0 Kommentare

Vorfuß-Laufen

Nicht nur der klassische Laufstil zum Sprinten

Vorfuß-Laufen

Im klaren Gegensatz zum Fersenlauf steht der Ballenlauf, der oft auch als Vorfußlauf bezeichnet wird. Sowohl die Landung als auch der anschließende Abdruck des Beins erfolgt im vorderen Bereich des Fußes, also auf dem Ballen und den Zehen. Ein Abrollen wie beim Fersenlauf findet so gut wie nicht statt. Diese Technik ist die schnellste der verschiedenen Laufstile. 

Die extremste Version des Vorfußlaufs kann man bei Sprintern sehen, die zudem noch ihre Knie weit nach oben ziehen, um einen möglichst großen Raumgewinn zu erzielen. Aber auch bei Bergläufern wird dieser Stil häufig angewendet, da die Steigung die Landung auf der Ferse weitgehend verhindert.

Der Ballenlauf ist sehr kraftraubend. Darum können nur sehr gut trainierte Läufer den Vorfußlauf über einen längeren Zeitraum hin durchhalten. Dafür ist er sehr dynamisch und die schnellste Art zu laufen. Außerdem ist die Gefahr umzuknicken sehr gering, da nicht über den gesamten Fuß abgerollt werden muss.

Vorfußlaufen: Belastung für Muskeln und Bänder

Leider ist der Vorfußlauf nicht nur der schnellste Laufstil, sondern auch die Technik, die besonders für Muskeln und Sehnen die größte Belastung darstellt. Vor allem die Wadenmuskulatur und die Achillessehnen werden bei jeder Landung stark beansprucht. Denn Lande- und Abdruckpunkt sind identisch. Das bedeutet, dass die Energie, die bei der Landung auf die Muskeln auswirkt, nicht absorbiert werden kann, sondern direkt wieder in Energie für den Abdruck umgewandelt werden muss. Der Aufprall und dadurch auch die Belastung bei der Landung ist im Gegensatz zum Fersenlauf deutlich größer, da man bei jedem Schritt rund 30 Zentimeter weiter springen muss.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Ballen- oder Vorfußlauf für fortgeschrittene Läufer bis zu einer Strecke von rund 10 Kilometern geeignet ist. Sehr gute Läufer können auch längere Strecken damit laufen. Für Übergewichtige oder Läufer mit Problemen in der Wadenmuskulatur oder der Achillessehne ist die Technik aufgrund der hohen Belastung nicht geeignet.

Der passende Laufschuh zum Vorfußlaufen

Von seiner Grundbewegung gilt der Vorfußlauf als natürlichste Lauftechnik. Dies sollte man auch beim Laufschuhkauf berücksichtigen. Schwere Laufschuhe mit starken Dämpfungen sind beim Ballenlauf fehl am Platz. Besser geeignet ist ein flacher und flexibler Laufschuh. Übermäßige Pronationsstützen brauchen Vorfußläufer nicht. Denn die Stützfunktion wird von der Muskulatur übernommen.

Der Rückfuß hat beim Vorfußlauf normalerweise kaum Bodenkontakt. Darum können Dämpfungen oder Stützen in diesem Bereich getrost vernachlässigt werden. Beim Kauf von Laufschuhen muss ein Vorfußläufer aber unbedingt auf die Schuhgröße achten. Denn beim Laufen rutscht man stärker nach vorne als bei anderen Lauftechniken. Ob man separate Dämpfungselemente im Vorfuß haben möchte, bleibt jedem selber überlassen. Umstritten sind die Elemente, die eine andere Härte als der Rest des Vorfußes haben. Für schwere Läufer ist eine zusätzliche Dämpfung der Laufschuhe dennoch eine Überlegung wert.

 

Fazit

  • Der Vorfußlauf gilt von seiner Grundbewegung her als natürlichste Lauftechnik, belastet Waden und Achillessehnen aber besonders
  • Der Ballenlauf ist sehr kraftraubend und daher nur gut trainierten Läufern zu empfehlen
 
3.9 von 5 Sternenbei 49 Bewertungen
Weitere Artikel
Weitere passende Artikel auf Joggen Online

Kommentare

Bisher keine Kommentare vorhanden...

Kommentar abgeben