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von Jennifer Albrecht

Kompressionswäsche

Laufen in Stützstrümpfen oder HighTech?

Kompressionswäsche

Kompressionswäsche für Läufer ist noch ein sehr junger Trend. Ausgelöst hat ihn die britische Läuferin Paula Radcliffe, als sie 2003 in London ihren Fabel-Marathon-Weltrekord aufstellte und dabei Kompressionsstrümpfe trug. Seither hat der Trend nicht nur im Hochleistungssport Einzug gehalten, sondern ist auch für viele Freizeitläufer interessant geworden. Mittlerweile beschränkt sich Kompressionswäsche nicht mehr nur auf Strümpfe oder Socken, sondern erobert die gesamte Sportbekleidung.

Was ist Kompressionswäsche?

Ein traditioneller und bekannter Artikel, der leicht mit Kompressionswäsche zugeordnet wird, sind die sogenannten Stützstrümpfe. Sie werden bei Thrombose oder nach Krampfader-Operationen eingesetzt, um das geschädigte Venensystem zu schützen. Mit verdichteten und gummierten Geweben, dem so genannten Zweizugmaterial, wird von außen Druck aufgebaut, der das Körpergewebe stützt.

Heute wird diese Funktion von synthetischen Fasern erfüllt, was den Vorteil hat, dass Kompressionswäsche als solche nicht mehr unbedingt auffällt und auch modisch wirken kann. Kompressionswäsche gibt es vorzugsweise als Strümpfe und Socken, aber auch als Hosen oder Stulpen. In der medizinischen Behandlung muss die Kompressionswäsche maßgeschneidert sein, für die vorbeugende oder normal unterstützende Funktion im Alltag ist dies nicht notwendig. Hier kann der Kunde zwischen vier verschiedenen Kompressionsklassen wählen, die die nach dem Maß des entwickelten Drucks eingeteilt sind. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass noch unklar ist, ob und bei welchem Druck eine positive Wirkung auf die Leistung überhaupt möglich ist.  

Fördert Kompressionswäsche die Leistung?

Aus medizinischer Sicht ist eine Leistungsförderung zumindest möglich und auch die Frage einer besseren Regeneration lässt sich im Einzelfall bejahen. Die Anwendung in medizinischen Bereichen zeichnet zumindest die Wirksamkeit von Kompressionsunterwäsche auf Körperfunktionen aus.

Der Kern der Wirkung besteht darin, dass der Druck auf die Venen das Blut schneller zirkulieren lässt und damit den Sauerstofftransport zu den Muskeln beschleunigt. Gleichzeitig stabilisiert die stützende Passform Bänder und Gelenke und minimiert die Vibration der Muskeln, wie auch Sportmediziner Lutz Graumann verrät.   

All diese Prozesse sind für den Langlauf, wie zum Beispiel einem Marathon, wichtig, denn die Blutzirkulation steigt bei dieser Belastung um das Zwanzigfache. Wenn dieser Effekt zu einem bestimmten Prozentsatz von außen bewirkt werden kann, bedeutet das zumindest gleiche Leistung bei geringerer Anstrengung.

Widerspruchsfrei ist die leistungssteigernde Wirkung noch nicht nachgewiesen. Die Erfahrungsberichte von Läufern dagegen sind eindeutig positiv. Selbst wenn dabei eine psychische Komponente im Spiel sein sollte, sind die Auswirkungen der Kompressionswäsche leistungsfördernd. Voruntersuchungen ergaben laut Runnersworld hierbei eine Leistungssteigerung zwischen einem und vier Prozent. Grund dafür kann auch die ökonomischere Laufweise sein, denn durch die Kompressionswäsche, bzw. dem von ihr ausgeübten Druck, verbraucht der Körper bei gleicher Leistung weniger Sauerstoff.

Was spricht gegen Kompressionswäsche?

Natürlich gibt es auch Läufer, die Kompressionswäsche ablehnen. Häufige Gründe hierfür sind das eingeengte Gefühl und der mangelnde Tragekomfort, den manche Läufer empfinden. Aber auch der Aufwand beim An- und Ausziehen der Kompressionswäsche, und nicht zuletzt die mangelnde Ästhetik, können als störend empfunden werden. Gerade etwas korpulentere Läufer haben nicht selten Hemmungen, sich in den enganliegenden Hosen und Strümpfen zu zeigen, da Kompressionswäsche sehr figurbetont ist.

In einem Artikel von Merkur Online führt ein Läufer, der Kompressionsunterwäsche getestet hat, außerdem negativ an, dass die Kompressionswäsche nur schwer auszuziehen ist, wenn sie von Schweiß durchtränkt ist. Ebenfalls negativ auffallen könnte der hohe Preis von Kompressionswäsche.

Unabhängig von den individuellen Empfindungen des Sportlers: Ein begründetes, medizinisches Risiko, das gegen das Tragen von Kompressionswäsche beim Sport spricht, gibt es zumindest nicht. In der Medizin wird das Prinzip seit etwa 150 Jahren erfolgreich angewandt.

Weitere Vorteile der Kompressionswäsche

Kompressionswäsche wird auch für die Regeneration nach dem Training und nach dem Wettkampf empfohlen. Der Druck auf die Venen hält die Durchblutung hoch und hilft, das Laktat schneller abzubauen. Die bekannten „müden“ Beine halten sich dadurch in Grenzen. Für kältere Tage bietet Kompressionswäsche zudem einen guten Temperaturschutz. Crossläufer und Trailrunner haben zudem durch die Festigkeit des Materials einen zusätzlichen Schutz in der natürlichen Umgebung. In geringem Maße kann Kompressionswäsche auch vor Gräserpollen schützen und so bei Allergikern den Juckreiz bei Hautkontakt verringern.

 

Fazit

  • Kompressionswäsche soll nachweislich die Leistung bei Sportlern steigern
  • Auch nach Wettkämpfen oder langen Läufen kann Kompressionswäsche bei der Regeneration helfen
  • Durch den Druck der Kompressionswäsche erhöht sich die Blutzirkulation und beschleunigt so die Sauerstoffzufuhr in den Muskeln
 
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