiert – eine Methode, die sie sich aneignete, als Rückenprobleme den Sprung verboten und die sie später beibehielt.

Ariane Friedrich gehört der Sportfördergruppe der hessischen Polizei an, studiert mit dem Ziel, Polizeikommissarin zu werden. Als eine der wenigen Hochspringerinnen, die jemals über die 2 Meter überwunden haben, steht sie derzeit auf Platz vier der ewigen Weltbestenliste. Viel mehr als das Erreichte ist jedoch nicht drin, meint sie selbst – doch viel mehr ist auch nicht nötig. Beim Hochsprung bedeutet ab einer gewissen Höhe jeder Zentimeter eine Welt.

Ariane Friedrich: Höhen und Tiefen

Bis 2007 konnte Ariane Friedrich die 1,93 Meter Höhe nicht überwinden, war damit als Sportlerin innerhalb Deutschlands zwar an der Spitze mit dabei und holte insgesamt sieben Titel bei nationalen Meisterschaften, international aber war sie kaum von Bedeutung. In jenem Jahr gelang ihr jedoch, sich durch einem sprunghaften Anstieg ihrer Leistungen auf 2,02 Meter zu steigern und sich damit auf einen Schlag in der Weltelite bemerkbar zu machen.

Dabei schaffte es Friedrich schon 2003 bei den U20-Junioreneuropameisterschaften ihren ersten internationalen Wettkampf zu gewinnen, und 2005 im türkischen Izmir bei der Sommer-Universiade, den Weltsportspielen der Studenten, holte sie Bronze. Im internationalen Erwachsenensport etablierte sie sich jedoch erst 2009 als Medaillenkandidatin – mit dem Gewinn des Halleneuropameistertitels in Turin. Ihre Höhe: 2,05 Meter.

Beim internationalen Sportfest in Berlin im selben Jahr konnte Ariane Friedrich abermals ihre große Konkurrentin Blanka Vlašić aus Kroatien hinter sich lassen und den Deutschen Freiluftrekord von Heike Henkel auf 2,06 Meter verbessern.  Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften, ebenfalls in Berlin, musste sie sich jedoch nicht nur  Vlašić sondern auch der Russin Anna Tschitscherowa geschlagen geben und sprang trotz respektabler 2,02 Meter nur auf Rang drei. Es blieb der einzige Höhepunkt jenes Jahres: nachdem sie mehrere Wettkämpfe nicht an ihr eigenes Niveau heranreichte, brach Friedrich die Saison ab.

2010 lief es zunächst wieder besser: Bei den Europameisterschaften in Barcelona holte die Hochspringerin mit 2,01 Metern Bronze. Im Dezember aber zog sie sich beim Training einen Archillessehnenriss zu und musst nicht nur auf den Rest der Hallensaison sondern auch auf die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Daegu verzichten.

Harter Kampf um die olympischen Medaillen

2012 soll es wieder besser werden. Über ein Jahr nach dem Achillessehnenriss ist von der Verletzung nichts mehr zu spüren und die lange Zwangspause hat Friedrichs eigener Aussage nach eher geholfen als geschadet, gab sie doch ihrem chronisch problematischen Rücken die Chance, sich zu erholen. Im Training läuft es gut, nun bleibt die Frage: Wie werden die Leistungen im Wettkampf aussehen?

Gerade im Olympiajahr ist der Ehrgeiz natürlich groß. 2008 als Medaillenkandidatin nach Peking gereist, reichte eine Höhe von 1,99 Metern für Rang sieben. Dieses Jahr würde Friedrich dieses Ergebnis gern verbessern, und abermals wird ihr eine Medaille zugetraut.  Leicht wird das jedoch nicht, denn die Konkurrenz ist groß: Vor allem ihre großen Gegnerinnen Vlašić und Tschitscherowa werden im Kampf um die Medaillen alles daran setzen, ihre Ergebnisse von 2008 ebenfalls zu verbessern. Bei den Spielen von Peking holten sie Silber und Bronze.

Auch bei den letzten Weltmeisterschaften hatten die beiden anderen Hochspringerinnen die Nase vorn: 2009 in Berlin, als Friedrich Bronze gewann, wurde Vlašić Weltmeisterin, Tschitscherowa Zweite, bei der Weltmeisterschaft in Daegu 2001, bei der Friedrich aufgrund ihrer Verletzung nicht teilnehmen konnte, waren die Plätze der beiden vertauscht.  

Zwanzig Jahre ist es her, dass mit Heike Henkel zum ersten und einzigen Mal eine Deutsche olympisches Hochsprunggold holte. Viellicht wird es vorerst auch das einzige Mal bleiben – doch den Sieg schenken wird Friedrich ihren Konkurrentinnen mit Sicherheit nicht.

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