Equipment beim Laufen: MP3-Player und co.

Als Sony den ersten Walkman 1979 auf dem Markt brachte, trauten sich bereits einige Pioniere mit dem Gerät zum Laufen vor die Tür. Jedoch war dies alles andere als problemloser Klanggenuss. Die ersten Geräte waren schwer und hatten nicht die technische Qualität, um Erschütterungen oder Aussetzer beim Laufen aufzufangen. Der Discman sorgte mit Anti Schock Funktionen zwar für Abhilfe, richtig rund lief es beim Laufen aber erst mit der Erfindung des MP3 Player. Kleine Geräte, die sich von Bewegungen nicht irritieren ließen und trotzdem großen Klang lieferten. Mittlerweile gehört der Player fast schon zum Standardequipment wie ein gutes Paar Laufschuhe.
Allerdings denkt nicht jeder so. Auch bei den Profis scheiden sich die Geister. Herbert Steffny, ehemaliger Weltklasseläufer, behauptet das er niemals MP3s oder irgendeine andere Art der musikalischen Berieselung nutzen würde. Stattdessen geniesse er lieber den Sound der Natur. Auch gefährliche Situationen lassen sich mit Hilfe von akustischen Signalen viel besser erahnen, so Steffny. Dagegen hält Brigid Wefelnberg, die ihres Zeichen Marathons wie den 100 Kilometer Wallis-Lauf bestreitet. Sie sagt, dass ihr die Musik noch einen zusätzlichen Motivationsschub geben würde.
Für und Wider von MP3-Playern beim Laufen
Eine andere Sicht hat der Kolumnist Hajo Schumacher, der im Laufen eine Alternative zur Reizüberflutung des menschlichen Lebens sieht. Damit wird er kein Freund der neuen Technologie werden, welche derzeit im Fraunhofer-Institut entwickelt wird. Nach dem MP3 Player soll der Step-Man das Zepter übernehmen. Dieser spezielle Musikplayer, passt sich an den Laufrythmus an und spielt die Musik in der entsprechenden Geschwindigkeit, ohne zu verzerren. Weitere Kniffe sind möglich, beispielsweise das Einstellen auf bestimmte Bio-Signale. Ist der Herzschlag zu hoch, wird die Musik auch leiser und langsamer, der Läufer so auf subtile Art und Weise daran erinnert, langsamer zu machen.
Die neue Generation von IPods & IPhones
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Apple plant bereits einen neuen iPod, der dieselbe Technologie verbaut hat und so eine echte Alternative darstellet. Gerald Bieber, seines Zeichens beim Fraunhofer-Institut a ngestellt, hat den Step-Man getestet. Er beschreibt das Gefühl wie beim Tanzen, so als ob man sich zur Musik bewege. Kritiker bezweifeln die Fähigkeit des Systems und ob das was rauskommt, tatsächlich noch nach schöner Musik klingt. Trotzdem ist das Institut überzeugt. Mit aller Macht drängt man auf eine baldige, kommerzielle Nutzung der Technologie, um noch vor Apple auf dem Markt zu sein. Hinzukommt, dass Apple mit der weiten Verbreitung seines iPhones (mehr zum iPhone hier) eine gelungene Kombination aus MP3-Player und Handy* geschaffen hat. Viele Läufer möchten nicht zwei Geräte mit sich herumtragen, aber auch nicht das Design und das stylische am iPod missen und greifen deshalb zu der Variante des iPhones. Gerade bei Geschäftsleuten, die viel telefonieren, eMails checken oder wichtige SMS verschicken müssen, setzt sich deshalb das iPhone oder das sogenannte Blackberry durch.
Allerdings hat Apple den Sportartikel-Riesen Nike im Rücken. Bereits jetzt kombinieren die beiden US-Firmen äußerst erfolgreich ihre Produkte miteinander. Trotzdem sehen viele Wissenschaftler immer noch eine hinreichende Problematik beim Laufen und zusätzlicher Beschallung: Die Widerstandskraft, gegen den Rythmus aus den Playern, sei zu schwach. Oftmals verfalle der Läufer in den Tonus der Musik und passe sich dem Takt an. Die Folge: Er findet seine eigene Frequenz nicht. Sportwissenschaftler wie Hans-Christian Heitkamp winken dagegen ab. Seiner Meinung nach, fänden echte Läufer immer ihren Rythmus, egal ob Musik oder nicht. Das Hören von Liedern sei für sie nur etwas Ablenkung und rege zum Träumen an, so Heitkamp.
Wissenschaftliche Thesen zum Laufen mit Musik
Wissenschaftliche Institute konnten bisher kaum eine fundierte Untersuchung zu dem Thema herausbringen. Die klugen Köpfe an der Universität North Carolina starteten einen Testversuch. Bei ihren Untersuchungen fanden sie heraus, das untrainierte Läufer durchaus eine Leistungs- und Motivationssteigerung zu verbuchen hatten. Trainierte Läufer hingegen fühlten sich von der Musik eher belästigt und behindert. In Deutschland führte Alexander Ferrauti von der Ruhr-Universität Bochum einen ähnlichen Versuch durch. An der Leistungsgrenze larbeitened, ließ er mehrere Studenten aufs Laufband, bis sie aufhören mussten. Dabei durften sie einmal mit ihrer Lieblingsmusik auf dem MP3-Player laufen und einmal ohne. Die Resultate waren überraschend: Ganze 7 Minuten, nämlich 39, hielten die Studenten mit ihrer Musik länger durch als ohne, nur 32. Für Ferrauti ist klar: Die Belastungsgrenze verschiebt sich durch Musik nach oben.
Doch auch für ihn sind die Ergebnisse nicht eindeutig. Es stelle sich die Frage nach der Musikauswahl oder der Schwierigkeit der zu laufenden Strecke, laut Ferrauti. Unbeeindruckt zeigt sich die Industrie von der Wissenschaft. Bereits jetzt haben iPod und Co. sich ihre Laufschuhe angezogen, um die sportliche Kundschaft auch in Zukunft musikalisch zu begleiten, passend im Rythmus und Takt der Musik. Trotzdem wird die Gruppe um Hajo Schumacher nicht kleiner werden. Denn der sagt, das er am liebsten immer noch eine Musik höre: "Natur pur."
Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick, auf was Sie bei einem Kauf beachten sollten, welches Zubehör sinnvoll ist und stellen Ihnen anschließend auch einige Beispiele für MP3-Player da.
- Was für ein MP3-Player zum Laufen und Joggen?
- Was für Halterungen gibt es für MP3-Player zum Laufen?
- Was für Kopfhörer eignen sich zum Laufen?
- MP3-Player in der Übersicht
*Meine Empfehlung für eine Alternative für SMS-Versand: http://www.kumita.de/